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Halloween-Hater

Warum Horrorfilme laut unserer Gen-Z Autorin abgeschafft werden sollten

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Monster, die dich aus dem Bett klauen? Autorin Linn ist überzeugt, dass das mit ihr passiert, wenn sie einen Horrorfilm schaut.

Bild: Privat; stock.adobe.com


Oktober ist Halloween-Zeit - und damit haben auch Horrorfilme wieder Hochsaison. Unsere Gen-Z Autorin Linn erklärt, was sie daran stört und warum Angst und Schrecken für sie nicht auf die Leinwand gehören.

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Während meine Kolleg:innen Horrorfilme feiern sind sie für mich der reinste Albtraum. Ich war 15 Jahre alt, als meine Freund:innen vorschlugen, an Halloween gemeinsam "Blair Witch Project" zu schauen. Sehr widerwillig ließ ich mich darauf ein und quälte mich durch den Film,  nur um ihn am Ende des Abends ganz alleine fertig schauen zu müssen, weil alle anderen eingeschlafen waren. Die pseudodokumentarische Machart des Horror-Movies hat natürlich nichts getan für meinen Seelenfrieden - oder für meinen Schlaf. Auch Waldspaziergänge waren danach erst mal vom Tisch. Horrorfilme, habe ich nach diesem Abend beschlossen, müssen ohne mich auskommen.

Du willst mein Trauma nachfühlen?

Schaue hier den zweiten Teil der "Blair Witch"-Reihe

Meine bevorzugte Art von Grusel:

Tauche ein die düstere Welt der Vampire

Aus Transparenzgründen muss ich zugeben, dass ich seit 2017 keinen richtigen Horrorfilm mehr gesehen habe. Meine aktuellsten Erfahrungen mit Jumpscares und Monsterfratzen beschränken sich auf komische Instagram-Reels oder Serien und Filme, die (für mich zwar schon, aber im Auge der Allgemeinheit wohl) nicht wirklich gruselig sind.

Aber wartet: Erinnert ihr euch noch an die Killerclowns von 2016? Damals tauchten plötzlich überall Menschen in gruseligen Clownskostümen auf, um Passanten aufzulauern, sie zu erschrecken und teilweise sogar anzugreifen.

Was also zunächst wie ein schlechter Gag klang, entwickelte sich vor allem in den USA und Großbritannien zu einem regelrechten Phänomen, über das damals auch in den sozialen Medien fleißig berichtet wurde. Und als wäre das nicht schon genug gewesen, erschien im gleichen Atemzug auch noch die Stephen King Buchverfilmung von "Es" (2017). Der Horrorfilm handelt vom mörderischen Clown "Pennywise", der sich gezielt die Ängste von Kindern zunutze macht.

Bis dato hatte ich ja eigentlich bereits mit dem Genre abgeschlossen. Um den Hype zu verstehen, habe ich mir bei einem Bier von einem Freund ausführlich erklären lassen, was den Reiz ausmacht. Also  beschloss ich, mir den Film trotz  des viel zu gruseligen Trailers im Kino anzusehen - und mich Pennywise zu stellen. Ja, 0/10 Erfahrung, würde ich nicht nochmal machen. Als während dieser Lebensphase mein Kopf und Instagramfeed voller rennender Killerclowns war, war es bei mir danach (und diesmal wirklich) auch endgültig vorbei.

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Warum Horror für mich wenig kann

Fangen wir mit den Figuren an: Tatsächlich sind viele eher dumm. Ja, hey, ich sage nicht, dass ich alles zwingend besser machen würde. Aber wer schaut denn freiwillig alleine im Dunkeln nach, woher ein verdächtiges Geräusch kommt? Oder teilt sich auf, obwohl Zusammenbleiben offensichtlich viel besser wäre? Ein bisschen Eigenverantwortung kann man doch erwarten!

Dann wären da noch Jumpscares, die ich als persönlichen Angriff auf mein Nervensystem empfinde. Mag sein, dass das auf meine Kritikunfähigkeit zurückzuführen ist, aber mir absichtlich einen Schrecken einzujagen, sehe ich als Beleidigung seitens der Regie an. Wenn die einzige Möglichkeit, mich zum Schreien zu bringen, darin besteht, mir plötzlich ein hässliches Gesicht auf den Bildschirm zu klatschen und den Sound aufzudrehen, überzeugt mich das nicht gerade von der Qualität des Genres.

Und nein, das Argument, dass man sich doch gemeinsam gruseln und beschützt werden kann ("ist doch süß!"), zieht bei mir auch null. Mal ehrlich, wovor soll ich denn realistisch beschützt werden? Dem inneren Schock? Oder dem hypothetischen Killerclown, der mich heimsuchen wird? Stell dir vor, du wirst mit einer Axt verfolgt, dann, um dich zu beschützen, schmeißt sich dein Filmpartner dazwischen und wird zermetzelt. Ja, gar nix süß.

Mein Maximum an Horror: Comedy trifft Grusel

Unsicher im eigenen Zuhause

Der eigentlich schlimmste Moment ist es, mit dem Film fertig zu sein. Alle Lichter an, am besten noch eine Folge der Comfort-Sitcom schauen (weil heile Welt) und anschließend im Schlaf sämtliche Szenen noch einmal in 4D abspielen. Ich habe mich letztens beim leisen "Ping!" einer WhatsApp-Nachricht erschrocken. Du kannst dir vorstellen, wie mein Gehirn nachts beim Geräusch von Schritten im Treppenhaus durchdreht.

Also, wenn ich das richtig verstanden habe: Im Prinzip macht man sich mit Horrorfilmen selber Angst, um sich anschließend stundenlang einzureden, dass man keine Angst haben muss. Mal ehrlich, mega komisches Konzept.

Natürlich ist es allen selbst überlassen, was sie anschauen. Und offenbar gibt es genug Menschen, die den Nervenkitzel von Horrorfilmen lieben, zum Beispiel unsere Filmkritikerin, die eine ganze Liste der besten Horrorfilme zusammengestellt hat. Ich verbringe das Gruselfest jedenfalls lieber gemütlich auf dem Sofa - mit guter Comedy, Halloween-Snacks und garantiert ohne Killerclowns.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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