Pläne, Allianzen und Drachen

"House of the Dragon" Staffel 2: Das Finale erklärt

Veröffentlicht:

von Anne O.

Wie geht es mit Rhaenyra Targaryen (Emma D'Arcy, l.) weiter und kommt es zum Kampf? Wir erklären das Ende der zweiten Staffel.

Bild: IMAGO/Landmark Media


In der zweiten Staffel formieren sich "Die Schwarzen" um Königin Rhaenyra und "Die Grünen" um König Aegon II. für den Bürgerkrieg in Westeros. Beide Targaryen-Familienzweige wetteifern um Allianzen mit den anderen Adelshäusern. Hier liest du, was die Ereignisse des Staffel-Finales bedeuten.


Die zweite Staffel "House of The Dragon" sehen


Das große Drachen-Wett-Rüsten

Militärführer Ser Kriston Kraut (Fabien Frankel) bringt es in einem Gespräch mit Alicents Hohenturms Bruder ziemlich frustriert auf den Punkt: "Die Drachen tanzen und die Menschen sind wie Staub unter ihren Füßen." Er führt die Grünen in aggressive Feldzüge, doch seine Armee und seine Männer werden im Antlitz eines Drachen schnell wertlos.

Zwar versuchen sowohl die Grünen als auch die Schwarzen möglichst viele Allianzen zu schmieden und ihre Armeen zu verstärken, aber alle wissen: Nicht die Man Power sondern die Dragon Power wird kriegsentscheidend sein.

⚠️ ACHTUNG, SPOILER-ALARM!
Dieser Artikel verrät dir Details aus dem Finale von "House of the Dragon" Staffel 2.

Da Aemond (Ewan Mitchell) auf der gigantischen Vhagar - der Königin aller Drachen - reitet, war Team Grün den Schwarzen etwas überlegen. Auch wenn Rhaenyra (Emma D'Arcy) auf eine größere Anzahl an Drachen kommt, sind die Schwarzen kleiner und schwächer. Der größte Wendepunkt kurz vor dem Finale war die Rekrutierung der sogenannten "Drachensamen". Rhaenyra hat das Unmögliche gewagt: Sie hat Bastarde mit valyrischem Blut auf die herrenlosen Drachen Silberschwinge und Vermithor gesetzt.

Verstärkung mit Risiko

Mit den neuen Reitern Hugh Hammer und Ulf dem Weißen verfügt das Team Schwarz nun über eine überwältigende Luftüberlegenheit. Spannend wird, wie diese neuen, unberechenbaren Reiter in die militärische Strategie integriert werden. Es ist - im wahrsten Sinne - ein Spiel mit dem Feuer. Immerhin gibt Rhaenyra einfachen Bürgern ohne jede Erfahrung die ultimative Waffe in die Hand. Wie sehr kann sie sich auf ihre Loyalität verlassen?

Hinzu kommt, dass ihr Sohn Jacaerys "Jace" Velaryon mit jedem Tag mehr Abneigung und Bitterkeit gegen den Plan entwickelt und damit die Bedenken von vielen auf Drachenstein teilt. Besonders Jace fühlt seinen Status durch die Drachensamen abgewertet. Wenn nun gewöhnliche Bastarde aus den Gassen von Königsmund - wie Hugh oder Ulf - ebenfalls Drachen wie Vermithor oder Silberflügel reiten können, verliert Jace sein wichtigstes Alleinstellungsmerkmal. In einer sehr emotionalen Szene sagt er zu seiner Mutter Rhaenyra: "Wenn jeder Bastard ein Drachenreiter sein kann, was unterscheidet mich dann noch von ihnen?" Werden die beiden sich über diese ursprünglich gemeinsam entwickelte Strategie überwerfen?

Die Drachenflotte der Schwarzen

Durch ihren raffinierten Plan hat sich Rhaenyra eine stattliche Drachenflotte zusammengestellt:

  1. Syrax wird von Rhaenyra geritten. Sie ist eine elegante, gelbe Drachedame. Sie ist zwar kampferprobt, wird aber von Rhaenyra oft geschont, da die Königin von ihren Beratern oft von ihrem Kampfeinsatz abgehalten wird.

  2. Caraxes: Der rote "Blutwurm" ist extrem aggressiv. Caraxes ist einer der erfahrensten Kampfdrachen und bildet mit dem unberechenbaren Daemon eine tödliche Einheit.

  3. Vermithor: Er wird auch "Der bronzene Zorn" genannt. Nach Vhagar ist er der zweitgrößte Drache der Welt und wohlmöglich auch der wildeste. Geritten wird er von dem Bastard Hugh Hammer.

  4. Silberschwinge: Ein silberner, vergleichsweise friedfertiger Drache. Sein Reiter Ulf ist jedoch völlig unerfahren und disziplinlos.

  5. Seerauch: Ein flinker, silbergrauer Drache, der zuvor Laenor Velaryon gehörte. Er wählte Addam (einen Bastard von Corlys Velaryon) selbst als Reiter aus.

  6. Vermax: Ein junger, grüner Drache. Er ist seit seiner Geburt an seinen Drachenreiter Prinz Jacaerys "Jace" Velaryon gebunden. Beide sind allerdings noch etwas zu jung für den Kampf.

  7. Tyraxes: ein junger, männlicher Drache. Jacaerys und Lucerys Velaryon wählten in der Drachengrube das Ei von Tyraxes für ihren neugeborenen Bruder Gottfried  aus. Gottfried ist seitdem mit Tyraxes verbunden.

Im "Game of Thrones"-Prequel "House of the Dragon" spielen die Flugtiere von Rhaenyra (Emma D'Arcy) eine große Rolle im Kampf.

Bild: IMAGO/Landmark Media


Daemon - die unberechenbare Variable

Die große Frage zum Ende der zweiten Staffel lautet allerdings: Kann Rhaenyra auch Daemon und seinen Drachen überhaupt zu ihrem Heer zählen? Ihr Mann - und gleichzeitig Onkel - ist nach dem großen Streit nach Harrenhal geflogen. Dort stellt er eine große Armee zusammen, aber keiner kennt seine wahre Motivation. Die Seeschlange bezeichnet ihn als "weiteren Beteiligten, der sich noch offenbaren muss".

Nach einer Staffel voller Halluzinationen und moralischer Selbstreflexion scheint Daemon nun endlich bereit, eine Seite zu wählen. Seine Visionen in der verfluchten Festung und seine Gespräche mit der Hexe Alys Strom (Gayle Rankin) haben ihn verändert. Wird er aber Rhaenyra die Treue schwören und seine Armee aus den Flusslanden nach Drachenstein führen, oder versucht er am Ende doch noch, die Krone für sich selbst zu beanspruchen? Rhaenyra selbst fliegt nach Harrenhal, um ihn konfrontieren, und er trifft im Staffel-Finale die Entscheidung für sie und gegen einen Alleingang.

Matt Smith spielt Daemon Targaryen.

Bild: IMAGO/Landmark Media


Die neue Selbstreflexion der Seeschlange

Der Tod seiner geliebten Frau Rhaenys hat Corlys Velaryon verändert. Er versteht nun, dass sein Machtdurst dazu geführt hat, dass er Rhaenys Targaryen und seine zwei Kinder verloren hat. Deshalb benennt er auch sein Schiff "Die Seeschlange" um in "Die Königin, die keine war". So wurde oft seine Frau Rhaenys bezeichnet, der nur wegen ihres Geschlechts der Thron verweigert worden war.

Aber wird seine neue Demut auch dazu führen, dass er endlich zu seinen zwei unehelichen Söhnen steht? "Die Seeschlange würde lieber zusehen, wie die Flut vom Meer verschlungen wird, als uns seine Söhne zu nennen", sagt Alyn von Holk (Abubakar Salim) in Folge sechs zu seinem Bruder Addam von Holk. Zwar hat Corlys seinen Bastard Alyn bereits zum ersten Offizier befördert. Aber ein Titel ist nicht das, wonach sich sein verstoßener Sohn sehnt. Das macht er seinem leiblichen Vater in einem Streitgespräch klar.

Alicent und Rhaenyra - Freundinnen, die zu Feindinnen wurden

Alicent kann auch mit viel Goodwill nicht mehr leugnen, dass ihre Söhne Aemond und Aegon II beide grausame Könige sind, die ihr Volk lieber hungern lassen, als selbst auf das tägliche Festmahl zu verzichten. Auch Alicent und ihre gutmütige Tochter Helaena werden in Sippenhaft genommen und vom Volk aufs Übelste angefeindet, dabei wünschen sich beide nur Ruhe und Frieden.

Als Aemond die sanfte Helaena zwingen will, auf ihrem Drachen in den Kampf zu ziehen, sieht Alicent rot. In Folge acht wagt die Königin eine unvorhersehbare Aktion: Sie trifft heimlich Rhaenyra und schlägt ihr einen Deal vor, der den Krieg verhindern könnte und Rhaenyra den Sitz auf dem Eisernen Thron sichern würde. Wird Rhaenyra darauf eingehen und kann sie Alicent nach Jahren der Feindschaft überhaupt wieder vertrauen? Immerhin war sie es, die ihre rechtmäßige Regentschaft ursprünglich verhindert hatte. Letztendlich lehnt Rhaenyra einen Deal bestimmt ab.

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Nicht nur Waffen, sondern auch Witz

In der achten Folge der zweiten Staffel sehen wir eine der ungewöhnlichsten und humorvollsten Szenen der Serie: Tyland Lannister (Jefferson Hall), der Lord Admiral und Abgesandte von König Aegon (Team Grün), reist nach Tyrosh, um mit der Triarchie zu verhandeln.

Die Flotte der Velaryons hält die Gurgel besetzt und schneidet dadurch Königsmund von der Versorgung ab. Die Stadt hungert. Tyland soll die Piraten-Flotte der Triarchie davon überzeugen, die Blockade zu durchbrechen.

Doch die Verhandlungen enden nicht am Tisch. Die Kommandantin der Triarchie-Flotte, Sharako Lohar (Abigail Thorn), verlangt von Tyland, dass er sich seinen Respekt verdient, in einer - für Zuschauende - sehr amüsanten Schlammschlacht.

Die große Schlacht - musste leider verschoben werden

Der große Tanz der Drachen, auf den die gesamte zweite Staffel hinausläuft, findet aber leider nicht mehr im Finale statt. Showrunner Ryan Condal und HBO haben bestätigt, dass die Schlacht an den Anfang der dritten Staffel verschoben wurde. Grund dafür war unter anderem, dass es statt der zehn geplanten Episoden am Ende nur acht wurden.

Auch sprachen die Verantwortlichen von einem enormen logistischen Aufwand für dieses "Spektakel auf Spielfilmniveau". Die ersten Folgen der dritten Staffel sollen dafür direkt mit einem "Knall" starten. Die Schlacht bei der Gurgel wird als eine der blutigsten und verlustreichsten Seeschlachten der Seriengeschichte erwartet, bei der vor allem das Schicksal von Jacaerys "Jace" Velaryon und seinem Drachen Vermax eine zentrale Rolle spielt.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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