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"Es ist beschämend"

Ex-"Tatort"-Star Bernd Michael Lade musste Hartz IV beantragen

Veröffentlicht:

von Lars-Ole Grap

Der ehemalige "Tatort"-Star Bernd Michael Lade blickt auf eine bewegte Karriere zurück.

Bild: picture alliance / dpa | Kirsten Nijhof


Bernd Michael Lade feierte als "Tatort"-Kommissar große Erfolge. Jahre nach seinem Aus spricht der Schauspieler offen über fehlende Rollen, finanzielle Engpässe und seinen beruflichen Neuanfang.

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Bernd Michael Lade: Vom DDR-Punk zum "Tatort"-Star

Bernd Michael Lades Karriere begann nicht als Schauspieler, sondern als Musiker. Mit 15 Jahren gründete er mit Schulfreunden eine der ersten Punkbands der DDR, die sich provokativ "Antifaschistischer Schutzwall" nannte - eine Anspielung auf die offizielle DDR-Bezeichnung der Berliner Mauer. Später spielte er auch in den Bands "Planlos" und "Exzess"; wegen seiner Teilnahme an regimekritischen Veranstaltungen wurde er laut Munzinger-Archiv wiederholt von der Stasi verwarnt. Erst nach einer Ausbildung zum Baufacharbeiter begann er sein Schauspielstudium an der renommierten Ost-Berliner Hochschule "Ernst Busch", nach der Wende absolvierte er zusätzlich ein Regiestudium.

Den Durchbruch schaffte Lade 1991 als tollpatschiger Dorfpolizist in Detlev Bucks Filmkomödie "Karniggels". Ein Jahr später übernahm er die Rolle des Kommissars Kain im "Tatort" und spielte an der Seite von Peter Sodann, der den Ermittler Bruno Ehrlicher verkörperte. 2007 wurde das Ermittlerduo vom Sender unfreiwillig in den Ruhestand geschickt.

Lade selbst führte dies im Gespräch mit der "Welt" auf Sodanns Kandidatur für die Linkspartei zurück: Man sei "rausgemobbt" worden. Er gab die Schauspielerei zwar nicht auf, ein durchgehendes Engagement fand er jedoch nicht mehr. Wie prekär sich das auswirkte, schilderte er 2023 im Interview mit der "Welt".

"Nur Peanuts": "Tatort"-Star Bernd Michael Lade über geringe Honorare und fehlende Engagements

Der Gang zum Amt traf Bernd Michael Lade unvorbereitet. "Wie soll ich mich gefühlt haben? Wie der letzte A****." Seit Jahren bleiben Rollenangebote aus. Eine schlüssige Erklärung dafür hat er nicht, nur einen Erklärungsversuch: "Vermutlich bin ich zu streitbar, zu kritisch, zu offenherzig, wobei es mir immer um Konstruktivität geht."

Auch die Wiederholungs-Honorare für seine "Tatort"-Folgen, von denen nach eigener Aussage allein in den vergangenen drei Jahren vor dem Interview mehr als tausend ausgestrahlt worden seien, fallen nach seiner Darstellung gering aus.

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Wir bekommen im Gegensatz zu dem, was die Leute auf der Straße denken, keine Millionen, sondern nur Peanuts. Es ist beschämend.

Bernd Michael Lade

Sein Erspartes habe er wiederholt in eigene Filmprojekte gesteckt, statt es zurückzulegen. Dazu zählt auch "Der Zeuge", bei dem er 2023 Regie führte, das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle übernahm - ein Film, in den nach seinen Angaben seine letzten finanziellen Reserven geflossen seien. Zuvor hatte er bereits 2015 mit "Das Geständnis" seine dritte Spielfilmregie realisiert, die von der Arbeit der Ostberliner Morduntersuchungskommission zwischen Juni 1988 und März 1990 erzählt.

Trotz der finanziellen Zwangslage kündigt Lade im Interview einen beruflichen Neuanfang an: Er wolle am Filmgymnasium in Babelsberg angehende Filmschauspieler unterrichten - ein Schritt, den er als Erfüllung eines lang gehegten Traums bezeichnete. Zugleich schloss er eine Rückkehr vor die Kamera nicht aus: Sollte sich ein passendes Rollenangebot ergeben, das sich mit seiner Lehrtätigkeit vereinbaren lasse, würde er nicht ablehnen.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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