Düsteres Kapitel
Vor dem "Tatort"-Aus: Adele Neuhauser spricht offen über ihre Depression
Aktualisiert:
von Julia W.Adele Neuhauser litt in ihrer Jugend unter Depression.
Bild: Imago Images / Klaus W. Schmidt
Noch in diesem Jahr müssen "Tatort"-Fans von Adele Neuhauser als TV-Kommissarin Abschied nehmen. Bevor es so weit ist, war die österreichische Schauspielerin jedoch im "Kölner Treff" zu Gast – und sprach ungewöhnlich offen über ein düsteres Kapitel ihrer Vergangenheit.
Noch-"Tatort"-Kommissarin Adele Neuhauser hat in der WDR-Talkshow "Kölner Treff" am Freitag eindringlich über psychische Krisen in ihrer Jugend gesprochen. "Ich habe da eine ziemliche Depression ausgefasst damals", sagte die 67-Jährige rückblickend über ihre Kindheit.
Neuhausers Appell: "Holt euch Hilfe"
Es habe viele schöne Momente gegeben – doch dann hätten sich ihre Eltern getrennt. Lange habe sie geglaubt, die Schuld am Auseinanderbrechen der Familie zu haben. "Ich war von Anfang an ein sehr theatralisches Wesen und habe alles etwas überzeichnet, und so auch meine Depression, die dann in sechs Suizidversuche mündete", sagte die 67-Jährige im "Kölner Treff". "Wobei nicht alle ernst gemeint waren."
Hilfe habe sie sich damals nicht geholt – dazu habe ihr der Mut gefehlt. Deshalb appelliert die Schauspielerin an alle, die sich heute in einer ähnlichen Situation befinden: "Seid mutig und holt euch Hilfe. Der Mut, Hand an sich zu legen, ist furchtbar."
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ZDF zeigt Zweiteiler mit Adele Neuhauser
Im Herbst 2026 müssen "Tatort"-Fans von Adele Neuhauser in ihrer Rolle als Bibi Fellner Abschied nehmen. Sie und ihr Kompagnon Harald Krassnitzer (in der Rolle des Moritz Eisner) verlassen die Krimi-Reihe. Ganz von der Bildfläche werden die beiden Schauspieler jedoch nicht verschwinden.
Am Montag zeigt das ZDF den Zweiteiler "Mama ist die Best(i)e" mit Neuhauser in der Hauptrolle. Teil 1 läuft um 20:15 Uhr, nach dem "heute journal" geht es dann um 22:15 Uhr mit Teil 2 weiter.
Darin verkörpert Neuhauser eine wohlhabende Frau, die nach zehn Jahren Haft auf Rache sinnt. Ihre Figur beschreibt sie selbst als "eine verrückte, etwas überkandidelte, unsympathische, shoppingsüchtige Society-Nudel". Die Rolle habe sie besonders gereizt, weil sie die Entwicklung einer Figur über einen längeren Zeitraum erzähle.
Unfall verhinderte beinahe ihre Rolle
Beinahe hätte Neuhauser die Produktion allerdings absagen müssen: Während der Dreharbeiten zum TV-Film "Ungeschminkt" stürzte sie schwer mit dem Fahrrad und zog sich einen Schulterbruch zu. Statt die Rolle an eine andere Schauspielerin zu geben, wartete das Team von "Mama ist die Best(i)e" ihre Genesung ab und verschob den Drehbeginn.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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