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Es hagelte Absagen

"Für eine Nacht ... und immer?"-Star Juliane Köhler: So wurde sie berühmt

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von teleschau

Juliane Köhler als Wissenschaftlerin Eva: Die Mittvierzigerin lernt im TV-Drama "Für eine Nacht ... und immer?" den jungen Pokerspieler Tom (Marc Benjamin) kennen und lieben.

Bild: ARD Degeto / Hendrik Heiden


Sie wirkte in oscarprämierten Spielfilmen mit, hat selbst schon einige Preise abgeräumt und ist eine etablierte Theaterdarstellerin. Kaum zu glauben, dass es zu Beginn ihrer Laufbahn für Juliane Köhler Absagen hagelte. Die gebürtige Göttingerin im Porträt.

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"Du hast mir nie erzählt, dass der Freund deiner Tochter so ein Schnittchen ist. Wäre ich noch ein bisschen jünger, wäre das genau mein Typ." Mit Aussagen wie dieser ihrer deutlich jüngeren Kollegin muss die Wissenschaftlerin Dr. Eva Schumacher (Juliane Köhler) im Film "Für eine Nacht ... und immer?" klarkommen. Denn die Mittvierzigerin hat sich in den 21 Jahre jüngeren Pokerspieler Tom (Marc Benjamin) verliebt. Das versucht sie zunächst noch zu verheimlichen - und stellt ihren Lover ihrem Umfeld als potenziellen Schwiegersohn vor.

Doch bald bröckelt die Fassade. Und nicht nur ihr Vorgesetzter und bisheriger Partner Hajo (Dominic Raacke) ist fassungslos. Auch Evas erwachsene Tochter, die alleinerziehende Leonie (Alice Dwyer), ist entgeistert. Ist die Liebe des ungleichen Paares zum Scheitern verurteilt? Das Erste zeigt "Für eine Nacht ... und immer?" am 11. Juni um 0.15 Uhr im Nachtprogramm.

Juliane Köhler will "von Rolle zu Rolle am liebsten nicht mehr erkennbar sein"

Juliane Köhler hat nicht nur in mehr als 60 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Sie ist auch seit 1989 eine feste Größe auf den deutschen Theaterbühnen. Ihr Ziel: jede Rolle mit Wahrhaftigkeit zu füllen. "Ich will von Rolle zu Rolle am liebsten nicht mehr erkennbar sein", zitiert sie die Plattform "Fembio.org".

Dass es die heute 60-Jährige so weit bringen würde, war vor gut 40 Jahren noch schwer abzusehen. "Ich war extrem schüchtern", erinnerte sie sich 2024 in der "NDR Talkshow" an ihre Kindheit in Göttingen und Kassel. Ihre Eltern, eine Grundschullehrerin und ein Betreiber eines Marionettentheaters, seien zudem emotional sehr zurückhaltend gewesen. "Es gab eigentlich keine Umarmungen", erzählte sie. Ihre Eltern seien beide Kriegskinder und "nicht besonders empathisch" mit ihr und ihren Geschwistern umgegangen.

Ganz anders ihre Schulzeit in der Waldorfschule in Kassel, in der sie schließlich auch ihr Abitur machte. "Man wird dort als ganzes Kind so genommen und akzeptiert, wie man ist", betonte Köhler in der "NDR Talkshow". Das sei für sie wahnsinnig wichtig gewesen. In dieser Zeit begann sie auch als Jugendliche mit Straßentheater. Viel wurde improvisiert. "Von jetzt auf gleich" wurden in Fußgängerzonen oder Geschäften irrsinnige Szenen performt. "Wir haben uns dann wahnsinnig gefreut, dass die Leute völlig schockiert waren."

Neun Aufnahmeprüfungen, neun Absagen

Nach der Schule besuchte Juliane Köhler zwei Jahre lang das private Schauspielstudio Gmelin in München. Doch mit einer Ausbildung in Deutschland wurde es nichts. "Denn in Deutschland wurde ich von keiner Schauspielschule aufgenommen." Neun Aufnahmeprüfungen habe sie gemacht, kein einziges Mal mit Erfolg.

Die ambitionierte Darstellerin wollte schließlich nach New York gehen, um bei der ebenfalls in Göttingen geborenen Lehrerin Uta Hagen Schauspiel zu lernen. "Kommt überhaupt nicht infrage", habe ihre Mutter gesagt. Doch Juliane Köhler setzte sich durch. Zum Glück hatte sie einen Freund, der Uta Hagen kannte, so durfte sie direkt bei der renommierten Lehrerin vorsprechen. "Sie sagte: 'Du kommst in meinen Unterricht, das ist genau richtig.'"

Sie schlug sich in der teuren Stadt durch, indem sie Deutsch unterrichtete. Und kam bei einer Familie unter, mit der sie heute noch Kontakt hat. "Ich glaube, ich habe unheimlich viel Glück gehabt in meinem Leben", resümierte sie.

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Der "Tatort" im ORF 2 sonntags um 20:15 Uhr


Nach 70 Versuchen ab in die Theaterwelt

Kaum zu glauben: Auch im Anschluss an diese Ausbildung blieb es schwierig für Juliane Köhler. Zurück in Deutschland bewarb sie sich bei 70 Theatern. "Und ich bekam 70 Ablehnungen. Wenn ich das damals nicht ausgeblendet hätte, würde ich heute wahrscheinlich etwas anderes machen", so die Schauspielerin laut "Fembio.org".

Zum Glück ließ sich Köhler auch davon nicht beirren. 1989 fand sie am Niedersächsischen Staatstheater Hannover schließlich ein Engagement. Zahlreiche Rollen sollten folgen, etwa am Bayerischen Staatsschauspiel oder am Münchner Residenztheater. Es sollte nicht lange dauern, da winkten auch die ersten TV- und Kinorollen.

Herausragende Rollen in "Aimée & Jaguar", "Nirgendwo in Afrika" und "Zwei Leben"

In dem für einen Golden Globe nominierten Kinofilm "Aimée & Jaguar" spielte Juliane Köhler 1999 eine verheiratete Frau im Dritten Reich, die sich in eine Jüdin verliebt. Gut zwei Jahre später war sie an einem oscarprämierten Werk beteiligt. In "Nirgendwo in Afrika" spielt sie eine jüdische Frau, die mit ihrer Familie nach Kenia auswandert. Es wurde bei den Academy Awards 2003 als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet.

Neben mehr als zehn Einsätzen in diversen "Tatort"-Produktionen verkörperte Juliane Köhler weiter herausfordernde Rollen aus der deutschen Vergangenheit. Etwa als Adolf Hitlers Partnerin Eva Braun im oscarnominierten Kinofilm "Der Untergang" (2004). In dem besonders ambitionierten Projekt "Zwei Leben" (2012) spielte sie Katrine Evensen Myrdal, die in den 1970er-Jahren als DDR-Spionin nach Norwegen kam: Mit der fiktiven Identität eines von den Nazis im Zweiten Weltkrieg entführten Kindes. "Zehn Jahre wollte uns niemand Geld geben. Stasi UND Nazis in einem Film: Viele haben nur gelacht", verriet Köhler damals der "Bild"-Zeitung. Für die Rolle hatte sie zudem ein Jahr lang Norwegisch gelernt.

Dass Juliane Köhler auch "lustig" kann, bewies sie unter anderem als Oberhebamme Dr. Evi Höllriegl in neun Folgen der Serie "Toni, männlich, Hebamme" von 2019 bis 2024.

Juliane Köhler ist seit mehr als 25 Jahren verheiratet

Während sie in "Für eine Nacht ... und immer?" noch auf der Suche nach der großen Liebe ist, hat die Schauspielerin privat ihren Partner längst gefunden: Seit mehr als 25 Jahren ist sie mit dem freischaffenden Künstler Michael Rösch verheiratet. Sie haben zwei erwachsene Töchter, Fanny-Viktoria und Jette. Das Paar lebt in München und hat zudem ein Haus in Griechenland. Genauer gesagt in Arkadien, einem Landstrich im Zentrum der Halbinsel Peloponnes. "Wir haben uns da vor ein paar Jahren eine alte Ruine gekauft", erzählte sie 2024 in der "NDR Talkshow". Es sei eine ganz schlichte Gegend, und genau deshalb so ideal zum Runterkommen.

"Für eine Nacht ... und immer?" läuft am Donnerstag, dem 11. Juni um 00:15 Uhr im Ersten. Zur selben Zeit ist der Film von 2015 im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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