Ex-"Hubert und Staller"-Star

Gastrolle bei "Der Alte": Ist Helmfried von Lüttichau wieder so schön schräg?

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von teleschau

Helmfried von Lüttichau ist bald 70, doch sein künstlerischer Tatendrang scheint ungebremst.

Bild: Agentur Knoch/Gerald von Foris


Die meisten kennen Helmfried von Lüttichau aus der Serie "Hubert und Staller", in der er sieben Jahre lang den eigenwillig-einzigartigen Polizeibeamten Staller verkörperte. Der Erfolg ermöglichte dem Schauspieler das kostbarste Gut: Freiheit. Und er nutzt sie.

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Helmfried von Lüttichau - ja er heißt wirklich so, eigentlich sogar Helmut Friedrich Wilhelm Helmfried Graf von Lüttichau - fand erst spät Erfolg. Zumindest, was die breite Öffentlichkeit anbelangt. Denn der dem meißnischen Adelsgeschlecht Lüttichau angehörende gebürtige Hannoveraner wurde erst dank des großen und vor allem unerwarteten Erfolgs der heutigen Kult-Serie "Hubert und Staller" zum Medien-Star. 2011 ging es los. Da war von Lüttichau schon 54 Jahre alt - und seit 34 Jahren im Schauspielgeschäft.

1977 begann er an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München seine Schauspielausbildung. Dort studierten auch Schauspielgrößen wie Mario Adorf, Axel Milberg oder Ruth Drexel. Und auch von Lüttichau wollte einer der ganz Großen werden. "Mir war klar, ich gehe an ein Theater, fange in der Provinz an und arbeite mich nach oben", schilderte von Lüttichau 2024 im Interview mit "Camping Wirtschaft heute". TV-Karriere? Daran war nicht zu denken: "Fernsehen war damals am Theater verpönt und 'Tatort' war ein Schimpfwort."

Mittlerweile ist der Krimi eher sein Zuhause, auch nach dem Aus bei "Hubert und Staller". In der 50. Staffel von "Der Alte" spielt von Lüttichau in zwei Folgen als Gaststar mit. Sein Debüt in der Episode "Mia" wird am Freitag, 17. April, um 20.15 Uhr im ZDF und über den Livestream auf Joyn gesendet. Von Lüttichau spielt Professor Emerald Spindler, der in der Gerichtsmedizin aushilft. Und natürlich ist Spindler ziemlich schräg drauf - wie von Lüttichau in seinen Rollen ja meistens.

Schicksalhaftes Wiedersehen mit Christian Tramitz

Aber am Anfang stand das Theater. Von Lüttichau, der seit der Geburt auf dem linken Auge wegen einer Linseneintrübung fast blind ist, spielte in Wuppertal, Düsseldorf, Berlin, Oberhausen. Und merkte schließlich, dass "Theater doch nicht so meins war". Eine recht späte Erkenntnis. "Denn da war ich schon 40."

Er hatte schon 1989 in einer Kleinstrolle sein TV-Debüt, aber erst ab Mitte der 90er-Jahre konzentrierte er sich auf die Arbeit vor der Kamera. Er landete erste Serien- und Kino-Rollen, war in Charlotte Links Neuverfilmung von "Pünktchen und Anton" (1999) zu sehen und spielte 2001 im Münchner "Tatort: Im freien Fall" den Mörder.

2004 traf von Lüttichau einen alten Schulfreund wieder: Christian Tramitz. Der, damals dank "Bullyparade" und "Der Schuh des Manitu" Superstar der Comedy-Szene, arbeitete an seiner eigenen ProSieben-Show "Tramitz and Friends". Und er wollte seinen alten Kumpel für ganz besondere Sketche haben. In denen ging es eigentlich nur um tiefbayerisches, unverständliches Gebrabbel. Und das haute so gut hin, dass Tramitz und von Lüttichau ihre Landei-Sketch-Rollen zu "Hubert und Staller" weiterentwickelten.

Und das, obwohl der gebürtige Hannoveraner von Lüttichau, als er mit sieben mit den Eltern nach Bayern zog, den hiesigen Dialekt erst mühsam lernen musste. "Sonst wär ich ausgeschlossen worden."

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Sieh Helmfried von Lüttichau in "Der letzte Bulle" kostenlos im Stream auf Joyn

Erst kamen private Tragödien, dann der Durchbruch

Bevor der Durchbruch kam, kam die Tragödie. Von Lüttichau verlor erst seine Eltern und dann, 2009, seine Frau an Krebs. Seit 1992 war er mit der 15 Jahre älteren Schauspielerin Karin Werner verheiratet gewesen. Am Ende begleitete er sie aufopferungsvoll in den Tod, engagiert sich seither für die Deutsche Palliativstiftung.

Der Erfolg kam erst langsam durch die Serie "Der letzte Bulle", wo er ab 2010 (und auch zuletzt im Serien-Comeback) den Leiter der Mordkommission spielte. Auf sein Engagement als Strickerpirat in "Wickie und die starken Männer" (2009) folgte schließlich "Hubert und Staller". Der Erfolg blieb auch, als von Lüttichau 2018 nach der siebten Staffel freiwillig und ohne jeden Groll ausstieg. Er wollte frei sein für Neues, nicht in der Serien-Tretmühle gefangen sein.

Seither hoffen die Fans, dass er doch noch mal zurückkehrt. Aber der 69-Jährige erteilte mehrfach Absagen. "Ich habe mich inzwischen weiterentwickelt, sodass es für mich komisch wäre, zurückzugehen. Ich liebe diese Rolle, und sie war ein wichtiger Teil in meinem Leben. Aber jetzt bin ich weitergegangen, und es zieht mich nicht mehr zurück", erläuterte er 2020 im Interview mit der Agentur teleschau. Eine einmalige Gastrolle könnte er sich indes vorstellen: "Da habe ich nie nein gesagt."

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Ein Comeback bei "Hubert und Staller" ist ausgeschlossen - fast

Allein - es könnte an Zeit fehlen. Denn die Freiheit für Neues nutzte und nutzt Helmfried von Lüttichau aus. Im Februar hatte sein zweites Solo-Programm "Weil's raus muss" Premiere. "Lüttichau hat tatsächlich eine eigene Form gefunden, eine Art Personality-Show zwischen Kabarett, Theater und Konzert", lobte die "Süddeutsche Zeitung". Als Kleinkünstler ist der Bewunderer von Komik-Idol Carl Valentin ein Shooting-Star. Und das mit bald 70.

Nebenbei veröffentlichte er den Gedichtband "Was mach ich wenn ich glücklich bin" und komponiert eigene Songs. Und er findet Lust und Muße, in diversen Serien und Filmen "vorbeizuschauen". Er war in "Die Bergretter" zu sehen, machte eine "Kreuzfahrt ins Glück" und brillierte in dem Drama "Sturm kommt auf".

Mit seinem Solo-Programm "Weil's raus muss" ist von Lüttichau bis in den Dezember 2027 auf Tour. Das Leben unterwegs sei für ihn, der einst Rockstar werden wollte, etwas Schönes - für seine Liebsten hingegen schwer. Denn seine zweite Ehefrau Gabriela, mit der er seit 2015 verheiratet ist und mit Hündin Loni in Schwabing und am Schliersee lebt, können nicht bei jedem Termin dabei sein.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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