Jubiläumsstaffel ab 11. Februar
"Natürlich haben wir Grenzen überschritten": So tickt "Promibacken"-Star Arabella Kiesbauer
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von teleschauAb 11. Februar in der zehnten Staffel von "Das große Promibacken" zu sehen: Arabella Kiesbauer.
Bild: Joyn / Claudius Pflug
Sie war in den frühen 1990ern das Gesicht der lauten Nachmittags-Talkshows: Zehn Jahre lang moderierte Arabella Kiesbauer das ProSieben-Format "Arabella". Wie steht die gebürtige Wienerin heute dazu? Und was macht sie aktuell - außer in der 10. Staffel von "Das große Promibacken" mitzumischen?
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Arabella Kiesbauer: "Meine Role Models sind starke Frauen mit Herz"
Schon bald sehen wir sie auch im deutschen TV wieder, wenn sie bei "Das große Promibacken" am Backofen zaubert. Doch ihre TV-Karriere war in ihrer Kindheit zunächst gar nicht vorgesehen: Arabella Kiesbauer kam als Tochter der deutschen Theaterschauspielerin Hannelore Kiesbauer und des ghanaischen Maschinenbauingenieurs Sammy Ammissah in Wien zur Welt. Ihre Eltern trennten sich, als sie selbst noch klein war. "Er war alle paar Jahre mal zu Besuch da. Ich habe ihn also leider nie richtig als Vater kennengelernt", sagte sie später.
Kiesbauer wuchs bei ihrer Oma in Wien auf, in den Ferien besuchte sie ihre Mutter in Berlin. Die Rollenverteilung bei der Erziehung sei klar aufgeteilt gewesen: "Meine Oma erzog mich, meine Mutter durfte mich verwöhnen", erklärt sie gegenüber "Bild". Ihren Vater habe sie "gar nicht vermisst. Meine Eltern, also meine Mutter und Großmutter, deckten alles an Emotionen ab, was ich brauchte. Meine Role Models sind starke Frauen mit Herz."
Ganze Folge: Arabella Kiesbauer zeigt ihr Allgemeinwissen
Durch Zufall beim Fernsehen
Eigentlich hatte die heranwachsende Arabella mit Film und Fernsehen gar keine Berührungspunkte. "Ich wollte Architektur studieren und Innenarchitektin werden." Die Fächer Mathematik und Statik schreckten sie allerdings ab. "Dann wollte ich Jura studieren und Anwältin werden, weil ich einen großen Gerechtigkeitssinn habe. Geworden ist es dann Publizistik und Theaterwissenschaften."
"Mein Stiefvater führte das Hansa-Theater in Alt-Moabit, ich wollte es übernehmen. Das war der Plan. Dann kam es anders, wie so oft im Leben, und ich landete beim Fernsehen." So beschreibt Arabella Kiesbauer in einem "Bild"-Interview ihren Einstieg in die Welt der Fernseh-Moderation Ende der 1980er-Jahre.
TV-Start beim ORF: Fragwürdige Schlagzeilen
Im Jahr 1988 ging dann alles ganz schnell: Arabella Kiesbauer wurde als Studentin beim Kellnern in einer Wiener Bar entdeckt - und stand schon zwei Wochen später für das ORF-Jugendmagazin "X-Large" vor der Kamera. 1991 wurde sie Programm-Ansagerin bei ProSieben. "Plötzlich wurde meine Hautfarbe in den Medien thematisiert, und ich wurde 'die erste dunkelhäutige Moderatorin' im Fernsehen", erinnert sie sich." Damals war oft die Schlagzeile zu lesen: "Arabella bringt Farbe ins Fernsehen'."
Der Durchbruch kam 1994 mit der Nachmittags-Talkshow "Arabella"
Das Moderieren scheint ihr im Blut zu liegen. Seit ihrer Zeit beim ORF ist Arabella Kiesbauer im Fernsehen aktiv. Der Durchbruch kam 1994 mit der Nachmittags-Talkshow "Arabella" auf ProSieben. Statt Promis interviewte die schlagfertige Moderatorin Privatpersonen - und machte bisweilen ungewöhnliche Themen zum Gesprächsthema. Beispiele gefällig? "Vorspiel, nein danke", "Ich liebe den Vater meiner Freundin" oder, sechs Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung, "Die Mauer muss wieder her".
"Natürlich haben wir Grenzen überschritten, haben Neues ausprobiert und uns aufs Glatteis gewagt", sagte Arabella Kiesbauer 2017 rückblickend im Magazin "Der Spiegel". Das kam zunächst gut an, und noch im ersten Jahr gewann sie den Bayerischen Fernsehpreis.
Auf Kritik folgt ein Schock-Erlebnis: "Zuerst war ich wie gelähmt"
Im Laufe ihrer zehnjährigen "Arabella"-Karriere kippte die Stimmung jedoch. Beschwerden, unter anderem wegen Gefährdung des Jugendschutzes, häuften sich. Der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sprach von einer "niveaulosen, minderwertigen, primitiven und unmenschlichen Darstellung". Mit der Kritik konnte die taffe Moderatorin gut umgehen.
Nicht aber mit einem Ereignis am 9. Juni 1995. Damals ging eine Briefbombe in ihrem Münchner Talkshow-Studio hoch - adressiert an sie. Zum Glück wurde niemand schwer verletzt, aber der Schrecken war groß. "Ich musste mich von einer gewissen Leichtigkeit des Seins verabschieden", sagte Kiesbauer 25 Jahre später der Deutschen Presse-Agentur. "Zuerst war ich wie gelähmt."
Rassistischer Anschlag im "Arabella"-Studio
Es war ein rassistischer Anschlag des österreichischen Rechtsterroristen Franz Fuchs. Die Folge: Die Sicherheitsmaßnahmen um das Studio und ihre Person wurden massiv verstärkt. "Das Schlimmste war aber der 'Verlust der Unschuld'", sagte Kiesbauer. Sie habe sich vom "unerschütterlichen Glauben an das Gute verabschieden" müssen.
Es blieb leider nicht der einzige Rassismus-Vorfall in ihrer Karriere. "Früher bekam ich rassistische Briefe ohne Absender, mittlerweile stehen der komplette Name und die Anschrift darauf", sagte die Moderatorin 2020. "Erschreckend ist, dass die rechte Szene das Gefühl hat, sich nicht mehr 'verstecken' zu müssen", fügte sie hinzu.
Ab 2005 zog sich Arabella Kiesbauer vorübergehend zurück
Nach zehn Jahren "Arabella" beendete Kiesbauer 2005 ihr Engagement. Auch, um ihr Privatleben zu sortieren. Sie ist seit November 2004 mit dem Wiener Personalberatungs-Unternehmer Florens Eblinger verheiratet. Die gemeinsame Tochter Nika kam 2007 zur Welt, der Sohn Neo 2010. Vor Nikas Geburt besuchte Kiesbauer die Familie ihres 1999 verstorbenen Vaters in Ghana. "Ich machte seine Familie ausfindig, lernte meine Halbgeschwister kennen und wurde herzlich in den Kreis aufgenommen", berichtete sie später.
Moderation von "Bauer sucht Frau" in Österreich
Seit ihrem Einstieg in "Bauer sucht Frau Österreich" im Jahr 2014 ist Arabella Kiesbauer wieder präsenter im Fernsehen, wenn auch häufiger in ihrem Heimatland als in Deutschland. Einen österreichischen Pass hat sie übrigens nicht. "Als deutsche Staatsbürgerin, die ich durch meine Mutter bin, darf ich in Österreich nicht einmal wählen."
Arabella Kiesbauer bei "Das große Promibacken" 2026
Inzwischen ist Arabella immer wieder in einzelnen Shows zu sehen, wie zum Beispiel "Das große Allgemeinwissensquiz" oder "Murmel Mania". Doch nun folgt der große Auftritt am Backofen: Arabella Kiesbauer zeigt, was sie in Sachen Torte kann. Mit dabei in der Jubiläumsstaffel von "Das große Promibacken" sind Kandidat:innen aus TV und Sport, wie zum Beispiel der ehemalige Fußball-Nationalspieler Thomas Helmer, Schauspielerin Rebecca Immanuel, Moderator Maxi Arland oder Comedy-Ikone Thomas Hermanns.
"Das große Promibacken" startet am Mittwoch, 11. Februar mit der ersten von insgesamt 8 Folgen in seine zehnte Staffel. Alle weiteren Sendezeiten und Sendetermine: immer mittwochs um 20:15 Uhr in SAT.1 und auch im kostenlosen Stream auf Joyn verfügbar.
Das große Promibacken
In der diesjährigen Staffel zeigen zehn Promi-Hobbybäcker:innen, was sie in Sachen Backen draufhaben. Wer macht das Rennen, sichert sich den "Goldenen Cupcake", 10.000 Euro für einen guten Zweck? Beurteilt werden die süßen Versuchungen traditionell von Deutschlands Königin der Motivtorte, Bettina Schliephake-Burchardt und Christian Hümbs, dem mehrfachen Patissier des Jahres. Enie van de Meiklokjes moderiert "Das große Promibacken".
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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