Neue ZDF-Serie im Fokus

"Einfach Elli"-Star Sebastian Griegel spricht über seine Rolle und eine mögliche Fortsetzung

Veröffentlicht:

von Johanna Grauthoff

Elli Kempfer (Klara Deutschmann, l.) und Felix Sorell (Sebastian Griegel) sprechen über eine frühere Patientin, die Felix noch kennt.

Bild: ZDF und Susanne Bernhard


Zwei Filme, starke Themen und viele offene Fragen: "Einfach Elli" lief auf einem prominenten ZDF-Sendeplatz - doch wie geht es weiter? Schauspieler Sebastian Griegel spricht über seine Rolle, die Besonderheiten der Serie und seine Hoffnung auf neue Folgen.

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Zwischen "Bergdoktor"-Slot und Zukunftsfrage

Mit "Einfach Elli" hat das ZDF eine neue Serie ins Rennen geschickt - und das direkt auf einem der begehrtesten Sendeplätze im deutschen Fernsehen: dem Primetime-Slot am Donnerstag. Dort, wo sonst Formate wie "Der Bergdoktor" laufen, wurden im März zwei Filme von "Einfach Elli" ausgestrahlt.

Doch nach diesen beiden Episoden ist vorerst Schluss: Ob und wann es weitergeht, ist aktuell noch unklar. Auch Schauspieler Sebastian Griegel, der in der Serie Felix Sorell spielt, hat dazu keinen Wissensvorsprung, wie er im "Ruhr24"-Interview erzählt: "Ich weiß nicht mehr als die Zuschauer:innen momentan."

Eine Entscheidung über eine mögliche Fortsetzung dürfte noch einige Wochen auf sich warten lassen. "So lang harre ich aus. Aber ich würde mich freuen, wenn's weitergeht. Ich habe da große Freude dran", so Griegel im Interview.


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Warum "Einfach Elli" mehr als nur eine Medical-Serie ist

Für Sebastian Griegel liegt die Besonderheit der Serie vor allem darin, dass sie unterschiedliche Generationen anspricht - etwas, das im klassischen ZDF-Programm nicht immer selbstverständlich ist.

"Ich finde, 'Einfach Elli' schafft es wirklich, junge Menschen abzuholen mit Themen, die superaktuell sind - gerade das ADHS-Thema, was Klara fantastisch umsetzt", erklärt er.

Dabei wird die Diagnose nicht als Schwäche erzählt, sondern als Teil der Stärke der Hauptfigur Elli (Klara Deutschmann). Gerade dieser Perspektivwechsel sorgt laut dem Darsteller für großes Interesse beim Publikum.

Hinzu kommt die eindrucksvolle Kulisse: "Eine wahnsinnig schöne Landschaft - die Deutschen sind sehr stolz auf ihre Berge", erzählt er "Ruhr24". Die beeindruckenden Drehorte von "Einfach Elli" würden dazu beitragen, dass die Serie eine ungewöhnlich breite Zuschauerschaft anspricht.

Felix Sorell: Zwischen Pragmatiker und Softie

Sebastian Griegel spielt in der Serie den Notfallsanitäter Felix Sorell - einen Kollegen der Hauptfigur. Die Rolle reizte ihn von Anfang an, auch wegen seines persönlichen Interesses an Medizin:

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Ich wollte immer Arzt werden. Und als ich gesehen habe, man bietet mir einen Rettungssanitäter an, war ich erst mal Feuer und Flamme.

Sebastian Griegel

Für seine Darstellung ließ er sich auch von echten Eindrücken inspirieren. In Gesprächen mit Mediziner:innen habe er immer wieder gehört, dass Sanitäter:innen oft eine besondere Mischung aus Coolness und Gelassenheit mitbringen und immer "einen dummen Spruch auf den Lippen haben".

Felix verkörpert genau das. Er bleibt ruhig, fokussiert sich auf seinen Job und hält emotional Abstand - zumindest nach außen. "Der ruht die meiste Zeit ziemlich in sich. [...] Der ist so ein Pragmatiker", beschreibt Griegel seine Figur.

Tougher Retter mit weichem Kern

Doch hinter der coolen Fassade steckt mehr. Felix ist zwar direkt und manchmal auch hart, gleichzeitig aber sensibel.

"Ich hoffe, jeder wird merken, dass er eigentlich ein kleiner Softie ist, der sich gern hinter Humor und harten Sprüchen versteckt", sagt Griegel dem ZDF. Diese Mischung aus Härte und Verletzlichkeit macht den Charakter besonders.

Gerade das Ausbalancieren dieser Gegensätze sei auch schauspielerisch eine Herausforderung gewesen: Wann zeigt Felix klare Kante und wann lässt er Nähe zu? Es sei "wirklich ein Aushandlungsprozess", bei dem er aber gute Unterstützung von der Regie bekommen habe.

Ein zentraler Aspekt seiner Figur ist zudem das Setzen von Grenzen. Felix hilft anderen, achtet dabei aber auch auf sich selbst: "Wenn er nicht auf seine Grenzen achtet, kann dieser Beruf ihn ganz schön fertig machen", so der Schauspieler. Diese Haltung gibt er auch an Elli als Schutzmechanismus in einem fordernden Job weiter.

Zwischen Einsatz und Emotionen: Felix (Sebastian Griegel, l.) und Elli (Klara Deutschmann) verbindet mehr als nur der Rettungsdienst.

Bild: ZDF und Susanne Bernhard


Die Dynamik zwischen Felix und Elli

Im Mittelpunkt der Serie steht nicht nur der medizinische Alltag, sondern auch die Beziehung zwischen den Figuren - insbesondere zwischen Elli und Felix.

Zu Beginn ist ihre Verbindung noch unklar. Sie arbeiten zusammen, wirken vertraut, doch gleichzeitig liegt eine gewisse Spannung in der Luft. "Erst mal sind sie Kolleg:innen, dann weiß man gar nicht: Ist da eine Spannung zwischen den beiden oder bildet man sich das ein?", beschreibt Griegel die Ausgangssituation.

Im Verlauf der Geschichte wird deutlich, dass die beiden mehr verbindet als nur der Job. Für Griegel liegt darin eine der spannendsten Ebenen der Serie: "Wie geht man damit um, wenn man sich mag, zusammenarbeitet und eine tiefe Verbindung hat und eventuell auch Geschichte", erzählt er "Ruhr24".

Dreharbeiten zwischen medizinischem Anspruch und Teamspirit

Die Produktion selbst stellte das Team vor einige Herausforderungen. Medical-Formate gelten als aufwendig - nicht zuletzt wegen der vielen Details, die realistisch wirken müssen. "Du brauchst viele Requisiten, du brauchst Vorbereitung, du brauchst Training", erklärt Griegel. "Das soll ja aussehen, als hätten wir das schon ein paar Jahre gemacht und nicht zum ersten Mal irgendwas davon in der Hand. Wie überall sind Zeit und Geld gerade nicht im Überfluss da. Da muss man auch Improvisations-Talent beweisen.“

Trotzdem überwiegt für ihn der positive Eindruck - vor allem wegen des Teams. "Ich finde diesen Cast fantastisch. Das sind alles wahnsinnig tolle Kollegen und Kolleginnen, die wirklich liebevoll miteinander umgehen - die keine Ego-Probleme haben, die Lust haben, miteinander zu arbeiten und dann auch noch verdammt witzig sind und halt einfach gut.“

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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