zur Joyn Startseite

Runder Geburtstag

Torsten Sträter wird 60: Nach Chemo gibt der Comedian ein erleichterndes Gesundheits-Update

Veröffentlicht:

von teleschau

Auf Joyn ansehen

Torsten Sträter: Warum wir keinen Mic Drop brauchen

Videoclip • 16:00 Min • Ab 12


Im Frühjahr musste sich der Komiker wegen seiner Krebserkrankung eine Auszeit nehmen. Zu seinem 60. Ehrentag meldet er sich zurück und geht mit einem neuen Programm auf Tournee.

- Anzeige -
- Anzeige -

Aufhören? Für Torsten Sträter kein Thema

2012 begann in der NDR-Sendung "Die Comedy Gala" seine TV-Karriere. "Pufpaffs Happy Hour", "heute-show", "extra 3" oder "Genial daneben" - bald kam kaum ein Format ohne seine schrägen Storys aus, die auch Sträters eigene Depressionsgeschichte nicht aussparten. 2020 bis 2025 hatte der Comedian mit "Sträter" seine eigene Show im Ersten.

Eine Tumorerkrankung bremste Torsten Sträter im ersten Halbjahr 2026 aus. Der verheiratete Comedian und Vater eines Sohnes versicherte im Juli im Talk mit seinem Comedy-Kollegen Felix Lobrecht, er sei auf dem Weg der Besserung und habe sich noch nie so gut gefühlt. Das verdanke er auch seinen Ärzten. Trotzdem ist ihm klar: "Potenziell kann Krebs ja immer wiederkommen. Das darfst du nie vergessen."

Gute Nachrichten zum 60. Geburtstag

Mit 60 Jahren hat bei Torsten Sträter auch längst eine gewisse Gelassenheit Einzug gehalten. Irgendwann werde er "von jemand anderem abgelöst werden, der einen anderen, frischeren Humor hat", so der Comedian in "Stories and Faces". Das verstehe er. "Wenn mich keiner mehr sehen will, dann spiel ich halt seltener." Aber ganz aufhören? "Kann ich nicht.

Zu seinem Geburtstag ist Torsten Sträter beim "Kölner Treff" zu Gast, spricht ein wenig über seine Gesundheit und kann ein erfreuliches Update geben: Die Chemo hat er gut überstanden und die Befunde sehen gut aus.

Im Moment bin ich krebsfrei, da werden wir alle damit leben müssen. Und ich würde mich dann melden, wenn was ist.

Torsten Sträter

Abgenommen hat er - allerdings hauptsächlich wegen seiner Diabetes-Diagnose. Darum verzichtet er nun so gut es geht auf Zucker und auch auf Fleisch. Etwas peinlich, dass ihm die "Kölner Treff"-Gastgeber ausgerechnet einen Hackbraten mit Gurkenkerzen kredenzen. Er nimmt's mit Humor: Das sei der einzige Kuchen, der bei der Verdauung nicht Farbe wechseln müsse, scherzt er.

Seit seiner Erkrankung lebt Sträter ohne langfristige Pläne - mit Ausnahme seiner Tourneen: Seit Mai ist er mit seinem Bühnenprogramm "Mach mal das große Licht an" unterwegs. Ab September bis zum August nächsten Jahres will er mit "Die Zyklopen von Saint-Tropez" auftreten.

- Anzeige -
- Anzeige -

Seinen schönen Haaren trauert Torsten Sträter hinterher

Raue, sonore Stimme, dunkle Klamotten, sparsame Mimik - und bei Auftritten immer eine Baumwollmütze auf dem Kopf. So kennen die Zuschauer:innen Torsten Sträter. Und sie lieben seine absurden Kurzgeschichten, stets garniert mit einer Prise Selbstironie.

"Mein Humor ist zufällig und unpolitisch", sagte er kürzlich in einem Interview mit dem Format "Stories and Faces". "Jeden Politikwitz, den ich mir überlege, hat Micky Beisenherz vor drei Wochen schon besser gemacht, deshalb lasse ich es direkt." Vielleicht ist das ein Teil seines Erfolgsrezepts.

"Mein Humor ist zufällig und unpolitisch.

Torsten Sträter

Die Mütze trägt der Comedian gegen den Schweiß, wie er betont. Darunter verbirgt sich mittlerweile ein kahles Haupt. Das war als Jugendlicher ganz anders, verriet Torsten Sträter 2024 in der "Kölnischen Rundschau". "Damals hatte ich schöne Haare, denen trauere ich wirklich hinterher."

In den 1980er-Jahren habe er auch mit Cola und Haarlack in der Frisur experimentiert. "Ich hatte schöne Haare bis zur Jahrtausendwende, dann fielen sie mir radikal aus." Ein Punk sei er indes nicht gewesen. "Ich hatte eher eine Gothic-Phase. Punk war mir als Musik nicht melodiös genug, ich alter Mainstreamer", fügte er lachend hinzu. Seine Lieblingsbands als Heranwachsender: Kiss und Abba.

Erst mit Ende 30 begann er mit dem Schreiben

Torsten Sträter mit Cola im Haar auf der Bühne? Solche Fotos gibt es nicht. Denn der 1966 geborene Wortakrobat begann erst im Jahr 2004 mit dem Schreiben - und versuchte sich zunächst an Horror-Geschichten.

Zuvor folgte auf 15 Monate Grundwehrdienst nach der Schule erst mal "ein Jahr kultivierte Arbeitslosigkeit, und zwar auf dem Level Sozialhilfe-Gedöns", wie Sträter in der "Kölnischen Rundschau" gestand. "Alle zwei Wochen konnte ich mir einen Barscheck abholen über 254 D-Mark."

Schließlich entschied er sich zunächst für eine Schneiderlehre, später arbeitete er im Mobilfunkvertrieb und in einem Baumarkt. Warum er in dieser Phase noch nicht das Zeug zum Comedian hatte, begründete er in "Stories and Faces" auf seine Art: "Ich habe mich selbst rückblickend im Verdacht, das ich mit 25 Jahren dumm war wie zehn Meter Feldweg. Und ich glaube, ich hätte es nicht früher hingekriegt."

Im Bürocontainer reifte er zum Geschichtenerzähler

Zwölf Jahre lang arbeitete Torsten Sträter dann für die von seiner Mutter und seinem Bruder betriebene Spedition. Vor allem ein Faktor habe ihn in die Welt des Storytellings gepusht, wie er in "Planet Interview" erzählte: "Langeweile." Er habe was für den Kopf gebraucht. "Jetzt gab es in diesen Bürocontainern aber kein Internet, da war also keine Ablenkung. Alles, was auf meinem alten Computer ging, war das Textprogramm Word. Und damit habe ich dann begonnen zu schreiben."

Das Schreiben hat ihn nie wieder verlassen. Nach mehreren Grusel-Kurzgeschichten merkte er, dass der Humor ihm noch mehr liegt. Der Rest ist schnell erzählt. Eine Geschichte nach der anderen, Poetry-Slams, dreimal (2009, 2010 und 2012) siegte Torsten Sträter beim renommierten NRW-Slam.

2022 gewann Torsten Sträter den renommierten Grimme-Preis.

Bild: 2022 Getty Images/Andreas Rentz



Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken

Torsten Sträter zum 60. Geburtstag: "Bin im Moment krebsfrei"