Der Cast im Projekt-Check
"Downton Abbey": Was haben die Schauspieler danach gemacht?
Veröffentlicht:
von Anne OppelWas geschah mit Earl Robert Crawley (Hugh Bonneville) und seinen Schauspiel-Kolleg:innen nach dem Ende von "Downton Abbey"?
Bild: picture alliance / COLLECTION CHRISTOPHEL | StudioCanal - Columbia Pictures; picture alliance / ZUMAPRESS.com | Focus Features
Von 2010 bis 2015 spielte der harte Kern des "Downton Abbey"-Casts in sechs Staffeln der gefeierten Kostüm-Saga mit. Darauf folgten noch drei Kinofilme. Wenn Schauspieler:innen bei großen Erfolgsformaten dabei sind, wird es oft zur Herausforderung, diese Paraderolle abzulegen. Hier verraten wir, in welchen Projekten die bekanntesten Darsteller:innen nach der Serien-Zeit auf dem berühmten Schloss zu sehen waren.
Hugh Bonneville (Robert Crawley)
Hugh Bonneville ist seinem Image als liebenswürdiger Brite größtenteils treu geblieben, hat aber auch düsterere Töne angeschlagen.
"Paddington 2“ (2017): Der Engländer spielt das Familienoberhaupt einer Londoner Familie, die einen kleinen Bären am Bahnhof Paddington findet und bei sich aufnimmt. Diese Buchadaptionen sind mittlerweile Kultklassiker. Im dritten Teil (2024) reisen sie sogar gemeinsam in Paddingtons Heimat Peru. Hugh Bonneville erzählte mal in einem Interview, dass die größte Herausforderung am Set die Interaktion mit einem nicht existierenden Bären war. Oft starrte er während emotionaler Szenen nur auf einen Kopf aus Plastik oder einen kleinen Stock mit einem Klebeband-Markierungspunkt. Mittlerweile sei er deshalb ein Experte darin, "mit der Luft zu reden".
"I Came By" (2022): Ein krasser Rollen-Gegensatz zu Lord Grantham: Hugh Bonneville spielt in der Netflix-Produktion einen ehemaligen Richter, der ein sadistisches Geheimnis in seinem Keller verbirgt. Der Schauspieler hatte gezielt nach einer solchen Rolle gesucht: "Es war eine wunderbare Gelegenheit, jemanden zu spielen, der nicht im Geringsten nett ist. Nach Jahren, in denen ich Marmeladensandwiches gegessen oder Tee in einem Schloss getrunken habe, war es an der Zeit, die dunklere Seite zu erkunden", erklärte er in einem Interview.
"Die frei erfundenen Abenteuer von Dick Turpin" (2024): In dieser Comdey-Miniserie gibt er den Gegenspieler zur Hauptfigur. Als korrupter und ziemlich exzentrischer Gesetzeshüter hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Straßenräuber Dick Turpin (1705–1739) zur Strecke zu bringen. Eine besondere Challenge in dieser Produktion war für ihn sein Kostüm, das "gefühlt 90 Kilogramm" wog. Unter den Scheinwerfern wurde es außerdem unter der typischen Richter-Perücke des 19. Jahrhunderts extrem heiß. Hugh Bonneville beschrieb das Tragen der weiß-gelockten Kunsthaare als "ein privates Saunarium für die Kopfhaut."
Lass auch du dich von "Paddington Bär" verzaubern
In den bislang drei "Paddington"-Filmen spielt Hugh Bonneville den Familienvater Mr. Brown.
Bild: IMAGO/Landmark Media
Elizabeth McGovern (Cora Crawley)
Die Darstellerin der sanften Gräfin von Grantham konzentrierte sich nicht nur auf weitere Filmprojekte, sondern auch auf ihre Musikkarriere.
"The Commuter - Die Fremde im Zug" (2018): In dem Action-Thriller spielt sie die Ehefrau des Protagonisten (Liam Neeson). Der wird im Zug in ein tödliches Komplott verwickelt. Im echten Leben ist Elizabeth McGovern mit dem Produzenten und Regisseur Simon Curtis verheiratet, der unter anderem auch bei zwei "Downton Abbey"-Filmen und "The Chaperone" beteiligt war. Sie scherzte oft, dass es erfrischend sei, endlich mal an einem Film-Set zu sein, wo ihr Ehemann nicht der Chef ist und sie einfach "nur die Frau des Actionhelden" sein darf.
"The Chaperone" (2019): Elizabeth McGovern findet sich erneut in einer 1920er-Jahre-Kulisse wieder. In der Buchadaption von "Das Schmetterlingsmädchen" spielt sie eine Anstandsdame. Die begleitet eine junge, rebellische Tänzerin nach New York. Das Drehbuch stammt übrigens vom Downton-Schöpfer Julian Fellowes.
"War Of The Worlds" (ab 2019): In dieser achtteiligen Serien-Adaption spielt sie Helen Brown, eine der Überlebenden einer Alien-Invasion. Für das Format wurde regelmäßig "out of sequence" gedreht - also etwa Szenen aus Folge 1 direkt nach Szenen aus Folge 8. Die Schauspielerin gab zu, dass es ein echtes Gehirntraining war, ständig zwischen den Episoden zu springen. Sie musste jedes Mal genau überlegen, wer gerade noch mal gestorben war, wie viel Hoffnung ihre Figur in diesem Moment noch hatte und in welcher Stadt sie gerade sein sollten.
Bei ihrer Band Sadie and the Hotheads ist sie seit 2007 Frontfrau, Sängerin und Songschreiberin. Der Musikstil: Folk-Pop mit sehr persönlichen, teils humorvollen Texten. Drei Alben hat sie nach dem "Downton Abbey"-Serienende veröffentlicht, darunter ihr erstes Soloalbum "The Truth". Ihre Serien-Tochter Michelle Dockery (Lady Mary) hat übrigens gelegentlich als Background-Sängerin bei der Band mitgewirkt.
In der Sci-Fi-Serie "Krieg der Welten" (2019) spielt Elizabeth McGovern (r.) Helen, die sich unter anderem mit Sarah (Natasha Little) durch die dystopische Welt kämpft.
Bild: IMAGO/Capital Pictures
Maggie Smith (Violet Crawley)
Die scharfzüngige Witwe ist das humoristische Highlight der Serie. Dame Margaret Natalie "Maggie" Smith blieb bis zu ihrem Tod im September 2024 eine Ikone der Leinwand. Ihre weitere große Signature-Rolle war die der strengen Hogwarts-Lehrerin Minerva McGonagall in "Harry Potter".
"Best Exotic Marigold Hotel 2" (2015): In der Fortsetzung entwickelt sich ihre Figur Muriel Donnelly vom Gast zur Führungskraft: War sie im ersten Teil (2011) noch eine skeptische, fast fremdenfeindliche Besucherin, ist sie nun das strategische Gehirn hinter dem chaotischen Besitzer Sonny (Dev Patel). Zu Beginn des Films gibt es eine ikonische Szene, in der Muriel den Amerikanern erklärt, wie man eine ordentliche Tasse Tee zubereitet (das Wasser muss kochen!). Diese Szene wurde Maggie Smith praktisch auf den Leib geschrieben. Die Crew berichtete, dass sie auch privat sehr genau ansagte, wie ihr Tee am Set serviert werden sollte. Ihre Verachtung für lauwarmes Wasser war also absolut authentisch.
"The Lady In The Van" (2015): Eine ihrer berühmtesten Spätrollen (mit 80 Jahren!) ist die der Miss Shepherd. Die obdachlose Frau lebt 15 Jahre lang in einem Lieferwagen in der Einfahrt des berühmten Autors Alan Bennett. Verrückt ist, dass sie dieselbe Rolle 15 Jahre zuvor schon einmal im Queen's Theater gespielt hatte. Diesmal wurde tatsächlich vor dem Haus des Schriftstellers in London gedreht.
"Club der Wunder" (2023): In ihrem letzten Film spielt die Oscar-Gewinnerin Lily Fox, eine von zwei Frauen aus Dublin, die in den 60er Jahren bei einer Tombola eine Pilgerreise nach Lourdes gewonnen haben. Regisseur Thaddeus O'Sullivan sagte später einmal, dass Regie führen bei Maggie Smith eigentlich nur daraus bestehe, "ihr aus dem Weg zu gehen". Sie wisse eh instinktiv, wo die Kamera stehe und wie sie mit einem einzigen Blick mehr aussagen könne als mit drei Seiten Text.
Blicke hinter die Kulissen der legendären "Harry Potter"-Filmreihe
Im Film "Club der Wunder" geht die betagte Lily zusammen mit ihren Freundinnen auf abenteuerliche Pilgerreise.
Bild: IMAGO/Everett Collection
Laura Carmichael (Lady Edith)
Nach "Downton Abbey" hat sich die Britin erfolgreich vom Image der vom Pech verfolgten Schwester gelöst.
"Marcella" (2016): In dieser düsteren Crime-Serie schreibt sie als ehrgeizige Studentin der Kriminologie ihre Abschlussarbeit über einen berüchtigten Serienmörder, den "Grove Park Killer". Der scheint nach Jahren der Stille plötzlich wieder zugeschlagen zu haben. Besonders ungewöhnlich: Dem Serienschöpfer Hans Rosenfeldt war es beim Dreh sehr wichtig, dass niemand am Set wusste, wer der Mörder ist. Das sorgte für eine echte, unterschwellige Paranoia unter den Darsteller:innen.
"The Spanish Princess" (2019-2020): In dieser historischen Miniserie spielte sie Margaret "Maggie" Pole. Die wird eine enge Freundin und Beraterin von Katharina von Aragon (der "spanischen Prinzessin"). Sie dient ihr als Hofdame und wird später zur Gouvernante für Katharinas Tochter, Prinzessin Mary. Es war eine ihrer größten Rollen nach Downton, in der sie eine komplexe Frau am Hofe von Henry VIII. darstellte. Mit der Tudor-Zeit kehrte aber auch das Korsett zurück. Laura Carmichael scherzte in Interviews, dass sie eigentlich gehofft hatte, "die Ära der Atemnot" hinter sich gelassen zu haben.
"The Secrets She Keeps" (2020-2022): In diesem australischen Psychothriller-Format spielt sie Agatha Fyfle, eine Frau, die von dem anscheinend perfekten Leben einer Influencerin besessen ist. Die Serie war ein großer Erfolg und erhielt eine zweite Staffel. Als Agatha arbeitet sie in einem Supermarkt und sehnt sich nach einem Leben, das sie nicht hat. Zu Vorbereitung trieb sich Laura Carmichael deshalb inkognito in australischen Shops herum und beobachtete die Kassierer:innen und Kund:innen.
Laura Carmichael wird in "The Spanish Princess" zu Margaret Pole, die vergessene Ehefrau von Heinrich VIII.
Bild: IMAGO/Capital Pictures
Michelle Dockery (Lady Mary)
Die stolze Eisprinzessin mit dem weichen Kern ist eine der komplexesten Figuren der Serie. Dockery hat ihr Image der kühlen Aristokratin erfolgreich abgelegt, spielte aber weiterhin ähnlich toughe Frauen wie Lady Mary.
"Godless" (2017): Eine hochgelobte Western-Miniserie auf Netflix, in der sie Alice Fletcher heißt. Als verwitwete Farmbesitzerin und Pferdezüchterin weiß sie sehr gut mit dem Gewehr umzugehen. Vor dem Dreh musste die Schauspielerin in der Wüste New Mexikos aber erst mal ins Cowboy-Camp: Dort lernte sie das Reiten im Western-Stil, den Umgang mit Lassos und das Schießen (inklusive Armmuskel-Training).
"The Gentlemen" (2019): In der Action-Komödie von Kult-Regisseur Guy Ritchie spielt sie die scharfzüngige und stylishe Ehefrau eines Drogenbarons (Matthew McConaughey). In weiteren Hauptrollen sind Charlie Hunnam, Hugh Grant und Colin Farrell zu sehen. Eigentlich war Kate Beckinsale für die Rolle der Gangsterbraut gecastet worden. Als diese aus persönlichen Gründen kurz vor Drehstart aussteigen musste, sprang Michelle Dockery für sie ein.
"Anatomie eines Skandals" (2022): Als knallharte Staatsanwältin Kate Woodcroft führt sie in der Netflix-Miniserie einen Prozess gegen einen mächtigen Politiker. Der britische Minister James Whitehouse (Rupert Friend) wird beschuldigt, eine Affäre gehabt und eine Kollegin vergewaltigt zu haben. Als Staatsanwältin hält Michelle Dockery ellenlange Monologe mit schwierigen juristischen Fachbegriffen. Sie gestand, panische Angst davor zu haben, über diese Fremdwörter zu stolpern. Ihre Texte lernte sie deshalb Wochen im Voraus, fast wie für ein Theaterstück.
Michelle Dockery gibt in der Action-Komödie von Kult-Regisseur Guy Ritchie die Ehefrau vom Drogenboss Mickey Pearson (Matthew McConaughey).
Bild: ZUMA Press Wire
Dan Stevens (Matthew Crawley)
Der britische Darsteller des charmanten Aristokraten und Ehemanns von Lady Mary hat nach seinem (viel zu frühen) Serien-Aus viele verschiedene, internationale Rollen gespielt.
"Die Schöne und das Biest" (2017): In der Fantasy-Musical-Produktion von Disney schlüpft er in die Rolle des Biestes (und des Prinzen) an der Seite von Emma Watson. Da er auch singen musste, nahm er Gesangsunterricht und erhielt 2023 für das Lied "Evermore" eine Platin-Schallplatte in den USA sowie Silber in Großbritannien.
"Legion" (2017): In der Marvel-Serie hat Dan Stevens eine sehr komplexe Rolle. Er spielt David Haller, einen Mutanten mit multiplen Persönlichkeiten und gottesgleichen Kräften. Um Dan Stevens zu helfen, die Verwirrung seiner Figur darzustellen, nutzte der Regisseur Noah Hawley oft praktische Effekte statt nur CGI: So wurde er oft mit extrem schnellen Stroboskoplichtern oder sich drehenden Spiegeln konfrontiert, um die visuelle Überlastung von David real zu spüren.
"Ich bin dein Mensch" (2021): Ein deutscher (!) Film, in dem der Brite den humanoiden Roboter Tom gibt. Der ist darauf programmiert, der perfekte Partner für eine Frau zu sein. In der philosophischen Sci-Fi-Romanze von Regisseurin Maria Schrader spielte Dan Stevens seine Rolle fast vollständig auf Deutsch, er wurde nicht nachsynchronisiert. Eine bemerkenswerte Leistung für einen Nicht-Muttersprachler.
Dan Stevens (l.) als Mutant David Haller. Schauspiel-Kollege Harry Lloyd schlüpft in der Marvel-Serie in die Rolle von Professor X.
Bild: Capital Pictures
Jim Carter (Charles Carson)
Der zutiefst loyale Butler leitet als Fels in der Brandung den Haushalt der Familie Crawley. Auch in seinen weiteren Rollen schlüpfte Jim Carter regelmäßig in die Rolle des ergebenen Gefährten.
"King Lear" (2018): In der hochgelobten TV-Adaption mit Anthony Hopkins spielte er den treuen Gefolgsmann von König Lear. Er ist - wie auch Carson in "Downton Abbey" - der Inbegriff der Loyalität. Allerdings fiel er beim Dreh dadurch auch manchmal in alte Butler-Muster. Regisseur Richard Eyre musste ihn wohl hin und wieder daran erinnern: "Jim, du bist ein Graf, kein Diener! Du darfst dich setzen, bevor der König es tut."
"The Good Liar - Das alte Böse" (2019): Der Film lebt vom psychologischen Duell zwischen den Legenden Helen Mirren und Ian McKellen. Jim Carter übernimmt dabei eine Rolle, die perfekt zu seinem Talent für subtile Autorität passt: die des Komplizen im Schatten. Er ist der langjährige Partner und engste Vertraute des charmanten Betrügers Roy Courtnay (Ian McKellen). Da alle drei Hauptdarsteller:innen Theater-Erfahrung hatten und lange Texte gewohnt waren, konnte der Film in einer Rekordzeit von etwa zwei Monaten abgedreht werden.
"Wonka" (2023): In dem bunten Prequel zu der bereits mehrfach verfilmten Handlung des Kinderbuchs "Charlie und die Schokoladenfabrik" spielt er den ehemaligen Buchhalter Abacus Crunch. Er ist einer der unfreiwilligen Gefangenen in der Wäscherei von Mrs. Scrubbit. Dort wird er zu einem der engsten Verbündeten des jungen Willy Wonka (Timothée Chalamet). Jim Carter scherzte am Set oft, dass Mr. Carson einen Herzinfarkt bekommen hätte, wenn er sehen würde, wie ineffizient und schmuddelig diese Wäscherei geführt wird.
Privat engagiert er sich stark für Wohltätigkeitsprojekte und tritt oft gemeinsam mit seiner Ehefrau Imelda Staunton (bekannt als Dolores Umbridge aus "Harry Potter") auf.
Jim Carter (l.) gehört in dem Fantasy-Musicalfilm zur Wäscherei-Gang. Sie alle sind in die Schuldenfalle getappt und müssen deshalb lebenslang in der Schrubber-Hölle arbeiten - genau wie Willy Wonka. Gemeinsam schmieden sie allerdings einen Fluchtplan.
Bild: Everett Collection
Phyllis Logan (Mrs. Hughes)
Auf dem Schloss spielt sie die strenge, aber auch warmherzige Haushälterin. Später zeigte die Schottin, wie gut sie auch losgelöst und böse spielen kann.
"The Good Karma Hospital" (2017-2018): Sie tauschte die dunklen Korridore von Downton gegen das sonnige Indien ein und spielte eine sehr emotionale und lebensbejahende Frau, die allerdings eine lebensveränderte Diagnose auf dieser Reise bekommt. Eine ihrer Lieblingsszenen war die Nachstellung des Holi-Festivals. Dafür wurde die gesamte Crew mit buntem Farb-Pulver beworfen.
"Guilt - Keiner ist schuld" (2021): In dieser preisgekrönten schottischen Krimi-Serie zeigte sie eine deutlich härtere, düstere Seite abseits der gütigen Haushälterin. Zu Beginn wird sie als zerbrechliche Frau eingeführt, die im Rollstuhl sitzt. Doch hinter der Fassade verbirgt sich eine eiskalte Drahtzieherin, die den kriminellen Untergrund beherrscht. Zwischen den Takes wurde Phyllis Logan oft dabei beobachtet, wie sie kleine Rennen oder Slalomübungen mit dem Rollstuhl fuhr, um das Handling zu perfektionieren. Ihre Kolleg:innen nannten sie deshalb scherzhaft "die schnellste Gangsterbraut von Edinburgh".
"Die Misswahl - Der Beginn einer Revolution" (2020): Darin gibt sie die Mutter einer Geschichtsstudentin (Keira Knightley). Diese will 1970 das aus ihrer Sicht sexistische Spektakel der Misswahl live im Fernsehen stören. Der Wandel des klassischen Frauenbildes spielt hierbei eine große Rolle. Der Film basiert auf dem wahren Leben der Aktivistin Sally Alexander. Die kam während der Dreharbeiten sogar regelmäßig ans Set. Phyllis Logan nutzte die Gelegenheit, um sie immer wieder zu fragen: "Hätte deine Mutter das so gesagt?" oder "Hätte sie so geschaut?".
Keira Knightley (l.) als Tochter von Phyllis Logan. Die Geschichtsstudentin will in den 70er Jahren dagegen ankämpfen, dass Frauen auf ihr Aussehen reduziert werden.
Bild: Capital Pictures
Joanne Froggatt (Anna Smith)
Als Anna ist sie nicht nur die erste Hausdame, sondern die engste Freundin von Lady Mary. Die Schauspielerin zeigte danach, dass sie sich in so ziemlich jeden Frauencharakter einfühlen kann.
"Liar" (2017-2020): In dieser packenden Thriller-Serie spielte sie eine Lehrerin, die einen Chirurgen der Vergewaltigung bezichtigt. Ein Riesenerfolg bei Kritiker:innen. Ein Großteil der Serie wurde in der englischen Küstenlandschaft gedreht. Joanne Froggatt musste für einige Szenen im kleinen Boot aufs Wasser hinausfahren. Später gab sie zu, dass sie bei Wind und Wellen ziemlich mit Seekrankheit zu kämpfen hatte, während sie vor der Kamera völlig entschlossen wirken musste.
"Mary Shelley" (2017): Ihre Figur ist das komplette Gegenteil der herzlichen Anna: Als Stiefmutter der rebellischen Titelfigur Mary Shelley wird sie zur strengen, kontrollierenden und wenig einfühlsamen Antagonistin. Der Film wurde übrigens von Haifa Al-Mansour inszeniert, der ersten weiblichen Regisseurin aus Saudi-Arabien. Joanne Froggatt war tief beeindruckt von ihren Vision. Sie betonte oft, wie besonders die Atmosphäre am Set war, da der Film von Frauen über eine der bedeutendsten Autorinnen der Geschichte (etwa von "Frankenstein") gemacht wurde.
"North Star" (2023): Das Familiendrama dreht sich um drei Schwestern (gespielt von Scarlett Johansson, Sienna Miller und Emily Beecham), die zur dritten Hochzeit ihrer Mutter (Kristin Scott Thomas) auf das englische Landgut ihrer Kindheit zurückkehren. Als warmherzige Krankenschwester Georgina wird sie zum emotionalen Kontrast zu den glamourösen, teilweise zerstrittenen Schwestern. Ganz anders war die Stimmung am Set: Die drei Darstellerinnen verstanden sich sofort und neckten sich wie Geschwister.
Nach einem Date mit dem Chirurgen Andrew Earlham (Ioan Gruffudd) beschuldigt die Lehrerin Laura Nielson (Joanne Froggatt) ihn der Vergewaltigung. Der Arzt bestreitet die Tat vehement. Wer von beiden lügt?
Bild: Everett Collection
Brendan Coyle (John Bates)
Als Kammerdiener leidet er unter einer Kriegsverletzung und ist in der Serie auf seinen Krückstock angewiesen. Nicht nur den, sondern auch seinen schweren emotionalen Ballast konnte er in den weiteren Rollen ablegen.
"Ein ganzes halbes Jahr" (2016): In dieser weltweit erfolgreichen Bestseller-Verfilmung gibt er den Vater der Hauptfigur Lou (Emilia Clarke). Die pflegt einen Millionär, der im Rollstuhl sitzt und vom Leben frustriert ist. Brendan Coyle verkörperte den arbeitenden Familienvater mit genau der gleichen Wärme und Bodenständigkeit, die man von Bates kannte. Während der Dreharbeiten in Wales wurde der britisch-irische Schauspieler oft in lokalen Pubs gesichtet, wo er die walisische Gastfreundschaft genoss.
"Maria Stuart, Königin von Schottland" (2018): In diesem hochkarätigen Historien-Drama (mit Saoirse Ronan und Margot Robbie) kehrt Brendan Coyle zum Kostümfilm zurück. Er spielt den Earl of Lennox - und zwar mit langen Haaren und massivem, grau meliertem Vollbart. Mit dem hatte er es in der Mittagspause am Set nicht leicht. Er scherzte, dass er nach jeder Mahlzeit eine halbe Reinigungsmannschaft brauchte, um die Überreste aus seinem "Gesichtsteppich" zu entfernen.
"Requiem" (2018): In dieser mysteriösen Netflix/BBC-Miniserie übernimmt er die Rolle eines ehemaligen Polizisten, der in ein dunkles Geheimnis um ein verschwundenes Kind verwickelt ist. Das Thema hat den Darsteller auch privat sehr mitgenommen. Die Stimmung am Set war daher oft sehr ernst und Brendan Coyle unternahm in den Pausen lange Spaziergänge in der walisischen Natur, um den Kopf frei zu bekommen.
In der emotionalen Liebesgeschichte spielt Brendan Coyle (M.) den Vater von Louisa (Emilia Clarke, 2. v. r.). Die pflegt den zynischen Millionär Will Traynor (Sam Claflin, r.), der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Durch ihre offene Art gewinnt auch er wieder etwas Lebensmut zurück.
Bild: Everett Collection
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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