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Sie hatte Angst

"Meeresleuchten"-Star Sibel Kekilli: So erlebte sie Gewalt in der Familie

Veröffentlicht:

von teleschau

Sibel Kekilli: Deutsche Schauspielerin seit mehr als 20 Jahren.

Bild: IMAGO/dts Nachrichtenagentur


Sie wurde auf der Straße entdeckt. Mit dem Film "Gegen die Wand" wurde sie 2004 fast über Nacht berühmt. Und über ihre schwierige Kindheit hat Sibel Kekilli lange geschwiegen. Ein Blick auf das Leben des Kino- und Fernsehstars aus Heilbronn.

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Das Leben des Geschäftsmanns Thomas Wintersperger (Ulrich Tukur) und seiner Frau Sonja (Ursina Lardi) gerät aus den Fugen, als ihre Tochter bei einem Flugzeugabsturz stirbt. Während Sonja versucht, Haus und Firma am Laufen zu halten, quartiert sich Thomas an der Ostsee in der Nähe der Absturzstelle ein und steigt aus seinem bisherigen Dasein aus. Im Örtchen Maalsund freundet er sich mit den Einheimischen an und übernimmt einen kleinen Krämerladen.

Zu den Stammgästen zählt die etwas schrullige Rena (Carmen-Maja Antoni), deren Enkelin Nina (Sibel Kekilli) eine erfolgreiche Ballett-Tänzerin ist. Als Nina mal wieder zu Besuch ist, wird es turbulent im Küstenörtchen. Gelingt es Thomas mithilfe der Künstlerin, seine verstorbene Tochter gehen zu lassen?

Als international gefeierte Tänzerin brilliert Sibel Kekilli in "Meeresleuchten" nicht nur mit grazilen Bewegungen, sondern auch mit Herzlichkeit und nachdenklicher Offenheit.

Sibel Kekilli startete mit "Gegen die Wand" durch

Gleich ihre erste Kinorolle im Film "Gegen die Wand" im Jahr 2004 war für Sibel Kekilli ein Volltreffer: Als junge Türkin Sibel Güner, die eine Scheinehe mit einem Landsmann eingeht, um den Moralvorstellungen ihrer Eltern zu entsprechen, wurde sie über Nacht zum Star. Und räumte mehrere Auszeichnungen ab, darunter den Deutschen Filmpreis.

Von da an war die Darstellerin immer wieder in hochkarätigen Rollen zu sehen, etwa 2006 als Jüdin Ruth Zilberman auf dem Weg nach Auschwitz im Film "Der letzte Zug". Von 2010 bis 2017 verkörperte sie die Kieler "Tatort"-Kommissarin Sarah Brandt. Und in der weltweit bekannten Serie "Game of Thrones" hatte sie von 2011 bis 2014 den Part der Kämpferin Shae.

Sibel Kekilli: "Ich sollte kein Abitur machen"

Sibel Kekilli kam am 16. Juni 1980 in Heilbronn zur Welt. Ihre Eltern waren 1977 aus einem türkischen Bergdorf nach Deutschland gekommen. Ihr Vater, ein Arbeiter, und ihre Mutter, die als Reinigungskraft arbeitete, seien "relativ moderne muslimische Eltern", so die Schauspielerin 2004 in einem Interview mit dem "Focus". Dennoch hätten sie enormen Druck ausgeübt. "Ich sollte kein Abitur machen", erinnerte sie sich.

Nach der mittleren Reife absolvierte sie eine Ausbildung zur Verwaltungsangestellten bei der Stadt Heilbronn. Ihre Eltern wären "wahrscheinlich ganz froh", wenn sie dort immer noch arbeiten würde - "vielleicht verheiratet mit einem türkischen Mann", sagte Sibel Kekilli 2004 in der FAZ. Doch Heilbronn wurde ihr bald "irgendwie zu spießig, zu klein". So kündigte sie 2002 ihren Job und zog nach Essen.

Sie nahm Unterricht an der Schauspielschule in Bochum und schlug sich mit den verschiedensten Jobs durch. "Ich habe zum Beispiel Obst und Gemüse verkauft, gekellnert, als Türsteherin gearbeitet, ich war sogar mal für einen Monat Geschäftsführerin eines Nachtclubs", verriet sie im FAZ-Interview. Dass sie für "Gegen die Wand" entdeckt wurde, war eher Zufall. "Eines Tages wurde ich zufällig beim Einkaufen angesprochen, ob ich vorsprechen würde für die Hauptrolle im neuen Film von Fatih Akin."

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Die Schauspielerei als Zufluchtsort? Sibel Kekilli spricht heute über Gewalt in ihrer Familie

In einem Interview mit der "Zeit" berichtete Sibel Kekilli im Juni 2026 erstmals konkret von den Geschehnissen in ihrer Verwandtschaft. "Es gab psychische Gewalt und physische Gewalt. Das war Teil der Erziehung", sagte die Schauspielerin. Ihre Großcousine sei als junges Mädchen "im Kreis verprügelt worden, weil sie einen Freund hatte. Sie hat vor Schmerzen geschrien."

Auch sie selbst habe Gewalt erlebt. Mit 18 Jahren hatte die Schauspielerin einen deutschen Freund. Als ihre Eltern davon erfuhren, hätten sie ihr Leben noch mehr kontrolliert, so Sibel Kekilli. "Ich hatte Angst, in die Türkei verschleppt zu werden. Damals hatte ich noch keinen deutschen Pass, mein türkischer war immer zu Hause versteckt." Man könne als Opfer psychischer Gewalt auch "nicht einfach mit 18 durch die Tür gehen und sagen: Tschüss! Du bist im Kopf gefangen, du bist nicht frei!"

Auch aufgrund ihrer Erfahrungen engagiert sich die Darstellerin seit Jahren für Frauenrechte, unter anderem in der Organisation "Terre des Femmes". Mit ihrer Familie habe sie heute kaum Kontakt.

Privates Happy End: Sibel Kekilli ist seit Mai 2026 verheiratet

Inzwischen hat Sibel Kekilli auch ihre eigene Familie. Im Mai dieses Jahres heiratete sie ihren langjährigen Freund Andreas Dauerer. Den Fotografen, der inzwischen auch ihr Manager ist, hält die Schauspielerin bewusst aus ihrem öffentlichen Leben heraus. So postete sie auf Instagram zum Anlass der Trauung Bilder von sich im Hochzeitskleid in einem Kinosaal. Und schrieb dazu scherzhaft: "Verheiratet mit mir selbst."

Mehr als 40.000 Likes hat der Post des Kinostars mittlerweile. Ihre Fans freuen sich mit Sibel Kekilli, die mit ihrem Mann in Hamburg-Altona lebt.

"Meeresleuchten" wird am Mittwoch, 8. Juli, um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Zum selben Zeitpunkt ist der Film aus dem Jahr 2021 im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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