Unvergessene Crew
Leonard Nimoy, Nichelle Nichols und Co.: Diese "Star Trek"-Darsteller sind bereits gestorben
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von saroLeonard Nimoy (l.), Nichelle Nichols (M.) und James Doohan(r.) in ihrer Rolle bei "Star Trek".
Bild: IMAGO/Everett Collection; IMAGO/Capital Pictures; IMAGO/Allstar
Leonard Nimoy erfand den vulkanischen Gruß, Nichelle Nichols arbeitete mit der NASA zusammen und James Doohan kämpfte am D-Day. Diese Geschichten stecken hinter den verstorbenen "Star Trek"-Ikonen.
Seit 1966 hat "Star Trek" immer neue Crews ins All geschickt. Einige Figuren begleiteten das Franchise über Jahrzehnte, andere hinterließen mit wenigen Auftritten Eindruck. Viele der Stars sind inzwischen verstorben. Sieben von ihnen erzählen besonders spannende Geschichten.
Leonard Nimoy als Spock
Leonard Nimoy verstarb im Alter von 83 Jahren.
Bild: imago images/Everett Collection
Er schenkte Spock seine berühmteste Geste. Den vulkanischen Gruß hatte der Schauspieler als Kind in einer orthodoxen Synagoge in Boston gesehen. Sein Vater hatte ihm verboten, hinzuschauen, Leonard Nimoy spähte trotzdem. Rund 25 Jahre später erinnerte er sich beim Dreh von "Weltraumfieber" daran und schlug die gespreizten Finger als vulkanische Begrüßung vor. Regisseur Joseph Pevney war sofort einverstanden.
Leonard Nimoy nahm Spock ziemlich ernst. Die Figur hätte leicht "cartoonish or silly", also zur Karikatur werden können, sagte er später in einem Interview in "Star Trek: The Magazine". Genau das wollte er verhindern und mischte sich deshalb auch bei der Entwicklung seiner Rolle ein. Spock begleitete Leonard Nimoy über Jahrzehnte, doch seine Karriere spielte sich längst nicht nur auf der Enterprise ab.
Direkt nach "Star Trek" wechselte Leonard Nimoy 1969 zu "Kobra, übernehmen Sie". Zwei Staffeln lang spielte er den IMF-Agenten Paris, der bei den Einsätzen immer wieder in andere Identitäten schlüpfte. Außerdem führte er bei zwei "Star Trek"-Kinofilmen Regie und inszenierte 1987 die Erfolgskomödie "Noch drei Männer, noch ein Baby". 2009 und 2013 kehrte er noch einmal als älterer Spock ins Kino zurück.
Leonard Nimoy starb am 27. Februar 2015 im Alter von 83 Jahren an den Folgen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Leonard Nimoy hatte das Rauchen schon vor 30 Jahren aufgegeben, warnte später aber öffentlich vor den Folgen.
Nichelle Nichols als Nyota Uhura
Nichelle Nichols verstarb im Alter von 89 Jahren.
Bild: IMAGO/Capital Pictures
Fast wäre Uhura nach einer Staffel verschwunden. Nichelle Nichols wollte "Star Trek" verlassen und zurück auf die Bühne. Nach eigener Erzählung brachte Martin Luther King Jr. sie zum Umdenken: Eine Schwarze Frau in einer verantwortungsvollen Position im Fernsehen sei wichtig. Nichelle Nichols blieb und spielte Uhura später auch in allen sechs Kinofilmen mit der Original-Crew.
1977 engagierte die NASA Nichelle Nichols für eine Kampagne, die mehr Frauen und Persons of Colour für das Astronaut:innen-Programm gewinnen sollte. Die 1978 ausgewählte Klasse um Sally Ride und Guion Bluford war die erste mit Frauen und Schwarzen Astronaut:innen. Mae Jemison, die 1992 als erste Schwarze Frau ins All flog, nannte Uhura als Inspiration. Nichelle Nichols starb am 30. Juli 2022 im Alter von 89 Jahren.
DeForest Kelley als Dr. Leonard "Pille" McCoy
DeForest Kelley hat durch "Star Trek" einen Image-Wandel durchgemacht.
Bild: imago images / United Archives
Vor "Star Trek" war DeForest Kelley in Hollywood auf ganz andere Typen abonniert. In Western und Krimis spielte er oft Schurken, etwa neben Burt Lancaster und Kirk Douglas in "Zwei rechnen ab". Dann kam Dr. McCoy und aus dem Bösewicht wurde der mürrische Menschenfreund der Enterprise. DeForest Kelley glaubte zunächst sogar, ausgerechnet McCoy werde ihn vor einer neuen Schublade schützen. Spock mit seinen Ohren und Kirk als klassischer Held seien viel auffälliger, erinnerte er sich später. Doch Hollywood sah nach "Star Trek" fast nur noch den Schiffsarzt in ihm. "Vom Regen in die Traufe", beschrieb DeForest Kelley das sinngemäß selbst. Er spielte McCoy in sechs Kinofilmen und tauchte 1987 noch einmal in "Star Trek: The Next Generation" auf. DeForest Kelley starb am 11. Juni 1999 im Alter von 79 Jahren nach längerer Krankheit.
James Doohan als Scotty
James Doohan verstarb im Alter von 85 Jahren.
Bild: imago images/Mary Evans
Scotty war Schotte, James Doohan Kanadier. Den Akzent brachte der Schauspieler selbst mit. Dialekte gehörten zu seinen Spezialitäten und die schottische Färbung hatte er unter anderem von einem Kamerad:innen aus Aberdeen übernommen. Für "Star Trek" schwächte er sie sogar ab, damit das Publikum ihn verstand.
Bevor James Doohan Scotty wurde, hatte er bereits den Zweiten Weltkrieg überlebt. Als Soldat der kanadischen Armee landete er am 6. Juni 1944 am Juno Beach in der Normandie. Später trafen ihn mehrere Geschosse. Ein Projektil wurde von seinem Zigaretten-Etui gestoppt, den Mittelfinger der rechten Hand verlor er. Bei den Dreharbeiten zu "Star Trek" versuchte James Doohan, die Verletzung möglichst nicht zu zeigen. Als Scotty blieb er bis "Star Trek: Treffen der Generationen" von 1994 an Bord.
Zu seiner Rolle gehört auch einer der berühmtesten Sätze, die in "Star Trek" so nie gefallen sind: "Beam me up, Scotty" ("Beam mich hoch, Scotty"). In der Originalserie sagt Kirk lediglich ähnliche Varianten, 1986 heißt es in "Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart" schließlich "Scotty, beam me up" ("Scotty, beam mich hoch"). Der Schauspieler nahm das geflügelte Wort später selbst auf und nannte 1996 seine Autobiografie "Beam Me Up, Scotty".
James Doohan starb am 20. Juli 2005 im Alter von 85 Jahren. Er litt zuletzt unter anderem an Alzheimer und einer Lungenentzündung.
Majel Barrett-Roddenberry als Number One
1986 hat Majel Barrett Roddenberry in "Star Trek IV: The Voyage Home" mitgespielt.
Bild: IMAGO / Everett Collection
Eine Rolle reichte Majel Barrett-Roddenberry nicht. Im ersten "Star Trek"-Pilotfilm spielte sie die Führungsoffizierin Number One. Später wurde sie zu Christine Chapel, dann zu Deanna Trois extravaganter Mutter Lwaxana Troi. Noch häufiger als vor der Kamera war Majel Barrett-Roddenberry zu hören: Über Jahrzehnte sprach sie die Bordcomputer in mehreren "Star Trek"-Serien und Filmen. Damit war sie als einzige Darstellerin in allen sechs klassischen "Star Trek"-Serien vertreten. Eine frühe Version von Googles Sprachtechnologie trug intern sogar den Namen Majel. "Star Trek" blieb immer ein Teil ihres Lebens. Seit 1969 war Majel Barrett-Roddenberry mit Serien-Schöpfer Gene Roddenberry verheiratet. Nach seinem Tod 1991 produzierte sie unter anderem die auf seinen Ideen basierenden Serien "Earth: Final Conflict" und "Andromeda". Kurz vor ihrem Tod nahm sie noch einmal die Stimme des Enterprise-Computers für J.J. Abrams' "Star Trek" auf. Am 18. Dezember 2008 starb Majel Barrett-Roddenberry im Alter von 76 Jahren an Leukämie. Der Film kam 2009 ins Kino.
René Auberjonois als Odo
"Star Trek: Deep Space Nine" 1992hat Rene Auberjonois die Rolle des Odos verkörpert.
Bild: picture alliance / United Archives
Produzent Rick Berman erklärte Odo mit einem ungewöhnlichen Bild: Der Formwandler sei eine Art Pinocchio, ein Wesen auf der Suche nach der eigenen Identität. René Auberjonois nahm diesen Gedanken zum Ausgangspunkt für seine Rolle in "Star Trek: Deep Space Nine". Sogar Odos Liebesgeschichte mit Kira Nerys entstand eher zufällig. Nach einer Szene bemerkten die Autor:innen im Material vom Vortag, wie René Auberjonois Nana Visitor ansah. Ihre Erkenntnis: Odo liebt Kira. Aus diesem Blick wurde später ein wichtiger Handlungsstrang.
Neben sieben Staffeln vor der Kamera führte René Auberjonois bei acht Folgen selbst Regie. "Star Trek" war nur ein Teil seiner langen Karriere. René Auberjonois spielte schon 1970 in "MAS*H", später in "Benson" und "Boston Legal". Für das Broadway-Musical "Coco" gewann er 1970 einen Tony Award. Selbst im "Star Trek"-Universum tauchte er noch in anderen Rollen auf: als Colonel West in "Star Trek VI: Das unentdeckte Land" und 2002 als Ezral in "Star Trek: Enterprise". René Auberjonois starb am 8. Dezember 2019 im Alter von 79 Jahren an metastasiertem Lungenkrebs.
Anton Yelchin als Pavel Chekov
Anton Yelchin bei "Star Trek: Into Darkness"
Bild: imago images / Mary Evans
Er war erst 19 Jahre alt, als er in "Star Trek" von 2009 zum neuen Pavel Chekov wurde. Der gebürtige Russe hatte bereits seit seiner Kindheit vor der Kamera gestanden. Später folgten neben den drei "Star Trek"-Filmen ganz unterschiedliche Projekte wie "Like Crazy", "Only Lovers Left Alive" und "Green Room", dort gemeinsam mit Patrick Stewart.
Was selbst viele Menschen aus seinem Umfeld nicht wussten: Anton Yelchin litt seit seiner Kindheit an Mukoviszidose. Vor langen Drehtagen stand er teilweise zwei Stunden früher auf, um seine Atemwege zu behandeln. Öffentlich machen wollte er die Erkrankung erst kurz vor seinem Tod. Am 19. Juni 2016 starb Anton Yelchin im Alter von nur 27 Jahren bei einem Unfall vor seinem Haus. Sein Auto rollte rückwärts und klemmte ihn gegen ein Tor. "Star Trek Beyond" war bereits abgedreht und kam wenige Wochen später ins Kino. Seine Rolle wurde danach nicht neu besetzt.
Auch diese "Star Trek"-Stars leben nicht mehr
Sie blieben Fans ebenfalls im Gedächtnis: Kirstie Alley spielte Saavik in "Star Trek II: Der Zorn des Khan", Ricardo Montalbán wurde als Khan Noonien Singh zum legendären Kirk-Gegner und Christopher Plummer lieferte sich in "Star Trek VI: Das unentdeckte Land" als Klingonen-General Chang ein letztes großes Duell mit der Originalcrew.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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