Die Karriere der Pfarrerstochter
"Bloß nicht Liebe"-Star Christina Große: Diese Begegnung veränderte ihr Leben
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von teleschau2018 erhielt die Serie "Das Institut" mit Christina Große in einer Hauptrolle den deutschen Comedypreis und den Bayerischen Fernsehpreis.
Bild: 2018 Getty Images/Michael Gottschalk
Christina Große hat seit ihrem Karrierebeginn vor 32 Jahren in bislang 135 Film- und TV-Produktionen mitgewirkt. Beinahe jedoch wäre das stattliche Portfolio nicht zustande gekommen ...
Christina Große wuchs als Tochter des evangelischen Pfarrers Ludwig Große in der damaligen DDR auf. Sie wäre eigentlich gerne Kinderärztin oder Psychologin geworden. Aber - im Gegensatz zu Angela Merkel, auch Pfarrerstochter - durfte sie nicht Abitur machen. Sie sei eben nicht "bei den Pionieren oder der FDJ" gewesen, erzählte sie einst in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung".
Also machte sie nach der Schule eine Ausbildung als Psychiatriediakonin bei der evangelischen Kirche, als Erzieherin für Menschen mit Behinderung. Sie habe damals auch herausfinden wollen, "was man mit dem Leben anfangen" wolle. Dabei schlummerte ihr Berufstraum längst seit Jahren in ihr: die Bühne. Aber der Traum, Schauspielerin zu werden, schien noch ferner, als es das Abitur gewesen war.
Als Kind schlich sie sich in Bud Spencer- und Terence Hill-Filme
Christina Große wuchs neben dem Kino in ihrer Heimatstadt Saalfeld in Thüringen auf. Sie schaute "Zorro" - fünf- oder sechsmal - und die Spencer-Hill-Haudrauf-Filme. Im Schultheater machte sie Kabarett.
Aber sie glaubte nicht daran, dass das klappen konnte. Dann aber war sie eines Tages kurz vor der Wende unterwegs. Trampen war damals in. Christina wurde mitgenommen - und die Fahrerin erwies sich als die Schauspielschülerin Deborah Kaufmann, die später mit Filmen wie "Der Trinker" und "Elementarteilchen" bekannt werden sollte.
Die beiden unterhielten sich prächtig und Kaufmann gab Große ein paar Adressen von Schauspielschulen in der damaligen DDR. Christina Große bewarb sich - und wurde an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg sofort genommen.
Regisseur lobte: "Christina ist für mich eine Königin"
Zunächst spielte sie ab 1993 Theater, vor allem am Deutschen Theater und am Berliner Ensemble, aber auch in Frankfurt an der Oder. Schon 1994 gab sie in einer kleinen Nebenrolle in Margarethe von Trottas Filmdrama "Das Versprechen" ihr Kinodebüt und schon ein Jahr später bekam sie eine Rolle in der ZDF-Fernsehserie "girl friends - Freundschaft mit Herz", die sie 17 Folgen und sieben Jahre lang spielte.
Das gab Sicherheit, und die war Christina Große wichtig - denn sie hatte damals bereits zwei kleine Söhne. Filme und Fernsehen drehte sie zunächst nur nebenbei. "In erster Linie als Möglichkeit zum Geldverdienen", wie sie der SZ erklärte. Ihre Kinder habe sie damals "in einem guten Verbund mit dem Vater" aufgezogen. Wer der Kindsvater ist und ob die beiden noch liiert sind, darüber ist nichts bekannt. Christina Große hält ihr Privatleben größtenteils aus der Öffentlichkeit heraus.
Beruflich war sie bald nicht mehr zu übersehen, denn sie drehte geradezu pausenlos. Erstens, weil die Drehpläne besser in ihr Leben als Mutter passten als der Theateralltag mit Proben, Auftritten, Schlafen, Kinderspielplatz, Proben und dann wieder von vorn. Außerdem stieg die Nachfrage bei den Regisseur:innen und Produzent:innen nach der jungen Schauspielerin.
Christina, die Große: 13-mal war sie schon im "Tatort"
Von Regisseur Axel Ranisch stammt dieses Lob: "Christina ist ein Wunder für mich und eine Königin. Sie spielt alles mit dem Herzen, mit Humor und Rhythmus. Nie ist sie eitel. Immer berührt sie mich." Am liebsten wolle er "keine Filme mehr ohne sie". Gemeinsam drehten sie die Tragikomödien "Ich fühl mich Disco" (2013) und "Alki, Alki" (2016). In diesem Zeitraum lag auch die Hauptrolle in dem Drama "Neufeld, mitkommen!", für die Große 2014 den Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen als beste Hauptdarstellerin erhielt. 2018 kamen für die Comedyserie "Das Institut" der deutsche Comedypreis und der Bayerische Fernsehpreis dazu.
In über 60 Kino- und TV-Filmen spielte Große bislang mit, zuletzt im Drama "Zikaden" (2025). Darüber hinaus ist Große eine gefragte TV-Schauspielerin, glänzte in Episodenhauptrollen in Top-Serien wie "Notruf Hafenkante", "Polizeiruf 110", "Lena Lorenz" oder 2023 in der Miniserie "Nackt über Berlin", in der sie eine von Ehrgeiz getriebene Schulleiterin spielte. Über die Jahre war sie 13 Mal im "Tatort" zu sehen, immer in neuen Rollen, einmal auch als Doppelmörderin. Letztes Jahr war sie in "Erzgebirgskrimi - Die letzte Note" zu sehen - ebenfalls als Mörderin.
Christina Großes aktuelle Projekte
In der Krimi-Reihe "Harter Brocken" (ARD) spielte sie kürzlich die On-Off-Freundin von Dorfsheriff Koops (Aljoscha Stadelmann), die angesichts eines plötzlichen Drogenfundes in Versuchung gerät.
Am Sonntag, 13. September, ist Christina Große die Heldin in "Bloß nicht Liebe". In dem ZDF-Film aus der "Herzkino"-Reihe steht sie plötzlich im Mittelpunkt der romantischen Bemühungen von gleich zwei Männern. Der Film ist ab 20:15 Uhr im ZDF-Livestream auf Joyn zu sehen.
Abgedreht ist zudem eine neue Folge der ARD-Degeto-Reihe "Einspruch, Schatz", in der Christina Große 2027 an der Seite von Titelheldin Eva Schatz (ChrisTine Urspruch) spielen wird.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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