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Vom Flüchtlingskind zum TV-Gesicht

"Die Jägerin"-Star Altamasch Noor: Seine Eltern flohen vor den Taliban

Veröffentlicht:

von teleschau

Der Computerexperte weiß Rat: Altamasch Noor (rechts) als Tayfun Bastürk in "Die Jägerin - Gegen die Wut". Links Dirk Borchardt als Kommissar Jochen Montag.

Bild: ZDF/Christoph Assmann


Seine Eltern flüchteten einst vor den Taliban aus Kabul: Mit neun Jahren fand Altamasch Noor in Hamburg eine neue Heimat. Der Zufall brachte ihn zum Schauspiel, heute ist er ein gefragter Serienstar. Das ist seine wohl bekannteste Rolle.

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"Mädels? Ich störe ja ungern, aber ich hab da was." Der Computerspezialist Tayfun Bastürk (Altamasch Noor) unterbricht die Unterredung seiner Kollegen Jochen Montag (Dirk Borchardt) und Patrick Odonkor (Malick Bauer). Das Team vom LKA Berlin untersucht den Überfall auf die kurdisch-stämmige Politikerin Şirin Doğan.

Zusammen mit der Staatsanwältin Judith Schrader (Nadja Uhl) sind die Ermittler auf der Suche nach dem Täter. Oder der Täterin? Die angehende Polizeibeauftragte hat sich nicht nur bei der rechtsradikalen Szene, sondern auch bei türkischen Nationalisten unbeliebt gemacht. Oder steckt etwa der berüchtigte Polizeiabschnitt 50 dahinter? Dort sind einige Beamt:innen mit rechten Parolen aufgefallen.

Ein kniffliger Auftrag für die Staatsanwältin und das LKA-Team in "Gegen die Wut".

"Gegen die Wut" ist Altamasch Noors vierter Einsatz als Ermittler

Mit lockeren Sprüchen und fundierter Computer-Expertise bereichert Tayfun Bastürk seit 2019 das ermittelnde Team in der Krimireihe "Die Jägerin". Zunächst noch in einer Nebenrolle, ist die Figur, gespielt von Altamasch Noor, längst ein wichtiges Mitglied der Truppe.

Auch in der fünften Folge der Serie mischt Noor mit. Die Episode mit dem Arbeitstitel "Der Tod ist weiß" ist seit Anfang April im Kasten. Ein Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.

Seit seinem TV-Debüt im Jahr 2014 in der Serie "Dr. Klein" hat der 1990 geborene Schauspieler schon in vielen Formaten mitgespielt. Dazu gehören Krimireihen wie "Großstadtrevier", "Tatort" oder "Der Barcelona-Krimi" (alles 2017).

Altamasch Noors Durchbruch als TV-Star

Bekannt wurde Altamasch Noor ab 2017 mit zwei Formaten. Im Kinofilm "Bibi & Tina: Tohuwabohu Total" war er als Sinan zu sehen. Noch größere Popularität erlangte der in Kabul, Afghanistan geborene Schauspieler als Chauffeur und Bodyguard Hamit Yildirim in der Reihe "Die Pfefferkörner".

Die Rolle als Ersatzvater für den reichen Jungen Johannes von Wied-Litzow (Luke Matt Röntgen) verkörperte er nicht nur im Kinofilm "Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs", sondern auch in den Staffeln 14 und 15 der zugehörigen TV-Serie.

Weitere regelmäßige Auftritte hatte Altamasch Noor in der ZDF-Serie "SOKO Hamburg". Dort war er zwischen 2019 und 2022 mehrfach als Eddin Khan, jüngerer Bruder der Kommissariatsleiterin Sarah Khan (Pegah Ferydoni) zu sehen.

Und in der SAT.1-Miniserie "Du sollst nicht lügen" verkörperte der vielseitige Schauspieler 2021 in einer Nebenrolle den Chirurgen Nick Rashid. Der Vierteiler ist rund um die Uhr im kostenlosen Stream auf Joyn abrufbar.

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Seine Familie floh einst aus Afghanistan

Von einer Karriere in Film, Theater und Fernsehen wagte der Darsteller in seiner Kindheit nicht zu träumen. Geboren 1990 in Kabul, verließ er mit Eltern und Geschwistern im Alter von neun Jahren seine afghanische Heimat. Sein Vater hatte gegen die Taliban gekämpft, die Familie flüchtete über den Iran nach Deutschland.

In Hamburg machte der Junge zunächst seinen Realschulabschluss - und vergaß anschließend, sich um den nächsten Schritt zu kümmern, wie er 2022 in einer Youtube-Doku der Universität Osnabrück gestand. "Nach den Sommerferien, als der erste Schultag schon losging, saß ich mit einem Freund von mir im Auto - und wir haben alle Schulen in Hamburg besucht und uns beworben." Im Stadtteil Steilshoop wurde Altamasch Noor an einer beruflichen Schule schließlich fündig. "Die Schule hat gesagt: 'Gut, ab in die Klasse - der Unterricht fängt gleich an'."

Sein Vater fragte: "Bist du jetzt Shah Rukh Khan oder was?"

Der Lehrer und Theaterpädagoge Olaf Bublay nahm Noor unter seine Fittiche und besprach mit ihm die Möglichkeiten. Irgendwann sagte der junge Altamasch: "Hollywood, da will ich hin!" Lachend erinnerte er sich: "Meine Eltern kannten nur Bollywood. Mein Vater fragte mich: 'Bist du jetzt Shah Rukh Khan oder wie?'" Eine Anspielung auf den größten Star der indischen Bollywood-Szene. "Mach doch was Vernünftiges: Arzt, Ingenieur oder Pilot", sagte sein Vater.

Doch Altamasch Noor setzte sich durch, bekam ein Stipendium von einer Schauspielschule und absolvierte von 2010 bis 2013 seine Ausbildung an der Schule für Schauspiel Hamburg (SFSH).

"Ich dachte, ich müsse 'deutscher' werden"

In der Doku der Uni Osnabrück räumte Noor ein, dass sein Weg zunächst nicht leicht war. Die meisten seiner Mitschüler:innen hatten keinen Migrationshintergrund. Manche sagten, er müsse noch akzentfreier Deutsch sprechen. "Es war für beide Seiten fremd. Ich dachte anfangs, ich müsse 'deutscher' werden, um anerkannt zu werden."

Auch in seiner weiteren Karriere hätten Aussehen und Herkunft immer eine Rolle gespielt. "Ich habe schon den Flüchtling, den Kommissar, den Lehrer, den Arzt, den Gangster gespielt." Es müsse bei jeder Rolle immer erklärt werden, warum die Figur einen Migrationshintergrund habe. Für die Zukunft wünscht sich Noor: "Ich möchte gerne einfach einen Arzt spielen, ohne zu begründen, wie und warum ich nach Deutschland gekommen bin."

Altamasch Noor ist seit 2017 mit seiner Frau Larissa verheiratet. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder.

"Die Jägerin - Gegen die Wut" wird am Montag, dem 27. Juli um 20:15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Zum selben Zeitpunkt ist der Krimi aus dem Jahr 2025 im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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