Deutliche Kritik
"Peinlich war das": SAT.1-Moderator Daniel Boschmann wütet gegen deutsche Nationalelf
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von Lars-Ole GrapSAT.1-Moderator Daniel Boschmann ist bekennender Fußball-Fan.
Bild: picture alliance/dpa | Soeren Stache
Der "SAT.1 Frühstücksfernsehen"-Moderator Daniel "Boschi" Boschmann hat in seinem Podcast "Zahltag" kein gutes Haar an Deutschlands Auftreten in der Welt gelassen. Sein Paradebeispiel für die halbherzige Haltung: das berühmte Mannschaftsfoto bei der WM 2022.
Von Montag bis Freitag ab 5:30 Uhr und am Wochenende ab 9 Uhr
SAT.1-Moderator Daniel Boschmann rechnet mit "One Love"-Protest der DFB-Elf ab
Mit der WM 2026 rückt der Fußball wieder ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit - und damit auch die Frage, wie Deutschland sich auf der Weltbühne präsentiert. Für den "SAT.1 Frühstücksfernsehen"-Moderator Daniel Boschmann ist das bevorstehende Sport-Event vor allem ein politisches und gesellschaftliches Thema. In der aktuellen Ausgabe seines Podcasts "Zahltag" nimmt er sich Deutschlands Auftreten in der Welt vor - und landet dabei beim Mannschaftsfoto der Nationalelf bei der WM 2022 in Katar.
Das Bild dürfte vielen noch präsent sein: Bei der WM 2022 in Katar hielt sich die Nationalmannschaft beim Teamfoto kollektiv die Hand vor den Mund - als stilles Protestzeichen gegen das FIFA-Verbot der "One Love"-Kapitänsbinde. Die Geste sollte Haltung zeigen, für den SAT.1-Moderator war sie jedoch das genaue Gegenteil.
Daniel Boschmann stellt die Geste in einen größeren Zusammenhang: Wer sich selbst zum "Anwalt des Völkerrechts" erkläre, so Boschmann, müsse das auch mit konsequentem Handeln unterlegen. "Peinlich war das", resümiert er in seinem Podcast - und meint damit nicht den Protest an sich, sondern die Halbherzigkeit.
Entweder fahre ich hin und mache da mit, oder ich fahre nicht hin und setze ein Signal.
Das WM-2022-Teamfoto der DFB-Elf mit stillem Protest gegen die FIFA-Vorgaben.
Bild: picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER
Daniel Boschmann übt scharfe Kritik am internationalen Auftreten Deutschlands
Die Kritik an der Nationalelf ist in dem Podcast eingebettet in einer grundsätzlicheren Auseinandersetzung mit dem deutschen Selbstbild. Er wirft Deutschland vor, international mit einer Selbstverständlichkeit aufzutreten, die nicht durch entsprechendes Engagement gedeckt sei. Respekt und Einfluss, so seine Überzeugung, ließen sich nicht beanspruchen, sondern müssten erarbeitet werden. Moralische Gesten, die nicht von konsequentem Handeln begleitet würden, seien dabei nicht nur wirkungslos - sie schadeten aktiv der Glaubwürdigkeit.
Dass diese Haltung Konsequenzen hat, zeige sich auch abseits des Fußballplatzes - etwa bei Deutschlands jüngst gescheiterter Bewerbung um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Ein Thema, über das Daniel Boschmann in derselben Podcast-Folge ausführlich spricht.
WM 2026: SAT.1-Moderator Daniel Boschmann kritisiert Kommerzialisierung des Turniers
Dass der SAT.1-Moderator ausgerechnet so scharfe Kritik am Fußball übt, mag einige Fans überraschen. Schließlich bezeichnete er sich in früheren Podcast-Folgen bereits als bekennender Fußballfan. Die WM 2026, die in wenigen Tagen beginnt, verfolge er mit echtem Interesse. Doch die zunehmende Kommerzialisierung des Turniers mache es ihm schwerer, die alte Begeisterung aufrechtzuerhalten.
Finaltickets für bis zu 11.000 Dollar, Sponsorengelder in Milliardenhöhe. Und ein FIFA-Präsident, der das Turnier nach Boschmanns Wiedergabe zum "größten Ereignis, das die Menschheit je erlebt hat" ausgerufen haben soll. Gerade deshalb, so lässt sich seine Haltung lesen, wiegt eine vertane Chance auf ein echtes Zeichen umso schwerer.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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