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"Noch mittendrin"

"Ich war am Boden": Johann Lafer spricht offen über seinen Steuerskandal - und die Folgen

Veröffentlicht:

von Julia W.

:newstime

Star-Koch Lafer an Krebs erkrankt

Videoclip • 01:22 Min • Ab 12


Zuletzt sprach Johann Lafer in vielen Interviews über seine Krebserkrankung. Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" hat der TV-Koch nun persönliche Einblicke in ein anderes, dunkles Kapitel seines Lebens gegeben: den Steuerskandal von 2014.

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Johann Lafer kämpft derzeit gegen seine Krebserkrankung. Dennoch arbeitet der TV-Koch weiter. "Das Arbeiten tut mir gut, weil es mich vom wesentlichen Problem ablenkt", erklärte er kürzlich im Podcast "Rolling Pin Talks".

Der 68-Jährige hat sich im Laufe der Jahre ein gastronomisches Imperium aufgebaut – doch dann, 2014, kam die Krise: Nach der Anzeige einer früheren Haushaltshilfe wurden Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung gegen ihn eingeleitet. Zwei Jahre später wurde Lafer laut "Focus" rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Auch das Image des Fernsehkochs litt unter dem Skandal.


Lafer über Steuerskandal: "Ich war am Boden"

"Ich war am Boden", sagte Lafer rückblickend im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Das war nicht ohne. Sich all dem finanziell, familiär, charakterlich und imagemäßig zu stellen und nicht aufzugeben in dieser Situation", sagte der TV-Koch. Es sei ihm gelungen, aus jenem "dunklen Loch" herauszukommen – ganz "herausgestrampelt" habe er sich jedoch noch nicht.

"Ich bin immer noch mittendrin", sagte Lafer. "Die Dramatik, die dahintersteckt, auch persönlich, ist mit meiner Diagnose ja doppelt schwer." Auf die Frage, ob er bis heute seine Schulden abbezahle, antwortete der 68-Jährige: "Wer möchte nicht Frieden schaffen für seine Familie, die Kinder, damit man gut schlafen kann nachts?" Er hoffe, dass die Menschen ihn nicht für größenwahnsinnig halten, sondern verstehen, dass er sich "in einer Situation befinde, in der ich nicht aufgeben möchte und kann."

Lafer will nicht kürzertreten

In den Ruhestand zu gehen, kommt für den 68-Jährigen aber ohnehin nicht infrage. Während der Corona-Pandemie habe er nach drei Monaten festgestellt, dass er nicht ausgelastet gewesen sei. "Ich beobachte, wie schnell es bei vielen abwärtsgeht, wenn sie in Pension gehen. Das möchte ich für mich nicht", sagte Lafer.

Auf die Frage, wie er und seine Karriere in Erinnerung bleiben sollen, sagte er: "Lafer ist ehrliches Kochen." Doch der TV-Koch macht sich keine Illusionen: Er werde sich wie alle Menschen der eigenen Vergänglichkeit stellen müssen. "Es gibt keine Möglichkeit, dem zu entkommen", sagte Lafer. "Was nützt einem da am Schluss irgendeine Form von Anerkennung? Gar nichts."

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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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