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Anfänge am Theater

So sah "Tatort"-Star Martin Wuttke vor über 30 Jahren aus

Veröffentlicht:

von Lars-Ole Grap

Martin Wuttke bei den Filmfestspielen von Venedig 2025.

Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress | Dave Bedrosian


Martin Wuttke kennt man als Andreas Keppler aus dem "Tatort", als Heymann aus "Babylon Berlin" oder als Adolf Hitler in "Inglourious Basterds". Seine Karriere beginnt allerdings lange vor diesen Rollen auf der Theaterbühne.

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Martin Wuttke: Vom Arturo Ui zum "Tatort"-Kommissar Andreas Keppler

1995 steht Martin Wuttke als Arturo Ui auf der Bühne des Berliner Ensembles. Heiner Müller inszeniert Bertolt Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui", Wuttke ist 33 Jahre alt und übernimmt die Titelrolle. Für seine Darstellung erhält er noch im selben Jahr den Gertrud-Eysoldt-Ring, zudem wählt ihn "Theater heute" zum Schauspieler des Jahres.

Der Weg dorthin führt über Bochum, Frankfurt und Hamburg. Nach seiner Ausbildung in Bochum beginnt Wuttke 1985 am Schauspiel Frankfurt, wo er unter anderem Hamlet spielt. Es folgen Engagements in Hamburg und am Berliner Ensemble. Die Zusammenarbeit mit Heiner Müller wird zu einem wichtigen Kapitel seiner Theaterlaufbahn: 2003 wird er ein zweites Mal von "Theater heute" zum Schauspieler des Jahres gewählt.

Auch nach seiner Zeit auf der Bühne des Berliner Ensembles übernimmt Martin Wuttke dort Verantwortung: Nach Heiner Müllers Tod im Dezember 1995 führt er das Haus für acht Monate als Intendant. Ende der 1990er-Jahre verschiebt sich sein Schwerpunkt an die Berliner Volksbühne. Unter Frank Castorf spielt er unter anderem in "Der Idiot" und "Schuld und Sühne"; daneben arbeitet er mit Christoph Marthaler und Christoph Schlingensief.

Das Kino spielt zu dieser Zeit noch eine Nebenrolle. Zwar übernimmt der Schauspieler seit den 1990er-Jahren immer wieder Rollen, sein Schwerpunkt liegt zu dieser Zeit aber weiterhin auf dem Theater. Das ändert sich mit dem Fernsehen: 2008 ist er in der 700. "Tatort"-Folge "Todesstrafe" erstmals als Leipziger Kommissar Andreas Keppler zu sehen. An der Seite von Simone Thomalla ermittelt er bis 2015 in 21 Fällen.

Martin Wuttke 1995 als Arturo Ui in Heiner Müllers Inszenierung am Berliner Ensemble.

Bild: picture-alliance / ZB | Bernd Settnik


Im Clip: Diese "Tatort"-Kommissare mussten in der Krimi-Serie sterben

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Martin Wuttke: Vom "Tatort"-Kommissar zu Tarantinos "Inglourious Basterds"

Als Andreas Keppler wird Martin Wuttke einem großen Fernsehpublikum bekannt. Parallel bleibt das Theater ein wichtiger Teil seiner Arbeit: 2009 wird er Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, 2010 erhält er den Nestroy-Theaterpreis, ein Jahr später den Deutschen Theaterpreis "Der Faust".

2009 spielt er außerdem eine Rolle, die international für viel Aufmerksamkeit sorgt: Quentin Tarantino besetzt in in "Inglourious Basterds" als Adolf Hitler. Es folgen Auftritte in internationalen Produktionen wie "Wer ist Hanna?", "Cloud Atlas" und "A Most Wanted Man". In "Cloud Atlas" übernimmt er gleich mehrere Rollen - ein Format, das ihm Gelegenheit gibt, seine Wandlungsfähigkeit besonders auszuspielen.

Auch im deutschen Film und Fernsehen verkörpert der Schauspieler immer wieder sehr unterschiedliche Figuren. 2013 stellt er Joseph Goebbels in "George" dar, später ist er als Heymann in "Babylon Berlin" zu sehen. Für "Glück ist was für Weicheier" wird Martin Wuttke 2019 für den Deutschen Filmpreis als bester Nebendarsteller nominiert. Nach seinem Abschied als Kommissar Andreas Keppler kehrt der Darsteller noch zweimal zum "Tatort" zurück: 2022 als Psychotherapeut Adrian Goser in "Leben Tod Ekstase" und 2023 als Dr. Wimmer in "Murot und das Paradies".

Streame "Inglourious Basterds" mit Martin Wuttke jetzt auf Joyn

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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