Erste Filmrolle als Baby
"Polizeiruf 110"-Star Deborah Kaufmann: Wie eine Schwerverbrecherin behandelt
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von teleschauKriminalkommissar Vincent Ross (André Kaczmarczyk, re.) versucht die Augenzeugin und Inhaberin eines Juweliergeschäfts, Bettina Michalski (Deborah Kaufmann, li.), zu dem Raubüberfall auf ihr Geschäft zu befragen.
Bild: rbb/Christoph Assmann
Deborah Kaufmann war gerade mal ein Jahr alt, als sie 1971 in einem DEFA-Film mitspielte. So richtig los ging ihre Karriere in den 1990ern mit Filmen wie "Männerpension" und "Elementarteilchen". In "Polizeiruf 110" ist sie jetzt als Frau eines Mordopfers zu sehen.
In die große, weite Welt hat es Deborah Kaufmann nie gezogen. Die in Kleinmachnow geborene Schauspielerin wohnt auch heute in dem 20.000-Einwohner-Städtchen südwestlich von Berlin. Ihr Vater Walter Kaufmann war deutlich reiselustiger. Der spätere Schriftsteller verließ 1939 das Deutsche Reich und lebte mehrere Jahre in Australien. 1957 zog der überzeugte Kommunist nach Ost-Berlin und lernte Angela Brunner kennen und lieben. Von ihrer Mutter hat Deborah Kaufmann zumindest den Beruf "geerbt". Und mit der 2011 verstorbenen DEFA-Darstellerin teilte sie bereits als Baby Filmerfahrungen: im Lustspiel "Der Mann, der nach der Oma kam" aus dem Jahr 1971.
55 Jahre später sehen wir die Schauspielerin im "Polizeiruf 110". In der Episode "Goldraub" verkörpert sie Bettina Michalski, die Frau des Goldschmieds Jan Michalski. Dieser wird in seinem Geschäft in Potsdam Opfer eines Raubüberfalls.
Der "Polizeiruf 110"-Star hatte eine frühe TV-Rolle an der Seite von Christoph Waltz und Mario Adorf
Schon früh war für Deborah Kaufmann klar: Sie wollte in die Fußstapfen ihrer Mutter treten. So absolvierte sie nach ihrer Schulzeit von 1986 bis 1990 eine Ausbildung an der Schauspielschule Ernst Busch in Ost-Berlin. Es folgten Engagements in verschiedenen Theaterhäusern, vor allem im Berliner Ensemble. Auch an den Münchner Kammerspielen und bei den Wiener Festwochen zeigte die ausdrucksstarke Darstellerin ihr Talent.
Der Sprung ins Fernsehen gelang der heute 55-Jährigen 1989 in der DDR-Serie "Johanna". Darin spielt sie eine Busfahrerin. Im ZDF-Zweiteiler "König der letzten Tage" verschlug es Deborah Kaufmann 1993 ins 16. Jahrhundert. Die Produktion spielt zur Zeit des Täuferreichs von Münster. In den Hauptrollen waren Christoph Waltz als Täufer Jan van Leiden und Mario Adorf als Bischof Franz von Waldeck zu sehen.
Nach weiteren TV-Rollen im Film "Der Trinker" mit Harald Juhnke und im Berliner "Tatort" in der Episode "Tod im Jaguar" schnappte sich Deborah Kaufmann 1996 ihren ersten Kinopart. Im Erfolgsfilm "Männerpension" spielt sie eine Blumenverkäuferin. Auch im Kinohit "Elementarteilchen" von 2006 hat sie eine kleine Rolle.
Seit 1995 ist die Darstellerin vor allem in zahlreichen Episodenrollen zu finden. An mehr als 60 Produktionen war sie seitdem beteiligt, unter anderem in "Notruf Hafenkante", "Bettys Diagnose" oder verschiedenen "SOKO"-Krimis. In der ZDF-Serie "Der Ermittler" ist Deborah Kaufmann als mordverdächtige ehemalige Mitschülerin des Kommissars Paul Zorn (Oliver Stokowski) zu sehen. Die Episode aus dem Jahr 2003 ist aktuell im kostenlosen Stream auf Joyn abrufbar.
2025 war Deborah Kaufmann als Nagelkosmetikerin in der ARD-Serie "Marzahn Mon Amour" zu sehen.
Hier siehst du Deborah Kaufmann als Mordverdächtige
Als 14-Jährige "wie ein Schwerverbrecher" behandelt
Ihre Rolle im Fernsehfilm "Zuckersand" (2017) war für die Schauspielerin ein Stück weit eine Zeitreise. Darin spielt sie die Mutter eines Jungen, die einen Ausreiseantrag aus der DDR stellt. Als Deborah Kaufmann 14 Jahre alt war, war es ihre acht Jahre ältere Schwester Rebekka, die in den Westen ging.
"Ich hab mich einmal mit ihr in Prag getroffen", erinnerte sich die Schauspielerin in einem Interview mit dem "KulturBlog Berlin". Am Flughafen sei sie "wie ein Schwerverbrecher" behandelt worden. Wie die Protagonistin lebte auch Kaufmann zu DDR-Zeiten im grenznahen Gebiet. "Ich kenne das auch und weiß, wie man sich da so fühlt."
Deborah Kaufmann privat: engagiert und zurückgezogen
Über das Privatleben von Deborah Kaufmann ist nur sehr wenig bekannt. Sie zog bald nach ihrem Schauspiel-Studium in Berlin wieder zurück ins provinzielle Kleinmachnow. 1999 brachte sie eine Tochter zur Welt, die ebenfalls Schauspielerin ist: Rachel Brings. Den Namen des Vaters hält Kaufmann von der Öffentlichkeit fern, ebenso ihren aktuellen Beziehungsstatus.
Seit Anfang 2024 engagiert sie sich als Schirmfrau für die Organisation "JugendNotMail". Diese bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum Alter von 24 Jahren kostenlose und vertrauliche Online-Beratung rund um alle Fragen der seelischen Gesundheit an. "Ich selbst hatte in meiner Pubertät eine Phase der Depression bis hin zum Gedanken, nicht mehr leben zu wollen", verrät die Darstellerin auf der Webseite der Institution.
"Polizeiruf 110 - Goldraub" wird am Sonntag, dem 29. März, um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Zur selben Zeit ist der Krimi im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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