Perfekte Mischung aus Medizin und Drama

Darum ist "Grey’s Anatomy" die beste Arztserie

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Grey's Anatomy sorgt für die emotionalsten Serienmomente

Bild: IMAGO / Cinema Publishers Collection, picture alliance / Mary Evans/AF Archive/Touchstone | AF Archive , IMAGO / Bestimage


Heutzutage gibt es Serien wie Sand am Meer. Und doch gibt es unter ihnen solche wie "Grey's Anatomy", deren spektakuläre Momente, tiefgreifende Charaktere und die romantischsten Liebesgeschichten sie für mich unersetzbar machen.

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"Grey's Anatomy" hat über die letzten zwei Jahrzehnte - mit mittlerweile 22 Staffeln und über 450 Folgen - bewiesen, dass es das Serien-Game durchgespielt und verstanden hat, wie man auch über so einen langen Zeitraum Zuschauer:innen in den Bann zieht. Aber was ist das das Geheimnis? Für mich ist es die perfekte Mischung aus außergewöhnlichen Medizinfällen und Zwischenmenschlichkeit auf den Gängen des Grey Sloan Memorial, die bewegt.

Emotionale Bindung zum Cast

"Grey's Anatomy" begleitet mich nun schon seit vielen Jahren und zählt zu meinen absoluten Lieblingsserien. In den verschiedensten Phasen meines Lebens habe ich ganze Staffeln hintereinander verschlungen, und auch wenn die Serie mal ein wenig in den Hintergrund gerückt ist, bin ich immer wieder zu ihr zurück gekommen und lasse mir bis heute keine neue Folge entgehen.

Was mich besonders beeindruckt sind die Figuren aus dem Cast, die von Beginn des Serienstarts 2005 an treue Mitglieder der "Grey’s-Anatomy"-Familie sind und seit Folge eins der ersten Staffel gemeinsam vor der Kamera stehen. Miranda, Richard aber auch Meredith - auch wenn sie in den neuen Staffeln weniger präsent ist, bleibt sie bis heute ein fester Bestandteil der Serie - faszinieren mich seit einer Ewigkeit mit ihren Geschichten. Wir waren und sind immer noch dabei, wie sie ihre größten Erfolge und tiefsten Krisen erleben, Herausforderungen bewältigen und selbst die unglaublichsten medizinischen Fälle durch innovative Operationen und Behandlungsmöglichkeiten lösen.

Durch diese emotionalen Achterbahnfahrten hat man über die lange Zeit fast schon das Gefühl, selbst Teil der "Grey’s"-Welt in Seattle zu sein. Von Lachen und Weinen über Bangen bis am Boden zerstört sein: die Tiefe der Charaktere und Geschichten haben mich über die Zeit hinweg immer wieder dazu gebracht, auf allen Ebenen mitzufühlen.

Die hohe Figurenvielfalt macht es möglich, sich in die unterschiedlichen Lebenssituationen hineinzuversetzen und mit den komplexen Rollen zu identifizieren. Die Träume, Ängste, Hoffnungen, Verluste, die man im eigenen Leben durchlebt, finden sich auch kontinuierlich in der Serie wieder. So kann es durchaus passieren, dass man sich "gemeinsam" mit den Seriencharakteren entwickelt.

Seit Jahren gelingt es den Produzent:innen der ABC-Serie aufs Neue, außergewöhnliche Fälle und Handlungsstränge zu erschaffen, die mich immer wieder fesseln. Natürlich vermisst man hin und wieder die ein oder andere Figur - manche mehr, manche noch mehr und manche weniger - und muss sich an neue Gesichter gewöhnen. Aber mit einem fein abgestimmten Storytelling, dem gelungenen Mix aus Medizin und den persönlichen Geschichten der Ärzt:innen sowie einem mehr als vielfältigen Cast schaffen sie es bis jetzt, die Serie dauerhaft spannend und emotional mitreißend zu gestalten. Umso mehr freue ich mich, dass sich die Macher:innen von "Grey's Anatomy" Staffel für Staffel dazu entscheiden, weiter zu produzieren.

Die besten Love Stories

Meredith & Derek (aka McDreamy), Lexie & Mark, Callie & Arizona, Christina & Burke, Izzy & Alex, Jo & Link, Amelia & Owen, April & Jackson, Bailey & Ben, Richard & Catherine und und und. Die Liste der Liebesbeziehungen im Grey Sloan Memorial Hospital könnte endlos weitergeführt werden. Von der ersten Folge an tragen die meist mehr als dramatischen Romanzen mit die größte Bedeutung für den Erfolg meiner Lieblingsserie.

Besonders überzeugen mich in "Grey's Anatomy" die diversesten Beziehungsformen, die in den einzelnen ihren Platz finden. Die Episoden erzählen vom klassischen One-Night-Stand, der in der großen Liebe endet, von One-Night-Stands ohne jegliche Gefühle, von Fremdverlieben, hoffnungslosen Affären und gleichgeschlechtlichen Beziehungen bis hin zu offenen Ehen und herzzerreißenden Break-Ups, die oft genug auch über viele Staffeln hinweg noch nicht überwunden sind. 

Meredith und Derek haben mit ihrer fesselnden Love-Story natürlich den absoluten Maßstab gesetzt und für viele der emotionalsten Serien-Highlights gesorgt. Es gibt aber zahlreiche Romanzen der neueren Staffeln, die meiner Meinung nach auf ihre eigene Weise glänzen und mich oft genug mitfiebern lassen und zu Tränen rühren. Ach ja - sogar Nick Marsh (Meredith's neuer Partner) sehe ich als eine passende Besetzung und die Geschichte um das Paar als authentisch erzählt.

Zwischen Medizin und Moral

Über die Jahre hinweg haben sich bekanntermaßen auch die Schlagzeilen und Geschehnisse in der echten Welt überschlagen. Die Autor:innen der Arztserie haben sich immer wieder dazu entschieden, ethischen, politischen und moralisch umstrittenen Themen auf ihre Art und Weise Raum zu geben, Missstände aufzuzeigen und in der echten Welt existieren Probleme mit in die Erzählstränge der Geschichten im Grey Sloan Memorial Hospital einfließen zu lassen.

Themen wie Waffengesetze, das amerikanische Gesundheitssystem, Feminismus, Rassismus oder die Corona-Krise haben ihren Platz in den Folgen bekommen und und wurden so von "Grey’s Anatomy" in vielen Folgen einem Millionenpublikum nahegebracht. Zuletzt wurden sogar die Dreharbeiten für einen Tag unterbrochen, sodass Cast- und Crewmitglieder an den Protesten gegen die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE teilnehmen konnten. Viel einfacher wäre es bestimmt, sich von solchen Themen fernzuhalten, um mögliche Kritik abzuwehren. Umso bewundernswerter ist es meines Erachtens nach, dass die Macher:innen der Serie hin- und nicht wegschauen und ihre große Reichweite bewusst nutzen.

Ich bin mehr als gespannt, wie viele Staffeln noch produziert werden und hoffe sehr, dass uns noch viele weitere Folgen mit Meredith und co. erwarten. Für mich bleibt der "Grey's Anatomy"-Zauber auch nach all den Jahren erhalten und die Stories aus dem Grey Sloan Memorial Hospital werden wohl auch weiterhin zu meinen Lieblingsgeschichten gehören.

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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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