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"Ostfriesenfluch": Darum verließ Christian Erdmann die Krimi-Reihe
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von teleschauAuf zu neuen Ufern: Christian Erdmann wandelte sich vom ehemaligen Ostfriesenkrimi-Ermittler in "Marie Brand und die verlorenen Kinder" zum Bestsellerautor, der unter Mordverdacht gerät.
Bild: ZDF/Martin Valentin Menke
Er machte das Dutzend voll, dann trat er ab: Zwölfmal spielte Christian Erdmann in den "Ostfrieslandkrimis" Kommissar Frank Weller. Dann ging er, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Und die hatten tatsächlich wenig mit seinem fiktiven Polizistendasein zu tun.
Bodenständig, loyal, empathisch, besonnen. Zwölfmal ermittelte Christian Erdmann auf diese Art als Kommissar Frank Weller in den Ostfriesenkrimis. Trotzdem befand er sich dabei stets im Schatten von Ann Kathrin Klaasen. Denn die war als Hauptkommissarin nicht nur seine Chefin (und ab der Folge "Ostfriesenfeuer" auch seine Ehefrau), sondern auch die zentrale Figur der ZDF-Krimireihe nach den Romanen des in Ostfriesland lebenden Schriftstellers Klaus-Peter Wolf. Seit 2017 laufen die Verfilmungen mit großem Erfolg. Zwischen 4,6 und 7,7 Millionen Zuschauer:innen sahen die bisherigen Fälle bei ihrer jeweiligen Erstausstrahlung.
Trotzdem machte Weller-Darsteller Christian Erdmann nach dem zwölften Fall auf eigenen Wunsch Schluss, um sich neuen Projekten zu widmen. Erdmanns letzter Einsatz in "Ostfriesenfluch" lief im April 2025.
Die Fans trauerten, als Christian Erdmann die "Ostfriesenkrimis" verließ
Die Fans waren traurig, als Erdmann seinen Abschied erklärte, aber sein Entschluss stand fest. Gegenüber der "Thüringer Allgemeinen" erklärte er: "Den Künstler in mir drängt es immer wieder zu neuen Projekten - auch aus Angst, es mir zu bequem zu machen. Außerdem ist für mich in der Entwicklung des Kommissars Weller ein Peak erreicht." Es kam ein weiterer Aspekt dazu: "Ich habe inzwischen zwölf Filme gedreht und hatte drei verschiedene Partnerinnen als Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen." Denn die wurde zunächst für je drei Folgen von Christiane Paul und Julia Jentsch und seit Episode sieben ("Ostfriesenmoor") von Picco von Groote gespielt. Erdmanns Resümee: "Nun ist die Zeit gekommen, weiterzuziehen."
Für Christian Erdmann, 1975 im thüringischen Rudolstadt geboren, stellte Frank Weller die erste langfristige Serienrolle dar. Doch hatte er schon vor Frank Weller eine beachtliche Karriere hingelegt. Erdmann studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen, spielte jahrelang Theater in Meiningen, Hannover, Dresden und Düsseldorf und debütierte 2004 vor der Kamera in dem Kurzfilm "Nachtmusik" an der Seite von Katja Riemann ("Männer"). Mit Hauptrollen in Filmen wie "Ellas Entscheidung" (2014) und "Nur eine Handvoll Leben" (2016) empfahl er sich für die Rolle des Ostfriesenermittlers Frank Weller.
Christian Erdmann als Bösewicht: "Die Leute waren völlig überrascht"
Seine Entscheidung, neue Herausforderungen anzugehen, setzte der 1,90 Meter große Schauspielhüne, der seit Jahren in Düsseldorf lebt, so konsequent wie möglich um: Er wandelte sich vom "Guten" zum "Bösen": In "Man stirbt nur zweimal", einer Episode des Münsteraner "Tatorts", spielte er einen Mörder. Und das ziemlich überzeugend: "Die Leute waren völlig überrascht, wie böse und unangenehm ich sein kann", sagte er gegenüber "web.de". "Viele haben gesagt, dass sie mir das nicht zugetraut hätten - was mich als Schauspieler natürlich sehr freut. Ich nehme es also als Kompliment, dass auch diese Seite in mir schlummert und ich sie - Gott sei Dank nur im Beruf - so zeigen kann, dass man es mir auch abnimmt."
2025 kehrte Erdmann noch mal zu den "Guten" zurück und übernahm in "Der Fall Loenz", der dritten Folge von "Der Flensburg-Krimi", die wohl feste Rolle des Kripo-Chefs Daniel Kerner. Aber Erdmann kann auch Komödie. In der ZDF-Produktion "Ein ganz großes Ding" gab er im selben Jahr als liebenswerter Lebenskünstler den entschleunigten Gegenentwurf zu seiner starr auf ihre Karriere fixierten Frau (Silke Bodenbender).
Der besonnene Ostfriesen-Ermittler kann auch Komödie
2026 kehrte er wieder ins Kernfach des Krimis zurück. In "Marie Brand und die verlorenen Kinder" agierte er als prominenter Kinderpsychiater und Bestsellerautor Dr. Bernd Jakobi. Der hat zwar eine dunkle Vergangenheit und gerät in Mordverdacht, wird am Ende aber selbst zum Entführungsopfer.
Vielschichtig, geheimnisvoll, dubios. So war auch Erdmanns Rolle in der Erzgebirgskrimi-Folge "Mordholz" angelegt. Wieder geriet er unter Mordverdacht, erwies sich aber als unschuldig - und trotzdem vom Schicksal gezeichnet. Die Rolle des vermeintlichen Bösewichts scheint Erdmann zu gefallen. Auch in der Auftaktfolge "Brennen soll sie" der neuen Krimireihe "Mordufer" (ZDF) sowie in der 479. Folge ("Blaue Stunde") des Krimi-Klassikers "Der Alte" geriet er unter Mordverdacht.
An weiteren Rollen mangelt es dem Schauspieler nicht. Abgedreht oder in Produktion befinden sich die "Polizeiruf 110"-Folge "Die Unerhörten" sowie "Plötzlich Mama". In der Fortsetzung von "Plötzlich Schwester" spielt Erdmann ebenfalls mit - und wird dabei erneut sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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