Berühmt durch "Das Wunder von Bern"
"Das Wunder von Bern"-Star Peter Lohmeyer: Die Lehrer nannten ihn "Schalke"
Veröffentlicht:
von teleschauSeit 45 Jahren als Schauspieler aktiv: Peter Lohmeyer.
Bild: 2024 Getty Images / Matthias Nareyek
Er spielte schon Ganoven, Kommissare und einen zotteligen Atomkraft-Gegner. Die prominenteste Rolle hatte Peter Lohmeyer im Kinoerfolg "Das Wunder von Bern" als traumatisierter Kriegs-Heimkehrer. Was der Schauspieler privat macht.
Fünfmal war Peter Lohmeyer bereits als Hamburger Kommissar Jan Fabel zu sehen. Für den 64-jährigen Schauspieler ist die Polizeiarbeit vor der Kamera daher ein vertrautes Terrain: Ab 1995 spielte er zudem in der ProSieben-Serie "Die Straßen von Berlin" sieben Folgen lang den knallharten Ermittler Alex Vitalij. Auch in der Horror-Komödie "Sieben Monde" war er 1998 als Kommissar zu sehen. Und in der ARD-Vorabendserie "Großstadtrevier" übernahm er von 2008 bis 2013 in neun Episoden die Rolle des Polizeikommissars Hanno Harnisch.
Peter Lohmeyer beweist als Schauspieler Vielseitigkeit
Was nicht heißt, dass der in Niedermarsberg im Sauerland geborene Pfarrerssohn auf diese Art von Rollen beschränkt wäre. Im Gegenteil: Der gelernte Theaterdarsteller hat schon die verschiedensten Charaktere verkörpert. In "Am Tag als Bobby Ewing starb" war Peter Lohmeyer zum Beispiel 2005 als langhaariger Atomkraft-Gegner zu sehen. Ein Jahr zuvor spielte er in der Komödie "Süperseks" einen Porno-Dealer.
Im TV-Film "Messerscharf - Tödliche Wege der Liebe" aus dem Jahr 2002 gerät Lohmeyers Part in den Verdacht, ein Serienmörder zu sein. Auch die Rolle eines verklemmten Pädophilen ("Junges Licht", 2016) oder eines schwedischen Bischofs ("The Girl King", 2016) sind in seinem Portfolio zu finden.
Schauspiel war für Peter Lohmeyers Vater zunächst "brotlose Kunst"
Ganz schön vielseitig für einen, der als Jugendlicher eigentlich nur Geld brauchte, "weil ich mir Mopeds kaufen wollte, und meine Eltern haben mir das nicht bezahlt", wie er im Format "Im Leben von ..." des Senders Sky verrät. Das jüngste von drei Kindern jobbte unter anderem als Zeitungsjunge. Bis Peter Lohmeyer herausfand, dass das Dortmunder Stadt- und Jugendtheater junge Darsteller:innen suchte. "Da hab ich mich beworben und dachte: Da kannste auch Kohle verdienen."
Sein konservatives Elternhaus - der Vater war Pfarrer, seine Mutter Hausfrau - war nicht begeistert. "Mein Vater sagte immer: 'Brotlose Kunst'", so der Schauspieler im Sky-Interview. Doch Lohmeyer junior war mittlerweile erwachsen und bewarb sich 1982 erfolgreich bei der Schauspielschule Bochum. Als sich erste Erfolge einstellten, "sagte meine Mutter, mein Vater sei stolz auf mich. Er war noch aus einer Generation, die konnten das ihren Söhnen nicht sagen."
Dennoch hat den Darsteller seine Kindheit stark geprägt. In einem Interview mit dem "BENE"-Magazin des Bistums Essen erinnert er sich: "Meine Mutter hat mir oft vorgelesen. Obwohl sie mit ihrer Rolle als Pfarrersfrau, ihren drei Kindern und dem Haushalt eigentlich schon genug um die Ohren hatte." Auch die Predigten seines Vaters habe er spannend gefunden. "Ich fand es toll, dass mein Vater von der Kanzel aus Geschichten auswendig erzählen konnte."
Nervig sei es allerdings gewesen, "wenn er sich am Samstag auf die Predigten vorbereitet hat. Dann musste ich immer leise sein, was irre anstrengend war." Beigebracht wurde ihm auch eine menschliche Haltung. Sein Vater habe ihn oft auf Weihnachtsfeiern für Obdachlose mitgenommen. "Dank ihm habe ich ein gewisses soziales Verantwortungsgefühl, welches ich wiederum an meine erwachsenen Kinder weitergegeben habe. Die würden nie an einem Menschen vorbeigehen, der auf dem Boden sitzt und um Hilfe bittet."
Der Durchbruch mit einem Fußball-Film: "Das Wunder von Bern"
Längst als TV-Darsteller etabliert, feierte Peter Lohmeyer 2003 einen großen Kinoerfolg: Im Film "Das Wunder von Bern", der sich um den WM-Triumph der deutschen Fußball-Nationalelf von 1954 dreht, spielt er den traumatisierten Kriegsheimkehrer Richard Lubanski. Dieser kann mit dem Fan-Verhalten seines Sohnes Matthias (gespielt von Lohmeyers Sohn Louis Klamroth) zunächst überhaupt nichts anfangen und verpasst ihm sogar eine schallende Ohrfeige.
Das Kuriose: Peter Lohmeyer ist privat ein glühender Fußball-Fan. Sein Herz gehört dem Zweitligaclub FC Schalke 04. "Seit ich sechs bin, habe ich schon auf der Straße Fußball gespielt", erklärte er 2014 in einem Interview auf der Webseite des VfB Stuttgart. In dessen Jugend hatte er mit 14 ein Jahr lang gespielt. Aus dieser Zeit habe er einen Spitznamen mitgenommen. Lohmeyer war noch neu auf dem Eberhard-Ludwig Gymnasium, als ihm ein Mitspieler im Sportunterricht einen Ball zupassen wollte. "Er kannte meinen Namen aber noch nicht, da hat er einfach 'Schalke' gerufen, weil ich ein blaues Schalke-Trikot getragen habe. Später haben mich dann auch die Lehrer teilweise so genannt."
Die Ohrfeige in "Das Wunder von Bern" hat er mit seinem Sohn zu Hause drei Wochen lang geübt, verriet der Schauspieler 2003 in "Planet Interview". "Ich habe ihm erklärt, dass ich das auf der Schauspielschule gelernt habe und dass es auch nicht wehtut, wenn man den Kopf in Schlagrichtung mitbewegt."
Heute schaut Lohmeyer sehr emotional auf diesen Film zurück. "Wenn ich den Film heute sehe, dann ist bei mir alles vorbei, dann muss ich heulen", gesteht er im Sky-Format "Im Leben von ...".
Peter Lohmeyer privat: Er ist zum fünften Mal Vater geworden
Neben dem 1989 geborenen Sohn Louis, der aktuell die TV-Sendung "Hart, aber fair" moderiert, hat Peter Lohmeyer noch zwei weitere Kinder aus seiner früheren Beziehung mit der Kamera-Assistentin Katrin Klamroth: die Töchter Lola (geboren 1991) und Leila Lynn (1995). Aus einer weiteren Beziehung stammt sein Sohn Ivo, der 1993 auf die Welt kam.
Der Schauspieler war von 2008 bis 2014 mit der Star-Köchin Sarah Wiener verheiratet. Die Scheidung ging friedlich über die Bühne, wie er in einem Interview mit der "B.Z." betonte: "Wir bleiben Freunde. Bei anderen mag das nicht möglich sein, aber wir wollen Freunde bleiben."
Seit 2017 ist Peter Lohmeyer mit der Journalistin Leonie Seifert zusammen. Im April 2024 kam ein gemeinsamer Sohn zur Welt, Lohmeyers fünftes Kind.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
Mehr entdecken
Perfekte Welt oder perfides Spiel?
Warum "Don't Worry Darling" mehr als nur ein Psychodrama ist

Österreichischer TV-Star
"Die Polizistin"-Star Nicholas Ofczarek über seine Kindheit

Zwischen Krankheit und Karriere
Victoria Trauttmansdorff öffnet sich über die Krebserkrankung

Karriere und Privatleben
Almila Bagriacik: Der Ex-Partner des Kieler "Tatort"-Stars

Seit über 30 Jahren
Axel Milbergs große Liebe: Die Partnerin an seiner Seite

Liebes-Aus
Almila Bagriacik: Kieler "Tatort"-Star bestätigt Trennung