Liebe als Lebensaufgabe
"Bachmanns"-Star Oliver Wnuk über seine Trennung: Darum ist er als Ex der bessere Partner
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von Lars-Ole Grap:newstime
Nach der Trennung: So leben Yvonne Catterfeld und Oliver Wnuk
Videoclip • 01:32 Min • Ab 12
Im ZDF spielt Oliver Wnuk den Scheidungsvater Markus Bachmann, der Tür an Tür mit seiner Ex-Frau wohnt. Im Interview blickt der Schauspieler auf vergangene Beziehungen zurück - und zieht ein überraschendes Fazit.
Oliver Wnuk mit 50: Neue Liebe oder doch lieber eine Pflegekraft?
"Bachmanns"-Star Oliver Wnuk ist dieses Jahr 50 geworden und vor einem Jahr aufs oberbayerische Land gezogen, allein, ohne Nachbarn. Im Gespräch mit SWR-Moderator Jörg Assenheimer in dessen Sendung "Assenheimers Promitalk" erzählt er von einem Zwischenfall, der es auch in sein neues, siebtes Buch "Besser wird's nicht" geschafft hat: An einem kalten Tag will er nur kurz im Bademantel die Post holen, die Hand steckt im Briefkasten fest. Niemand ist da, der ihm helfen könnte. Dabei beschäftigt ihn eine Frage: "Will man dann eigentlich noch eine neue Liebe finden, oder eigentlich schon eher eine Pflegekraft? Ich weiß es nicht."
Bei der Frage nach einer neuen Liebe kommt der 50-Jährige auch auf seine vergangene Beziehung zu sprechen. Vierzehn Jahre war er mit der Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld zusammen. Rückblickend fällt sein Urteil über sich selbst überraschend aus: "Ich würde sogar behaupten, ich bin ein besserer Ex-Freund als Freund bisher." Woran er ein gelungenes Beziehungsende misst, zeigt sein Blick auf die gemeinsame Familie: "Wenn ich was geschafft habe in meinem Leben, dann dass ich zwei ganz tolle, funktionierende Patchwork-Familien habe, wo ich glaube, dass den Kindern durch die Trennung nichts abgegangen ist."
Oliver Wnuk über Beziehungen: Warum bedingungslose Liebe kaum möglich ist
Liebe ist für den Schauspieler allerdings nichts, was sich nebenbei erledigt. "Ich glaube einfach, dass es, wenn man das Thema Liebe wirklich ernsthaft angeht, eine Lebensaufgabe ist". Für ihn gehört dazu auch die Frage, was nach einer Trennung passiert: "Wie Paare sich nach langer Beziehung trennen und dann nach relativ kurzer Zeit ein fast identisches Leben mit einer anderen Besetzung weiterführen, ohne Weiterentwicklung."
Ein Grund dafür, dass Beziehungen aus seiner Sicht so schnell kippen können: Partner:innen hätten oft ein bestimmtes Bild voneinander, das der andere irgendwann nicht mehr erfüllt. Dann könne aus Zuneigung ebenso schnell Enttäuschung und Groll werden. Bedingungslose Liebe hält er zwischen Erwachsenen deshalb für kaum möglich. Wirklich bedingungslos sei sie seiner Ansicht nach vor allem gegenüber den eigenen Kindern - in Partnerschaften bleibe Zuneigung dagegen an Erwartungen geknüpft.
Sollte sich wieder eine neue Liebe ergeben, wünscht er sich, dass es ihm dabei mehr um die andere Person geht als um sich selbst. Derzeit konzentriert er sich jedoch auf etwas anderes: Bevor er wieder auf Partnersuche geht, möchte er lernen, sich selbst erst einmal ein guter Freund zu sein.
Oliver Wnuk verrät sein Geheimnis für Beziehungen: "Dann weißt du auch, warum du dich aufregst"
Um eigene Muster und Streitursachen besser zu verstehen, nutzt der Schauspieler eine Methode aus dem Netz: Er nimmt sich eine Liste mit rund 150 Werten vor, sortiert aus, was für ihn wichtig ist, und stellt seine Favoriten anschließend gegeneinander. "Wenn du eben genau weißt, was deine Werte sind, dann weißt du auch, warum du dich aufregst." Für Oliver Wnuk steckt darin eine Erklärung dafür, warum Konflikte eskalieren: Oft gehe es gar nicht um die vermeintliche Kleinigkeit, die einen Streit auslöst, sondern darum, dass ein persönlicher Wert verletzt wurde.
Dating-Plattformen nutzt er übrigens nicht mehr. Ein kurzer Ausflug dorthin - laut ihm rein aus Recherchegründen für ein Drehbuch über Liebe im Alter - landete umgehend in der Presse und schließlich rief sogar seine Mutter an, um zu fragen, was es mit der Plattform auf sich habe. Eine Sache kann sein Interesse beim Kennenlernen allerdings schnell bremsen: "Wenn ich jemanden kennenlerne und merke, da besteht in irgendeiner Form Interesse, und ich werde auf meinen Beruf angesprochen, ist mir das am abturnendsten."
Wie es sich für ihn anfühlt, allein zu sein, hat Oliver Wnuk auch besonders an zwei Silvesterabenden erlebt. Den einen verbrachte er in Berlin und war mit sich selbst offenbar ziemlich zufrieden: "Ich habe mich mit mir selbst und meinem Tagebuch besser unterhalten als auf mancher Loungeparty." Ein Jahr später war es ganz anders: "Ich fand das Silvester super beschissen. Ich war vor zwölf ohne Alkohol im Bett, meine Kinder haben mich nach zwölf angerufen, weil sie auf einer Party waren." Für Wnuk zeigt der Vergleich: Alleinsein kann sich gut anfühlen - oder eben überhaupt nicht. Und manchmal liegt zwischen beidem nur ein Jahr.
Streame Film-Highlights mit Oliver Wnuk auf Joyn
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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