Er geht dem "Tatort" fremd
Daniel Sträßer: Ist der "Sarah Kohr"-Star vergeben?
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von teleschauEin Mann für außergewöhnliche Rollen: Daniel Sträßer.
Bild: 2022 Getty Images/Hannes Magerstaedt
In bislang sieben Fällen ermittelte Schauspieler Daniel Sträßer als Adam Schürk im "Saarbrücken-Tatort" und wurde zum Star der Serie. Privat hat er mit der liebsten Krimireihe der Deutschen aber nicht so viel am Hut. Vielleicht ging er deshalb gerade fremd.
"Ich drehe diesen 'Tatort' für mein Leben gerne." Daniel Sträßer lässt keinen Zweifel daran, dass er seine Rolle als Kriminalhauptkommissar Adam Schürk im "Saarbrücken-Tatort" nicht missen mag. Ein Grund dafür ist natürlich, dass Sträßer durch die Dreharbeiten regelmäßig in seine Heimat zurückkehrt. Denn der Schauspieler kam im nur zehn Kilometer entfernten Völklingen zur Welt. Deshalb genießt er die meist fünfwöchigen Dreharbeiten, verriet er im Interview mit "Choices.de".
Durch den "Tatort" wurde Sträßer bundesweit bekannt. Dabei war er auch vorher in doppelter Hinsicht nicht zu übersehen. Erstens misst er stattliche 1,90 Meter und zweitens mauserte er sich nach seiner Ausbildung zum viel gelobten Theaterschauspieler.
Weil der "Saarbrücken-Tatort" nur einmal im Jahr ansteht, hat Sträßer ausreichend Zeit, "fremdzugehen". Jetzt tut er es in "Sarah Kohr - Bis auf den Grund", zu sehen am Montag, 27. April, ab 20:15 Uhr im ZDF-Livestream auf Joyn.
Im Theater wurde er als Romeo gefeiert
In "Sarah Kohr" spielt Sträßer die Figur des Hendrik Taubner, den recht schmierigen Geschäftsführer einer Firma, die das Grundwasser privatisieren will. Das passt zu Sträßers Karriere. Seine Rollen, und das ist beim zerrissenen und von einer schweren Kindheit geplagten "Tatort"-Helden Schürk nicht anders, sind vielschichtig und auch mal gegen den Strich der Fan-Erwartungen gebürstet.
Das Gen des Charakterdarstellers entwickelte er am Theater. Nach ersten Bühnenerfahrungen in der Waldorfschule, die er im Saarland besuchte, studierte er von 2007 bis 2011 an der Universität Mozarteum Salzburg Schauspiel. Noch während des Studiums wurde er bei einem Nachwuchs-Wettbewerb in Hamburg vom Chefdramaturgen des Burgtheaters entdeckt. Der setzte ihn beim Debüt gleich als Romeo ein. Insgesamt drei Spielzeiten brillierte Sträßer danach am Burgtheater in mehreren Rollen und heimste viel Publikums-Applaus und Kritiker-Lob ein.
2014 war dann die Zeit reif für die Kamera. Sträßer debütierte in dem österreichischen Spielfilm "Der letzte Tanz" - und das gleich in der Hauptrolle.
Vielseitig: Horror, Historie und Antihelden
Sträßer etablierte sich schnell, drehte fortan jährlich mehrere Projekte. Er war in "Polizeiruf 110" ebenso zu sehen wie im Zweiteiler nach Ken Follets "Säulen der Macht" oder der deutschen Mystery-Horror-Fernsehserie "Hausen". Zudem spielte er in der ersten Staffel der mehrfach ausgezeichneten Serie "Charité" den Heinrich von Minckwitz.
2019 berief der Saarländische Rundfunk Sträßer zum Hauptdarsteller im neuen "Saarbrücken-Tatort". Gemeinsam mit Vladimir Burlakov (als Leo Hölzer), Brigitte Urhausen (als Esther Baumann) und Ines Marie Westernströer (als Pia Heinrich) trat Sträßer die Nachfolge des Teams Stellbrink (Devid Striesow) und Marx (Elisabeth Brück) an, das sich mit dem achten und letzten Fall "Der Pakt" 2019 verabschiedete. Im April 2020 gab das neue Quartett sein Debüt.
Seither hat Sträßer in sechs weiteren Produktionen mitgewirkt. Aufsehen erregte vor allem die Serie "Funeral for a Dog" (2021) und der Fernsehfilm "Alles in bester Ordnung" (2022), in der Sträßer mit Corinna Harfouch die Hauptrollen spielte. Zuletzt war Sträßer 2025 in dem Krimi "Die Nichte des Polizisten" zu sehen, in dem es um Machtmissbrauch und rechtsradikale Tendenzen unter Polizeibeamten ging.
Sonntagsritual: Pancakes für die Familie - oder "Friends"-Bingen
So kantig Daniel Sträßer in seinen Rollen oft ist, so entspannt ist er privat. Mittlerweile lebt er in Berlin, mit seiner Lebensgefährtin und drei Kindern. Details zur Familie gibt er auch in den sozialen Medien nicht preis. "Wen man liebt, ist etwas sehr Privates", sagte er im "Choices"-Interview. "Deswegen finde ich es auch völlig okay, wenn Kolleg:innen sagen, dass das niemanden etwas angeht. Ich erzähle auch niemandem, wen ich liebe, und ich versuche, mein Privatleben und meine Familie aus meinem Beruf herauszuhalten."
Über seine Hobbys berichtete "Bild", dass er mehrere Musikinstrumente besitze, auf denen er zu Hause für sich und seine Familie spiele. Außerdem halte er sich oft und gerne in der Küche auf. "Meine Freundin sagt immer, die Küche sei mein Arbeitszimmer. Und da verbringe ich dann sehr viel Zeit mit Kochen und denke darüber nach, was mich beim Kochen fordert, geil ist und trotzdem den Kindern schmeckt", erklärte Sträßer gegenüber "Mit Vergnügen".
Im Interview mit dem Städteportal offenbarte er auch sein Sonntagsritual: "Es gibt in diesem Patchwork-Konstrukt Sonntage mit vielen Kindern, die ganz herrlich sind - ich liebe es zu kochen oder Frühstück zu machen für die Familie und mache das dann sehr groß und üppig - mit Pancakes zum Beispiel. Also das ist natürlich ein Raum, den der Sonntag bietet. Es gibt aber auch Sonntage ohne Kinder, die auch ganz herrlich sein können. Wo man einfach nur ausschläft, im Bett frühstückt und den ganzen Tag 'Friends' schaut."
So kriegt Daniel Sträßer den Kopf frei
In diesem Interview gestand Sträßer auch, dass er "privat gar nicht so viel 'Tatort'" schaue. "Ich habe mittlerweile schon einige Kolleg:innen, die Tatort-Kommissar:innen geworden sind, wie Jasna Fritzi Bauer, Carol Schuler oder Stefanie Reinsperger. Die schaue ich mir dann auch sonntags im 'Tatort' an. Aber ohne große Kolleg:innen-Beteiligung bin ich nicht so der 'Tatort'-Gucker."
Stattdessen macht er lieber Sport. Nicht exzessiv, aber immerhin. "Sport ist auf jeden Fall super hilfreich. Ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich so ein krasser Sportler wäre, aber es ist schon ein gutes Mittel, um seinen Kopf zu freizukriegen." Gerne joggt er dann durch den Volkspark Friedrichshain.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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