Ein langer Weg zurück ins Leben

"Match in Paradise": Giulianos dunkle Jahre mit Depression, Angst und der Moment, der alles veränderte

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Giuliano

Bild: (c) JOYN_Clemens Sigel


Auf den Reality-Bildschirmen von "Match in Paradise" wirkt alles leicht, schön und mühelos. Doch hinter dem Lächeln, das viele kennen, liegt eine Geschichte, die selten erzählt wird und die Tabus brechen soll. Giuliano spricht erstmals auf Instagram offen über seine psychische Vergangenheit. Über Depressionen, Klinikaufenthalte, Panikattacken und darüber, warum Hilfe anzunehmen für ihn der größte Akt von Stärke war.

Als das Leben plötzlich schwer wurde

Mit 17 begann etwas, das Giuliano damals nicht einordnen konnte. Die Energie verschwand. Freude wurde fremd. Antriebslosigkeit, tiefe Erschöpfung, Leere und selbst einfache Dinge wurden scheinbar zur Qual. Während andere lebten, funktionierte er nur noch. Seine Kraft kam erst nachts, wenn der Druck des Tages nachließ.

Mut zum Leben

Ein Jahr später folgte ein Moment, der Mut verlangte. Giuliano erkannte, dass es so nicht weitergehen kann. Mit 18 Jahren ließ er sich freiwillig in eine Klinik einweisen. Nicht einmal. Sondern fünfmal. Zwischen seinem 18. und 20. Lebensjahr verbrachte er jeweils fünf bis sechs Wochen in einer Privatklinik in Bern. Nicht, weil er schwach war, sondern weil er beschloss, leben zu wollen.


Der Preis der Medikamente

Antidepressiva halfen ihm, wieder Struktur in den Alltag zu bringen. Sie gaben ihm Halt, Stabilität und Ausgeglichenheit. Doch sie nahmen ihm auch etwas Wesentliches: seine Gefühle. Giuliano hatte keine tiefen Abstürze mehr, aber auch keine echten Höhen. Irgendwann wurde der Wunsch stärker, wieder fühlen zu können. Bewusst entschied er sich, die Medikamente abzusetzen.

Der Weg zurück ins Leben

Parallel zur Depression litt Giuliano unter massiven Angststörungen. Busfahren war unmöglich, Einkaufen ein Albtraum. Fliegen und Menschenmengen lösten Panik aus. Die Attacken kamen heftig und sie bestimmten seinen Alltag. Doch anstatt ihnen auszuweichen, stellte er sich ihnen. Immer wieder. Ohne Medikamente. Schritt für Schritt. Mit einem Gedanken, den er sich einprägte: Es ist nur mein Kopf. Mir passiert nichts.

Heute sagt Giuliano: Er ist frei von Panikattacken und Einschränkungen. Was ihm am meisten geholfen hat, war ein Sinn, Ziele und Gründe, morgens aufzustehen. Und wie er selbst sagt - die Liebe.

Seine Botschaft richtet sich an all jene, die schweigen. Die glauben, Depression sei ein Makel, ein Tabu oder eine Schwäche. Giuliano widerspricht klar: Hilfe anzunehmen ist Stärke.

Vielleicht ist das die Seite, die man im Fernsehen nie sieht, aber auch genau die, die wirklich zählt.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.at ('Behind the Screens' Österreich) veröffentlicht.

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