Missbrauchsopfer, Borderlinerin, Prepperin
"Tatort"-Verdächtige Katharina Schüttler: Ist ihr Leben so extrem wie ihre Rollen?
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von teleschauKatharina Schüttler im neuen Kölner "Tatort": In "Die letzten Menschen von Köln" spielt sie die Schwester des Mordopfers. Bei einem Prepper-Workshop gerät sie dann selbst in Gefahr.
Bild: WDR/BAVARIA FICTION/Thomas Kost
Sie spielt gerne extreme Rollen, die sie komplett herausfordern: Katharina Schüttler stand mit elf Jahren erstmals vor der Kamera. Lampenfieber kennt sie nur im Privatleben. Die Wahl-Berlinerin im Porträt.
Ausnahmezustand in Köln: Eine Weltkriegsbombe muss entschärft werden. Derweil müssen Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) den Mord an einem jungen Berufsschullehrer aufklären. Linus Makris wurde mit einem Jagdmesser erstochen.
Die Ermittlungen führen zu Elara Schmidtke (Katharina Schüttler), der Schwester des Mordopfers. Die ist allerdings spurlos verschwunden. Offenbar nimmt sie an einem geheimen Prepper-Workshop des Überlebenstrainers Moritz Zechmann (Florian Stetter) teil. Während die Kommissare versuchen, Elara ausfindig zu machen, geraten die Teilnehmer:innen des Workshops zunehmend unter Stress.
"Die letzten Menschen von Köln" ist der 96. "Tatort" aus der Domstadt - und der fünfte, an dem Katharina Schüttler mitwirkt. Er läuft am 20. September im Ersten.
Katharina Schüttler: Die Schauspielerei liegt ihr im Blut
Der Weg der am 20. Oktober 1979 in Köln geborenen Darstellerin schien früh vorgezeichnet: Ihr Vater ist der Schauspieler, Regisseur und frühere Theaterintendant Hanfried Schüttler, ihre Mutter ist Theaterautorin. Da scheint es fast logisch, dass es auch Katharina zu Bühne und Bildschirm ziehen würde.
Tatsächlich stand sie bereits mit elf Jahren erstmals vor der Kamera. "Eigentlich ein Zufall", wie sie vor drei Jahren in der "B.Z." erzählte. "Ich hatte meinen Vater mal zur Künstlervermittlung begleitet, wo gefragt wurde, ob ein Foto von mir gemacht werden dürfe, weil immer wieder Kinder gesucht würden. Daraufhin wurde ich von einer Produktionsfirma zum Casting eingeladen." Der Rest ist Geschichte.
Dabei hatte sie in der Grundschule noch ganz andere Pläne. "Anwältin oder Tierärztin" lauteten ihre ersten Berufswünsche. Auch ihre Geschwister haben sich für andere Wege entschieden: Ihre Schwester arbeitet als Ethnologin, der Bruder ist Architekt. Doch bei Katharina Schüttler kam es anders: "Bei meinen ersten Dreharbeiten habe ich so Feuer gefangen, dass ich die Entscheidung, Schauspielerin zu werden, nie mehr hinterfragt habe."
Ihr erster "Tatort": Katharina Schüttler war 17
Nach dem Abitur studierte sie von 1999 bis 2003 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Ihr TV-Debüt hatte sie da schon längst hinter sich. Auch ihre erste "Tatort"-Rolle war bereits im Kasten: In der Kölner Episode "Bombenstimmung" war sie 1997 als Schülerin und mutmaßliches Vergewaltigungsopfer eines Lehrers zu sehen.
Ihr Frühstart war auch deshalb außergewöhnlich, weil Katharina Schüttler in dieser Phase fast noch kindlich wirkte. Die 1,61 Meter große Schauspielerin verriet im Januar 2025 in der Talkshow "3 nach 9", dass ihre Körpergröße für sie früher durchaus belastend war. In der dritten Klasse habe sie fremden Kindern in der Straßenbahn verzweifelt klarmachen müssen, "dass ich überhaupt schon in die Schule gehe". Auch Diskothekenbesuche seien bisweilen schwierig gewesen. Viele Freundinnen hätten mit 12 schon wie 16 ausgesehen, "und wenn man dann mit 18 noch aussieht wie zwölf, dann ist das irgendwie eine schlechte Kombination".
Katharina Schüttler liebt extreme Rollen
Das tat ihrer Karriere keinen Abbruch. Wie viel Power in ihr steckt, zeigte die Darstellerin auch auf der Theaterbühne. So war sie zum Beispiel von 2005 bis 2007 an der Berliner Schaubühne im Theaterstück "Zerbombt" zu sehen, wo sie an der Seite von Ulrich Mühe und Thomas Thieme die geistig zurückgebliebene Cate spielte.
Auch in Fernsehen und Kino war Katharina Schüttler in krassen Rollen zu sehen. Im "Polizeiruf 110: Fremde im Spiegel" spielte sie 2010 eine junge Polizeischülerin, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet und ihren eigenen Tod vortäuscht. Auch im mehrfach ausgezeichneten Kinofilm "Zeit der Kannibalen" beeindruckte sie 2014 die Kritiker:innen.
Privat mag sie es entspannt
So gerne sie in extreme Charaktere eintaucht: Privat sei sie ganz anders, betonte die Schauspielerin 2010 in der "Welt". "Ich kann mich sehr in Arbeit verlieren und alles um mich herum vergessen und dabei bis an die physischen Grenzen gehen. Aber ich bin kein Mensch, der volles Risiko lebt. Ich brauche Ruhepausen und Entspannung."
Katharina Schüttler lebt seit 2005 in Berlin. Mit ihrem Mann, dem Regisseur Till Franzen, hat sie zwei Töchter, die 2011 und 2016 zur Welt kamen. Das Paar kam übrigens mit einer kleinen Lügengeschichte zusammen, wie die Schauspielerin in "3 nach 9" gestand: "Wir sind uns immer wieder zufällig begegnet, eines Abends auch in einem Club in Berlin." Till Franzen musste dann gehen, weil er am nächsten Morgen mit seinen Eltern zum Frühstücken verabredet war - und sie hing sich einfach dran. Zusammen spielten sie seinen Eltern eine Beziehung vor, die bald darauf Wirklichkeit wurde.
Dass die beiden in derselben Branche arbeiten, empfindet sie als wohltuend, erklärte sie 2020 im "Luxemburger Wort": "Es ist wahnsinnig bereichernd, sich über die Arbeit auszutauschen." Außerdem seien beide mit dem Leben am Drehort vertraut. "Wenn man telefoniert, dann weiß man, dass der andere keine Sekunde länger Zeit hat, wenn er sagt: 'Oh, ich muss auflegen!' Man nimmt das dem Partner nicht krumm, weil man einfach weiß, wie so ein Drehtag abläuft."
"Tatort - Die letzten Menschen von Köln" läuft am Sonntag, dem 20. September, um 20:25 Uhr im ARD-Livestream auf Joyn. Der leicht verspätete Start hängt mit den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern zusammen.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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