zur Joyn Startseite

Ein Typ fürs Extreme

"Nord Nord Mord"-Star Lasse Myhr: Warum spielt er gern brutale Rollen?

Veröffentlicht:

von teleschau

Nur ein Feuerwehrmann - oder auch ein Verbrecher? Lasse Myhr (l.) als Wehrführer Kjell Lassen in "Nord Nord Mord - Sievers und das Geisterhaus". Ermittlerin Ina Behrendsen (Julia Brendler) befragt ihn zu einem außergewöhnlichen Leichenfund.

Bild: ZDF und Georges Pauly


Er verkörperte schon mehrfach Mörder, durchgeknallte Nerds, auch mal einen Hooligan: Wenn es um spezielle Typen geht, ist Lasse Myhr einer der besten seines Fachs. Doch er kann auch Kommissar. So tickt der gebürtige Hamburger.

- Anzeige -
- Anzeige -

Ein altes Abrisshaus am Watt soll für einen Übungseinsatz der Sylter Ortsfeuerwehren künstlich in Brand gesetzt werden. Doch kurz vorher wird darin eine Leiche entdeckt: Die Autorin Silke Kasper (Rosa Thormeyer) wurde ermordet. Warum war sie dem Wehrführer Kjell Lassen (Lasse Myhr) bei der Überprüfung des Hauses nicht aufgefallen? Und warum entzieht sich der Feuerwehrmann zunächst der Befragung durch Kommissar Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) und sein Team?

Auch mit dem Haus scheint etwas nicht zu stimmen: Türen knallen, Kacheln fallen von der Wand, Klagegeräusche erklingen. Wurde das Gebäude durch die Eigentümerin Ramona Reuber (Lilly Forgách) manipuliert, um den Abriss zu verhindern? Und kam ihr die Geistergeschichten-Autorin Silke Kasper dabei in die Quere?

Schon sechsmal war Lasse Myhr im "Tatort" zu sehen

In der Episode "Sievers und das Geisterhaus" aus der Reihe "Nord Nord Mord" ist Lasse Myhr am 22. Juni als verdächtiger Feuerwehrmann zu sehen. Mit Krimis kennt sich der Schauspieler aus. Bereits sechsmal hatte er eine Episodenrolle in der legendären Krimiserie "Tatort" inne, beginnend 2012 in der Münchner Produktion "Der traurige König".

Auch für "Polizeiruf 110" und einige "SOKO"-Krimis stand Lasse Myhr schon mehrfach vor der Kamera. Meistens mimte er einen undurchsichtigen Verdächtigen. In der Krimireihe "Kommissarin Lucas" hatte er hingegen 2013 bis 2020 eine durchgehende Rolle als Kriminalkommissar Tom Brauer. Insgesamt 13-mal ermittelte er an der Seite der Hauptfigur, gespielt von Ulrike Kriener.

Nach der Schule ging Lasse Myhr nach Frankreich

Geboren am 21. Februar 1980 in Hamburg, besuchte Lasse Myhr eine Waldorfschule, an der er unter anderem auch Querflöte und Geige lernte. Sein Abitur machte er 1998.

Danach zog es ihn nach Frankreich. In einer sonderpädagogischen Einrichtung mit Internatsbetrieb 130 Kilometer südlich von Paris leistete Lasse Myhr den "Anderen Dienst im Ausland" im Sinne der Völkerverständigung ab, eine Art alternativer Zivildienst. Danach ging er zunächst nach Paris, um an der Université de Paris Sorbonne Französisch zu studieren.

Von da an widmete er sich seiner Leidenschaft: Von 2002 bis 2006 absolvierte er in der Schweiz sein Schauspielstudium an der HMT Zürich, der heutigen Zürcher Hochschule der Künste. Gleich im Anschluss, von 2006 bis 2013, war er Ensemblemitglied an den Münchner Kammerspielen.

- Anzeige -
- Anzeige -

Ab 2008 wurde er zum gefragten Episodendarsteller für Krimis

Seine erste große Rolle hatte Lasse Myhr 2008 in der ProSieben-Produktion "Machen wir's auf Finnisch" an der Seite von Jasmin Schwiers ("Ritas Welt") und Volker Bruch ("Babylon Berlin"). Von da an war er immer wieder in Episodenhauptrollen beliebter TV-Krimis zu sehen. Von "SOKO 5113" über "Tatort", "Der Alte" und "Marie Brand" bis zu "München Mord".

Und während er in "Kommissarin Lucas" selbst ermittelte, war seine Paraderolle die des Verdächtigen, oft undurchsichtig oder mit psychischen Auffälligkeiten. So verkörperte er 2017 in der Episode "Einer für alle, alle für Rostock" aus der Reihe "Polizeiruf 110" den brutalen Fußballhooligan Stefan Momke. 2022 in "Wolfsland - 20 Stunden" war er als tickende Zeitbombe zu sehen: Lasse Myhr mimte den Computernerd und Prepper Gunnar Wendt.

Noch heftiger sein Part in "Nord bei Nordost" Anfang 2026: In der Folge "Jagd in die Vergangenheit" spielte er den scheinbar harmlosen Wohnmobil-Enthusiasten Alexander Bedolf, der sich als eiskalter Mehrfach-Mörder auf Rachefeldzug entpuppt.

"Mich reizt es, Figuren zu spielen, die mir völlig unbekannt sind und in die ich mich reinarbeiten muss", sagte Lasse Myhr 2022 im Podcast "Reingeschaut" über seine scheinbare Affinität zu extremen Charakteren.

Auch aktuell ist der Darsteller mit einer extremen Rolle am Start: An der Dresdner Semperoper steht Lasse Myhr noch bis 20. Juni und dann wieder ab 29. August in einer Neuinszenierung der Oper "Carmen" auf der Bühne. Diese erzählt die Geschichte aus Sicht des Don José, der Carmen schließlich ersticht. Auf seiner Instagram-Seite schreibt der Schauspieler dazu: "Wie verletzte Männlichkeit in Anspruchsdenken, Kontrolle und Gewalt umschlagen kann, ist keine historische Erzählung, sondern Realität für viele Frauen." Deshalb sei es wichtig, "sichtbar zu machen, wie gegenwärtig und relevant diese Themen bis heute sind".

Doch Lasse Myhr kann auch "harmlos". Bis Ende 2025 stand er für den ARD-Film "Blackbird" vor der Kamera. Die Geschichte spielt im Hessen der späten 1970er-Jahre und handelt von prägenden Umbrüchen auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Myhr spielt den Vater eines pubertierenden Jungen. Der Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.

Lasse Myhr privat: Er liebt französischen Käse

Was der Darsteller jenseits seines Berufes macht, darüber redet er nur selten. In "Reingeschaut" ließ er 2022 immerhin durchblicken, dass er französischen Käse liebt, sein erstes gekauftes Musikalbum eines der Rockband Guns N' Roses war und dass ihn der Wirtschaftsteil an einer Tageszeitung am wenigsten interessiert.

"Nord Nord Mord - Sievers und das Geisterhaus" läuft am Montag, dem 22. Juni, um 20:15 Uhr im ZDF. Zur selben Zeit ist der Krimi von 2024 im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.


Lust auf noch mehr Krimis?


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken