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Porträt

Sarah Bauerett: Der "Kroatien Krimi"-Star wollte keine Schauspielerin werden

Veröffentlicht:

von teleschau

In "Eine Wingwoman verliebt sich nicht" spielt Sarah Bauerett eine Pianistin.

Bild: ZDF/Gordon Muehle


Im ZDF-Film "Eine Wingwoman verliebt sich nicht" verkörpert Sarah Bauerett die schroffe und doch verletzliche Starpianistin Anya Urbanski. Auch privat hat die Schauspielerin eine tiefe Verbindung zur Musik.

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Den meisten Zuschauer:innen ist Sarah Bauerett wahrscheinlich als Gerichtsmedizinerin und Pathologin Brigita Stević im ARD-"Kroatien-Krimi" bekannt.

Im ZDF-Herzkino "Eine Wingwoman verliebt sich nicht" (Sonntag, 30. August, 20:15 Uhr, im ZDF-Livestream auf Joyn) übernimmt sie jetzt die Rolle einer erfolgreichen, aber verschlossenen Musikerin, die nach dem richtigen Mann an ihrer Seite sucht.

Sarah Bauerett fand Theater früher "schrecklich"

Auf bestimmte Rollen oder nur ein Genre ließ sich die vielseitige Schauspielerin ihre ganze Karriere über nicht festlegen. Oder wie es die 42-Jährige selbst erst vor Kurzem im Interview mit dem Bonner "General-Anzeiger" sagte: "Ich bin sehr froh, dass ich bislang keinen Stempel bekommen habe."

Die Schauspielerei war allerdings lange nicht Baueretts Traum. In ihrer Kindheit war sie Funkemariechen im Karneval, fuhr Skateboard und spielte Saxofon. Sie sei eher schüchtern gewesen, erzählte die 42-Jährige. Auf der Theaterbühne wollte sie nicht stehen: "Das fand ich immer schrecklich - dieses Auftreten mit weiß geschminktem Gesicht war einfach nicht mein Ding." Doch mit ihrem Instrument in der Hand war es anders: "Über die Musik und mit meinem Saxofon habe ich meine Stimme gefunden - dort habe ich auch zum ersten Mal gelernt, frei zu sprechen und zu improvisieren", erinnert sich Bauerett im Interview.

"Ich dachte, der hat nicht alle Tassen im Schrank"

Den entscheidenden Schubs in die richtige Richtung gab ihr schließlich ein Musiklehrer, der ihr für eine Abschlussaufführung in der zehnten Klasse Noten und Text in die Hand drückte: Bauerett sollte ein Duett singen. "Ich dachte, der hat nicht alle Tassen im Schrank", erinnert sie sich gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Irgendwie sei es jedoch gut gegangen. "Ich wusste nicht, dass ich singen kann. Aber ich glaube, mein Musiklehrer wusste es. Ohne ihn würde ich wohl heute nicht das machen, was ich heute mache", ist sich die 42-Jährige sicher. "Quasi über Nacht" habe sie sich in die Schauspielerei verliebt.

Daran konnte auch einer ihrer nächsten Auftritte nichts ändern, wie sie mit viel Humor erklärt: "Eine singende und tanzende Bockwurst mit einem Pommes-Ballett hinter mir. Das fand ich ziemlich albern und blöd. Aber das Augenzwinkern, dass man als Wurst auch hochtheatralisch singen kann, das wiederum fand ich toll."

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Erste Kinorolle war ein "Zufall"

Nachdem Bauerett ihren Schulabschluss in der Tasche hatte, spielte sie in verschiedenen Bands mit, nahm Klavier-, Tanz- und Schauspielunterricht und schaffte es schließlich an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Dort machte sie von 2004 bis 2008 ihre Schauspielausbildung und sammelte währenddessen weitere Erfahrungen auf der Theaterbühne. Anschließend spielte Bauerett unter anderem am Staatstheater Oldenburg. Eine Karriere vor der Kamera habe sie "nie als großes Ziel vor den Augen gehabt", erklärt sie im "General-Anzeiger"-Interview.

Ihr erster Kinofilm, die Komödie "13 Semester" (2009) von Regisseur Frieder Wittich, sei ein "Zufall" gewesen. Seither stand Bauerett in mehr als 50 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. So war sie in drei Folgen der "Tatort"-Reihe der ARD (2016, 2021, 2024) zu sehen, spielte in der Historienserie "Charité" (2019) mit und verkörperte in der Serie "Schneller als die Angst" (2022) eine Polizeipsychologin. Aber auch in beliebten Vorabendserien wie "Bettys Diagnose", "In aller Freundschaft" oder in den "SOKO"-Krimis übernahm Bauerett immer wieder Rollen. Am längsten war sie als Gerichtsmedizinerin Brigita Stević in den "Kroatien Krimis" (2018-2024) zu sehen.

Von der Theaterbühne verabschiedete sich Bauerett indes nicht. Zuletzt gastierte die 42-Jährige in der Spielzeit 2023/2024 am Theater in Basel.


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Das ist über ihr Privatleben bekannt

Ihren Alltag hält Bauerett weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Auf ihrem Instagram-Account postet die 42-Jährige meistens über ihre schauspielerischen Projekte vor der Kamera und im Theater. Im Interview mit dem Bonner "General-Anzeiger" verrät sie lediglich: "Meine Wahlfamilie sind meine Freunde, egal wo sie gerade sind."

Heute lebt sie in Berlin, reist aber für ihre Arbeit durch ganz Deutschland. "Man braucht eine starke Wurzel, einen Ort, an dem man weiß: Da bin ich zu Hause. Wenn ich das nicht regelmäßig habe, wird es persönlich wirklich schwierig", gesteht die 42-Jährige. Für sie sei das der Wald. "Deshalb bekomme ich zum Beispiel in der Eifel oder im Siebengebirge starke Heimatgefühle", erklärt Bauerett. Und obwohl sie nicht mehr in Bonn wohnt, fühlt sich auch das Rheinufer der alten Bundeshauptstadt weiterhin wie eine Heimat an.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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