ARD-Krimiserie
"Princess of Schwanitz" Wem das Boot aus "Nord bei Nordwest" wirklich gehört
Veröffentlicht:
von Claudia FrickelJana Klinge, Hinnerk Schönemann und Marleen Lohse bei einem Pressetermin auf der "Princess of Schwanitz".
Bild: picture alliance/dpa | Georg Wendt
Die "Princess of Schwanitz" heißt in Wahrheit ganz anders: Der betagte Fischkutter gehört Gerhard Fischer aus Wismar, der ihn seit vielen Jahren liebevoll restauriert. Er ist stolz darauf, sein Boot bei "Nord bei Nordwest" zu sehen, und spielte sogar selbst schon mit.
Eine blaue Sitzbank, die sich über drei holzvertäfelte Wände zieht, ein eingebautes Regal, ein Tisch und an den Wänden Bilder von Hund Holly und Oldtimern: Das ist das Wohnzimmer von Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann) bei "Nord bei Nordwest".
Der kleine, gemütliche Raum befindet sich auf einem Schiff: Durch die Bullaugen sieht Hauke das Wasser und andere Boote. Viel Platz hat der Tierarzt und Ermittler nicht: Es gibt nur noch eine winzige Küche und einen Schlafbereich. Aber das urige Boot ist sein wichtigster Rückzugsort.
Hauke zog gleich zu Beginn der Serie in sein schwimmendes Zuhause. In der ersten Folge von 2014 hieß das Boot noch "Sandy de Man" - nach der Ex-Freundin von Hauke. Am Ende der Folge "Sandy" von 2018 benannte er es in "Princess of Schwanitz" um.
Beide Namen sind fiktiv, und im echten Leben wohnt niemand dauerhaft auf dem Schiff. Doch es sieht genauso aus wie in der Serie. Jedenfalls fast.
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Die "Princess of Schwanitz" war einst ein Fischkutter
In Wirklichkeit heißt das Schiff "Seeadler" und gehört Gerhard Fischer aus Wismar. Der heute 65-Jährige besitzt den Kutter seit 27 Jahren.
Das Schiff wurde 1946 in Travemünde gebaut und war ursprünglich ein Fischkutter. Zunächst trug es den Namen "Gertrud". Ein späterer Besitzer taufte es in "Seeadler" um. So heißt das Boot bis heute.
Eigentlich kaufte Fischer den Kutter im Hafen von Niendorf an der Ostsee, um damit zum Angeln zu fahren. Doch Fischer war, wie er selbst sagt, "etwas blauäugig": Zum Fischen konnte er den "Seeadler" gar nicht nutzen, weil dafür zu viele Auflagen erfüllt werden mussten. Das erzählte er den "Lübecker Nachrichten".
Noch dazu war der Kutter in keinem guten Zustand: Fischer musste das Achterdeck und andere Teile rekonstruieren. Viele Arbeiten erledigte er selbst, etwa das Verlegen der Bohlen auf dem Boden. Im Lauf der Jahre restaurierte er das Boot liebevoll.
Freund:innen und Familie wunderten sich, dass er so viel Zeit und Mühe in die Renovierung investierte. Doch dann wurde das Schiff zum Fernsehstar.
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Wie die Filmcrew das Boot umgestaltete
Das kleine Boot von Gerhard Fischer ist seit der ersten Folge von "Nord bei Nordwest" ein wichtiger Drehort. Das Fernsehteam gestaltete das Innere der Kajüte um - aber nur zurückhaltend. Unter anderem wurden Gardinen und Polster ersetzt und die Küchenschränke mit einer Folie beklebt.
Der Bootsbesitzer hatte keine Einwände. Nur einmal sagte er "Nein": Als die TV-Crew die Kajüte umstreichen wollte, weil die weiße Farbe zu hell für die Kamera war. Das war Fischer zu viel. Stattdessen sind die Wände jetzt dauerhaft grau.
Er ist stolz auf sein Schiff und die viele Arbeit, die er hineingesteckt hat:
Es war mir ein kleiner Triumph, als die erste Folge lief.
Im Serienauftakt "Käpt’n Hook" übernahm der Wismarer sogar selbst eine kleine Rolle: Er spielte den Kapitän und Mädchenhändler Petersen, der erschossen auf einem Boot gefunden wird.
Seit einem Jahr liegt der "Seeadler" alias "Princess of Schwanitz" in Orth auf Fehmarn, wo viele Dreharbeiten stattfinden. Immer wieder machen sich Fans der Serie auf den Weg zum Hafen, um Fotos zu machen und sich den Kutter mit eigenen Augen anzusehen.
Fischer vermisst es, sein Boot in der Nähe zu haben. Doch er kommt regelmäßig vorbei. Schließlich gibt es immer etwas zu reparieren, zu schleifen oder zu streichen - oder er fährt einfach mit dem "Seeadler" raus aufs Meer.
Und natürlich verpasst er keine Folge von "Nord bei Nordwest". Er will schließlich sehen, "wie das Schiff zur Geltung gekommen ist", sagte er den "Lübecker Nachrichten".
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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