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"Das ist meine Droge"

Trotz Unfall: Darum fährt "Tatort"-Star Wolfgang Fierek weiter Motorrad

Veröffentlicht:

von teleschau

Ein schwerer Unfall hinderte Wolfgang Fierek nicht daran, wieder aufs Motorrad zu steigen.

Bild: 2018 Getty Images/Hannes Magerstaedt


Im April 2003 hatte Wolfgang Fierek einen Motorradunfall. Fast wurde damals sein linkes Bein amputiert. Für den Schauspieler, der am 24. Mai im "Tatort" zu sehen ist, war dies jedoch kein Grund, seine Leidenschaft aufzugeben.

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Josef Gehrling (Wolfgang Fierek), der Präsident des Bavaria-Bundes, wird bei einem Gipfeltreffen bayerischer Produktköniginnen in einem Tagungshotel auf einem Dorf mit einem Bolzenschussgerät schwer verletzt. Bald stellt sich heraus: Der Funktionär hat seine Position für sexuelle Übergriffe genutzt. Das Münchener "Tatort"-Team um die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) stößt in der Episode "Königinnen" aus dem Jahr 2023 auf ein Netz aus Intrigen und Gaunereien.

"Der Gehrling ist nicht ganz unsympathisch", sagte Fierek über seine Rolle im Krimi, der am 24. Mai im Ersten läuft. In einem Interview mit dem Webformat "bayerische-kultserien.de" fügte er hinzu: "Auf der einen Seite ist er eine Drecksau, und auf der anderen Seite ein Mensch, bei dem es wie bei jedem heißt: Gelegenheit macht Diebe."

Chancen nutzen: Das war schon immer das Motto von Wolfgang Fierek

Zum Glück führt nicht jede Gelegenheit zu einer Straftat. Oft geht es einfach darum, Chancen zu nutzen. Und manchmal auch darum, dem einfachen Weg zu widerstehen und lieber sich selbst treu zu bleiben.

Dafür ist Wolfgang Fierek ein Paradebeispiel. Wenn sich im Leben des am 9. Dezember 1950 in Ottobrunn geborenen Darstellers Türen auftaten, dann ist er durchgegangen. So wurde der gelernte Feinmechaniker überhaupt zum Schauspieler. "Ein Freund von mir, mit dem ich damals nach der Bundeswehr zusammengewohnt habe, wollte unbedingt eine Rolle in Klaus Lemkes nächsten Film. Ich habe ihn da zum Casting gefahren. Und wer wurde genommen? Ich", erzählte er lachend gegenüber "bayerische-kultserien.de".

Verbiegen lassen wollte sich Wolfgang Fierek indes nie, wie er 2011 im Interview mit der Agentur teleschau betonte: "Ich werde im Leben nicht krampfhaft Hochdeutsch lernen, nur um eine bestimmte Rolle spielen zu können, die dann doch nicht zu mir passt."

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Von der Depression in die Dankbarkeit: Wolfgang Fiereks schwerer Weg nach seinem Unfall

Am 24. April 2003 wurde das Leben des Volksschauspielers jedoch wortwörtlich ausgebremst. Der begeisterte Harley-Davidson-Fahrer verunglückte mit seiner Maschine ohne eigenes Verschulden. Er war auf einer Landstraße gut 100 Kilometer südlich von Salzburg unterwegs, als ein entgegenkommender PKW nach einem missglückten Überholversuch einer anderen Autofahrerin mit ihm kollidierte.

Fierek zog sich mehrere Knochenbrüche zu. Es wurde sogar erwogen, sein linkes Bein zu amputieren. Seine Frau Djamila habe damals jedoch interveniert, wie der Schauspieler Ende 2025 in der "Bild"-Zeitung verriet. "Sie hat lautstark klargemacht: 'Sie schneiden nichts von ihm ab! Ich weiß, dass mein Mann wieder gesund wird!'", so der TV-Star. "Meine Frau hat mir damit mein Leben, das ich jetzt wieder habe, gerettet."

Dennoch folgten vorübergehende Arbeitsunfähigkeit sowie knapp fünf Jahre mit Existenzängsten und Depressionen für den Schauspieler, der dank Hauptrollen in Serien wie "Ein Bayer auf Rügen" (1993 bis 1997) und "Tierarzt Dr. Engel" (ab 1998) zum Kultstar aufgestiegen war. "Aber dann habe ich es eben wieder gespürt, das Lebensgefühl, dann hab ich meine Ärmel hochgekrempelt und gesagt: 'So, auf geht's! Machmer weiter!'", sagte er rückblickend im teleschau-Interview.

So sah Wolfgang Fierek früher aus: Sieh ihn vor über 30 Jahren im Stream auf Joyn

Nie wieder Motorradfahren? Kein Thema für Wolfgang Fierek

Bald wurde auch klar: Seine Liebe zur Harley war stärker als etwaige Ängste. Im teleschau-Interview betonte Fierek: "Wenn es nur den geringsten Anflug von Zweifel gegeben hätte, irgendwelche Ängste und Hemmungen - ich wäre nie wieder auf eine Maschine gestiegen und hätte mir sofort ein Cabriolet gekauft." Aber dem war nicht so. "Natur, Technik und Gefühl - das ist meine Droge. Solange ich mich sicher fühle, werde ich weiterfahren."

Der Volksschauspieler setzte sogar noch eins drauf: In den USA, wo er seit Jahren in Arizona einen zweiten Wohnsitz hat, bot er ab 2016 organisierte Roadtrips für Harley-Davidson-Fans an. 1987, verriet er gegenüber "ServusTV", sei er zum ersten Mal durch die Staaten gecruist, "damals von Los Angeles durch das Death Valley bis nach South Dakota". Diese Leidenschaft will er seitdem weitergeben.

Sein eigener Anspruch an seine Touren ist hoch, wie er gegenüber "bayerische-kultserien.de" erzählt. "Ich wollte immer, dass meine die besten sind!" Ihm sei wichtig, "dass die Leute, die bei mir mitgefahren sind, etwas zu erzählen haben und sagen: 'Das war der Hammer!'"

Und auch bei seiner Zweirad-Leidenschaft gilt: Verbiegen ist nicht drin. Wolfgang Fierek hatte vor Jahren ein lukratives Angebot von BMW, ein Motorrad der Marke zu promoten. "Ich meinte: 'Leute, ich kann das nicht.'" Er habe sich wahnsinnig geehrt gefühlt, versicherte er im Gespräch mit "bayerische-kultserien.de", "weil BMW eines der besten Motorräder der Welt ist, wenn nicht sogar das beste. Aber das war einfach nicht ich."


Auch dem Fernsehen bleibt Wolfgang Fierek treu

Der Unfall habe ihn gelehrt, noch mehr im Hier und Jetzt zu sein, sagte er 2011 gegenüber der Agentur teleschau. "Ich will Harley fahren und ich will weiter arbeiten. Ich kann kreativ bleiben, bis ich sterbe. Und genau das habe ich auch vor."

Daran hat sich auch 15 Jahre später nichts geändert. Zuletzt war Wolfgang Fierek im April 2026 in einer Nebenrolle als Klosterverwalter Nino Roberti in der "Lena Lorenz"-Episode "Klosterbaby" zu sehen.

"Tatort - Königinnen" siehst du am Sonntag, 24. Mai, um 20:15 Uhr im ARD-Livestream auf Joyn.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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