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Im Interview

Kehrt Jenny Jürgens zu "Rote Rosen" zurück? Die Schauspielerin findet klare Worte

Veröffentlicht:

von Nicholas Vogel

Hat der Schauspielerei den Rücken gekehrt: Jenny Jürgens.

Bild: picture alliance/dpa


Ein Comeback bei "Rote Rosen"? Diese Hoffnung macht sich Jenny Jürgens selbst nicht. Die Schauspielerin spricht offen über ihren Abschied von der TV-Welt - und erklärt unmissverständlich, warum eine Rückkehr für sie nicht mehr infrage kommt.

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Jenny Jürgens gehörte über Jahrzehnte zum festen Inventar der deutschen TV-Landschaft. Serien wie "In aller Freundschaft", "Ein Schloss am Wörthersee" oder zuletzt "Rote Rosen" machten sie einem breiten Publikum bekannt. Doch mit dieser Welt hat die 59-Jährige abgeschlossen - und zwar für immer. Die Tochter der verstorbenen österreichischen Musik-Legende Udo Jürgens lässt keinen Zweifel daran, dass es kein Zurück vor die Kamera geben wird.

"Ich würde jedes Angebot ablehnen"

Im Gespräch mit dem Online-Magazin  "Smago" fand sie dafür deutliche Worte:

Die Schauspielerei habe ich endgültig hinter mir gelassen; ein Abschied, der eine enorme Befreiung war und dem ich keine Träne nachweine.

Jenny Jürgens

Und falls doch noch einmal ein verlockendes Angebot ins Haus flattern sollte? Ihre Antwort ist eindeutig: "Ganz klar: Ich würde jedes Angebot ablehnen." Anfragen gebe es zwar weiterhin, doch für sie stehe fest: "Für mich ist dieses Kapitel abgeschlossen." Ihren letzten TV-Auftritt hatte sie 2018 in der ARD-Telenovela "Rote Rosen".

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Abschied aus Selbstschutz

Der Rückzug aus der Schauspielerei war für Jenny Jürgens kein spontaner Impuls, sondern eine bewusste Entscheidung für ihre Gesundheit. Der ständige Druck, bewertet zu werden, habe sie über Jahre hinweg zermürbt. "Ich möchte mich nicht mehr von fremden Menschen beurteilen lassen oder diese zehrende Nervosität vor der Kamera oder auf der Bühne spüren. Das kostet mich schlichtweg zu viel Energie", erklärte sie offen.

Jenny und Udo Jürgens im Jahr 2010.

Bild: picture alliance / dpa


"Ich habe mich für die Entspannung entschieden"

Besonders prägend waren für sie die psychischen Belastungen, die der Beruf mit sich brachte. Rückblickend spricht sie von einer extrem schwierigen Zeit:

Nach zehn Jahren mit Panik-Attacken, Therapien und Medikamenten - einer Zeit, die das absolute Grauen war - ziehe ich heute meine innere Ruhe vor.

Jenny Jürgens

Diese Entscheidung sei für Außenstehende oft schwer nachzuvollziehen, sagt sie selbst: "Wer das selbst erlebt hat, weiß genau, wovon ich rede; für alle anderen ist dieser Schutzmechanismus schwer nachvollziehbar. Ich habe mich für die Entspannung entschieden."

Ein neues Leben auf Mallorca

Jenny Jürgens ist seit Mai 2015 mit dem spanischen Regisseur David Carreras Solé verheiratet. Das Paar lernte sich bei Dreharbeiten kennen und lebt gemeinsam auf Mallorca.

Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress


Zwischen Mitte 30 und Mitte 40 stellte Jenny Jürgens ihr Leben komplett um. Gemeinsam mit ihrem Mann David Carreras Solé zog sie nach Mallorca - weg vom Medienrummel, hin zu einem Alltag, der ihr guttut. "Mein Glück ziehe ich in erster Linie aus meinem Privatleben, nicht aus der Karriere", sagt sie.

Statt Drehplänen bestimmen heute Tiere und Natur ihren Tages-Rhythmus: "Ich liebe die Natur, das Leben mit den Tieren, unseren Eseln, Hühnern und Hunden auf unserer Finca auf Mallorca - da stehe ich schon um sechs Uhr morgens im Stall." Ganz verschwunden sei eine gewisse innere Unruhe zwar nie, räumt sie ein, doch: "Eine gewisse Grundnervosität blitzt zwar immer mal wieder auf, aber damit kann ich heute umgehen."

Früher Start, ehrlicher Blick zurück

Dass sie überhaupt Schauspielerin wurde, sieht Jürgens heute mit großer Ehrlichkeit. Bereits mit 15 Jahren stand sie erstmals vor der Kamera - auch dank ihres prominenten Nachnamens. "Ohne den Namen Jürgens hätte ich vermutlich nie meinen ersten Film gedreht."

Ich war keine große Schauspielerin - ich war jung, hübsch und hatte den Namen Jürgens. Das reichte für Fernsehrollen.

Jenny Jürgens

Entsprechend groß ist ihr Verständnis für Kolleginnen und Kollegen, die sich mühsam durch Ausbildung und Theaterarbeit kämpfen: "Ich verstehe jeden Schauspieler, der sich durch die Schauspielschule und Theaterabende quält und sich dann denkt: 'Na toll, schau dir das an.'"

Heute blickt Jenny Jürgens ohne Wehmut zurück - und mit umso mehr Zufriedenheit nach vorn. Bühne und Kamera haben für sie ausgedient. Ruhe, Natur und Selbstbestimmung haben gewonnen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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