Nur eigene Szenen

Überraschendes Geständnis: So oft schaut Harald Schmidt "Das Traumschiff"

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von Lars-Ole Grap

Moderator und Entertainer Harald Schmidt gehört seit 17 Jahren zum "Traumschiff"-Cast.

Bild: ZDF und Dirk Bartling


Seit fast zwei Jahrzehnten spielt Harald Schmidt auf dem wahrscheinlich berühmtesten Schiff im deutschen Fernsehen den Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle - doch die "Traumschiff"-Folgen schaut er nicht regelmäßig.

Harald Schmidt über "Das Traumschiff": Warum er die Kultserie selbst kaum anschaut

Wenn Harald Schmidt als Oskar Schifferle über die Decks des ZDF-"Traumschiffs" geht, könnte man meinen, er sei der größte Fan der Kultserie. Die Realität sieht allerdings etwas anders aus: Der 68-jährige Entertainer hat im Podcast "Talk mit Thees" ein amüsantes Geständnis abgelegt, das allerdings so manchen "Traumschiff"-Fan die Augenbrauen hochziehen lässt.

"Ich schaue es in der Mediathek und nur meine Szenen", gesteht der Entertainer auf Nachfrage des Moderators Kristian Thees. Seit 2008 verkörpert Schmidt den Kreuzfahrtdirektor auf dem beliebten Ozeanriesen - über 20 Folgen hat er bereits gedreht, unzählige Szenen mit wechselnden Gäst:innen gespielt. Doch eine komplette Episode von Anfang bis Ende, mit all den romantischen Verwicklungen und emotionalen Wendungen schauen? Fehlanzeige.

Der Grund dafür ist so simpel wie ehrlich: Er interessiert sich schlichtweg nicht für Spielfilme oder Serien. Stattdessen schaue sich der Entertainer lieber politische Talk-Runden und Diskussionsformate im Fernsehen an. "Mir fehlt auch die Zeit", fügt er zur Erklärung hinzu.

Die Ironie der Situation ist dabei trotzdem fast charmant: Harald Schmidt prägt seit 17 Jahren eine der beliebtesten deutschen TV-Serien - und schaut sie selbst nur selten. Für jede "Traumschiff"-Folge verbringe er bis zu zwei Wochen an Bord des Luxusliners, wie er im Podcast verrät. Die Szenen für das Kultformat werden an exotischen Schauplätzen rund um den Globus gedreht.

Erlebe Harald Schmidt in einer skurrilen Nebenrolle

Harald Schmidt über Social-Media-Stars beim "Traumschiff"

Besonders deutlich ist sein Standpunkt, wenn es um die moderne Besetzungspolitik der Serie geht. Die zunehmende Präsenz von Social-Media-Stars und Influencer:innen an Bord des "Traumschiffs" betrachtet der erfahrene Entertainer mit großer Skepsis. "Die werden einem teilweise auch gar nicht mit Namen vorgestellt", wie er bereits in einem Interview gegenüber der dpa kritisierte. "Die werden entsprechend ihren Fähigkeiten eingesetzt", so Schmidt.

Trotz seines feinsinnigen Sarkasmus zeigt er sich zugleich pragmatisch. Er erkenne an, dass der Trend durchaus seine Berechtigung habe - zumindest aus Sicht des ZDF: Junge Influencer:innen bringen oft auch ein jüngeres Publikum mit, die Klickzahlen in der Mediathek und die Resonanz in den sozialen Medien sprächen für sich. Ein Konzept, das wirtschaftlich offenbar funktioniert, auch wenn klassische Schauspieler:innen dem Ansatz mitunter kritisch gegenüberstehen. Denn neben Schmidt äußerte sich auch Schauspiel-Kollegin Katerina Jacob zu Social-Media-Stars beim "Traumschiff".

Trotz aller Veränderungen, Modernisierungsversuche und gelegentlicher Kritik ist das ZDF-"Traumschiff" eine feste Größe im deutschen Fernsehen geblieben. Seit 1981 nimmt die Kultserie ihr Publikum an spektakuläre Schauplätze mit - von der Karibik über die Südsee bis hin zu den Fjorden Norwegens - und erzählt dabei kleine, emotionale Geschichten mit großer Wirkung. Die bewährte Mischung aus Romantik, Humor und Fernweh funktioniert bis heute: Regelmäßig beschert sie dem ZDF gute Quoten und generationsübergreifende Aufmerksamkeit.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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