Jeder Film ein neuer Beruf

Jason Statham: Der Benjamin Blümchen des Actionkinos?

Aktualisiert:

von Antje Wessels

Antje Wessels weiß, warum Jason Statham so viel mit Benjamin Blümchen gemein hat.

Bild: KI-generiert mithilfe von GPT Image, Adobe Stock, Privat


Ob Fahrer, Killer oder Cop - die Figuren von Jason Statham folgen oft einem klaren Muster, das sich von Film zu Film neu variiert. Hinter der scheinbaren Abwechslung steckt ein Prinzip, dass Filmkritikerin Antje Wessels direkt an die Hörspielfigur Benjamin Blümchen denken lässt.

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Kaum ein Actionstar steht so sehr für verlässliche Actionkost wie Jason Statham. Seit den frühen Zweitausendern hat sich der Brite mit Filmen wie "The Transporter", "Crank" oder "The Mechanic" ein klares Image aufgebaut: wortkarg, effizient und physisch überaus schlag- und schussfertig. Seine Figuren sind selten komplex angelegt. Dafür umso entschlossener in ihrem Handeln. Doch bei genauerem Hinsehen fällt ein wiederkehrendes Muster auf: Statham scheint in nahezu jedem Film eine neue Rolle bzw. einen neuen Beruf einzunehmen. Ist er gar so etwas wie der "Benjamin Blümchen des Actionkinos"?

Erlebe Jason Statham als schusssicheren Mechaniker

Jason Statham: Ein Mann für (fast) jeden Job

Ein zentrales Merkmal vieler Jason-Statham-Filme ist die klare Definition seiner Figuren über ihren Beruf. Ob als Fahrer, Bodyguard, Mechaniker, Bauarbeiter oder sogar Imker: Seine Rollen sind meist eng an eine bestimmte Tätigkeit gebunden, die zugleich den Rahmen für die Handlung liefert. In "The Transporter" verkörpert er einen Fahrer, der sich strikt an seine eigenen Regeln hält. In "The Mechanic" ist er ein Auftragskiller mit Präzision und System. Und in „The Beekeeper“… nun ja, ich glaube, ihr habt das Prinzip verstanden.

Diese starke berufliche Verortung hat einen entscheidenden Vorteil: Sie macht die Figuren schnell greifbar. Innerhalb weniger Minuten ist klar, wer dieser Mensch ist, was er kann und in welcher Welt er sich bewegt.

Gerade im Actionkino, das oft auf Tempo und klare Konflikte setzt, ist diese Effizienz ein wichtiges erzählerisches Mittel. Gleichzeitig erlaubt das Konzept, Statham immer wieder in neue Szenarien zu versetzen, ohne sein grundsätzliches Image zu verändern.


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Das Prinzip Benjamin Blümchen

Der Vergleich mit Benjamin Blümchen mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, folgt aber einer ähnlichen Logik. In den bekannten Hörspielen übernimmt die Titelfigur in jeder Folge eine neue Rolle - mal als Bauarbeiter, mal als Postbote, mal als Polizist. Die jeweilige Tätigkeit bestimmt dabei den Ablauf der Geschichte und sorgt für Abwechslung innerhalb eines vertrauten Rahmens.

Ein vergleichbares Prinzip lässt sich auch bei Statham beobachten. Seine Figuren sind zwar keine vollständig unterschiedlichen Charaktere, sondern Variationen eines bekannten Typs, doch ihr jeweiliger "Job" definiert Setting, Konflikt und Inszenierung. Mal geht es um illegale Transporte, mal um professionelle Auftragsmorde, mal um den Kampf gegen ein übermächtiges System. Der Kern bleibt dabei stets ähnlich: ein kompetenter Einzelgänger, der sich durchsetzt. Die Filme funktionieren damit nach einem Baukastenprinzip, das sowohl Vertrautheit als auch Abwechslung bietet.

Jason Stathams Hörspiel-Vorbild?

Benjamin Blümchen war in seiner langen Karriere als Hörspiel-Elefant unter anderem schon als Bäcker, Förster, Kinderarzt und Müllmann unterwegs.

Bild: IMAGO/United Archives


Genre, Körper und Marke

Hinzu kommt, dass Statham als Darsteller selbst zu einer Art Marke geworden ist. Wer einen "Statham-Film" anmacht, weiß genau, was er bekommt: körperlichen Einsatz, klar choreografierten Kämpfe und das alles ohne Augenzwinkern. Seine starke Präsenz und wenige digitale Effekte lassen die Filme bodenständig wirken.

Der "Beruf" seiner Figuren ist dabei oft eng mit seinem Körper verbunden. Als Fahrer kontrolliert er Geschwindigkeit und Bewegung, als Auftragskiller geht es um Präzision und Timing, als Handwerker oder Mechaniker kann er auf die dafür benötigte Technik und das Material zurückgreifen, während er als Imker immer wieder Bienenmetaphern hinausposaunt.

...oder als Teil der "Fast & Furious"-Gang?

Der Actionheld als Allrounder

Viele Filme mit Jason Statham folgen also einem klaren Prinzip mit wiederkehrenden Mustern. Oft gerät seine Figur in Konflikt mit einem übermächtigen System, wird mit Verrat oder persönlichen Motiven konfrontiert und muss ihre eigenen Regeln hinterfragen. Diese Elemente tauchen in unterschiedlichen Varianten immer wieder auf, ohne gleich zu wirken. Genau darin liegt die Stärke: Die Wiederholung sorgt für Vertrautheit, während neue Settings, "Berufe" und Konflikte genug Abwechslung bieten. "Statham-Filme" liefern das, was man erwartet - und variieren es gerade so weit, dass es spannend bleibt.

Und übrigens: Ab dem 9. April ist Statham auch wieder im Kino zu sehen. Dann startet hierzulande der Actionthriller "Shelter", in dem er einen ehemaligen Elite-Agenten spielt.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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