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Wenig Blut, viel bayerischer Charme

"Rosenheim-Cops"-Star verrät: Das ist das Erfolgsrezept der Kult-Serie

Veröffentlicht:

von Johanna Beißel

:newstime

Die emotionalsten Abschiede der Rosenheim-Cops

Videoclip • 01:13 Min • Ab 12


Ein Mordfall, eine malerische Kulisse und trotzdem kein bedrückendes Gefühl: "Die Rosenheim-Cops" folgen ihrem ganz eigenen Krimi-Rezept. Darsteller Steffen Wolf verrät, was die Serie so erfolgreich macht - und was der Jobwechsel seiner Figur damit zu tun hat.

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Ein Krimi, nach dem man ruhig schlafen kann

Wo andere Krimiserien auf düstere Bilder, dramatische Wendungen und möglichst brutale Verbrechen setzen, geht es bei den "Rosenheim-Cops" deutlich gemütlicher zu. Zwar beginnt auch hier fast jede Folge mit einer Leiche. Die Tat selbst geschieht jedoch meist abseits der Kamera. Blutige Szenen oder besonders verstörende Fälle bleiben dem Publikum erspart.

Steffen Wolf, der in der Serie die Rolle von Hannes Winkler spielt, sieht darin einen wichtigen Grund für den anhaltenden Erfolg. Im Podcast "Mit.Menschen - Der Interview-Podcast aus Nürnberg" beschreibt der Schauspieler die Vorabendserie als spannende, aber angenehm leichte Unterhaltung.

Also man wird auf jeden Fall danach nicht aufgewühlt ins Bett gehen, wenn man die abends anguckt.

Steffen Wolf

Seit 2002 ermitteln die Kommissar:innen vor der idyllischen Kulisse des Chiemgaus. Dabei geht es nicht allein darum, den jeweiligen Mordfall zu lösen. Mindestens ebenso wichtig sind die kleinen Konflikte auf dem Polizeirevier, wiederkehrende Scherze und die Eigenheiten der Figuren.

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Gerade die Macken machen die Figuren sympathisch

Für Wolf liegt die besondere Stärke der "Rosenheim-Cops" auch darin, dass die Charaktere nicht vollkommen realistisch angelegt sind. Viele von ihnen wirken etwas überspitzt, bleiben dabei aber menschlich und nahbar.

"Der Erfolg von den 'Rosenheim-Cops' ist, dass diese Figuren, die es da gibt, leicht überzeichnet sind", erklärt der Schauspieler im Podcast. Die Zuschauer:innen könnten sich trotz der Überzeichnung in ihnen wiedererkennen.

Niemand im Rosenheimer Kommissariat ist frei von Marotten. Gerade daraus entstehen viele der humorvollen Situationen, die längst zum Markenzeichen der Serie geworden sind. Wolf formuliert es so: "Die kleinen Verfehlungen, die wir als Menschen haben, werden da sehr charmant umspielt oder bespielt."

Damit treffen die "Rosenheim-Cops" offenbar einen besonderen Ton: Die Figuren dürfen Fehler machen, ohne bloßgestellt zu werden. Ihre Schwächen werden stattdessen mit einem Augenzwinkern erzählt.

Auch Marisa Burger und Max Müller sehen darin das Erfolgsgeheimnis

Mit seiner Einschätzung ist Steffen Wolf nicht allein. In einem Jubiläumsvideo zur Serie hob Schauspielerin Marisa Burger, die nach 25 Jahren als Polizeisekretärin Miriam Stockl ausgestiegen ist, ebenfalls hervor, dass bei den "Rosenheim-Cops" keine "Extrem-Morde" gezeigt würden.

Max Müller, der seit der ersten Folge als Polizist Michi Mohr dabei ist, beschrieb die Darstellung der Gewalt in der Serie mit gewohnt trockenem Humor: "Unsere Opfer werden meistens mit irgendwelchen dumpfen Gegenständen zu Tode gekitzelt", scherzt er im Jubiläumsvideo.

Noch knapper fasste er das Erfolgsrezept im Interview mit dem österreichischen "Kurier" zusammen: "Eine herrliche Landschaft, wenig Blut und Schauspieler, die sein dürfen, wie sie sind."

Zum Konzept gehört zudem der Blick von außen: Wird ein neuer Kommissar nach Rosenheim versetzt, stammt er üblicherweise nicht aus der Region. So lernt er die bayerischen Eigenheiten gemeinsam mit den Zuschauer:innen kennen, die selbst nicht aus Bayern kommen.

Hannes Winklers neuer Job wurde kaum erklärt

Wie unkompliziert die Serie mit ihren Figuren umgeht, zeigt ausgerechnet Hannes Winklers beruflicher Werdegang. Als Steffen Wolf zum ersten Mal in Rosenheim auftaucht, war seine Rolle noch als Paketbote unterwegs. Später arbeitete Winkler plötzlich als Hausmeister im Polizeirevier.

Eine große Geschichte machte die Serie daraus nicht. Der Wechsel wurde lediglich angedeutet, als Winkler Miriam Stockl dabei half, einen Aktenschrank zu reparieren. "Das war sozusagen die leichte Einführung des Hausmeisters", erinnert sich Wolf im Podcast.

Einigen aufmerksamen Fans entging der unerwartete Berufswechsel natürlich nicht. Wolf kann die damalige Irritation nachvollziehen. Gleichzeitig hält er die beiläufige Veränderung für typisch: Bei den "Rosenheim-Cops" müsse nicht jede Entwicklung über mehrere Episoden vorbereitet werden.

Neuer Job, vertrautes Gesicht: Hannes Winkler (Steffen Wolf, r.) arbeitet inzwischen als Hausmeister im Polizeirevier – hier an der Seite von Michi Mohr (Max Müller).

Bild: ZDF und Thomas Neumeier


Warum eine längere Pause kein Problem ist

Anders als bei einer Daily Soap baut die ZDF-Serie nur selten auf langen, komplizierten Handlungssträngen auf. Wer einige Wochen nicht einschaltet, kann trotzdem problemlos zurückkehren. "Es ist ja auch gewollt, dass, wenn du jetzt seit drei Wochen oder vier oder fünf Wochen die 'Rosenheim-Cops' nicht anguckst und dann wieder anmachst, dass du nichts von dem Figurenverlauf versäumst", bestätigt Wolf.

Als Vergleich nennt er "Dahoam is Dahoam". Dort entwickeln sich die Geschichten über viele Folgen hinweg. Wer länger pausiert, muss daher womöglich erst herausfinden, was in der Zwischenzeit passiert ist. Bei den "Rosenheim-Cops" ist der Einstieg deutlich einfacher: ein neuer Fall, vertraute Figuren und eine Welt, in der sich trotz zahlreicher Morde erstaunlich wenig grundlegend verändert.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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