Die ganze Wahrheit
Zu wenig Gehalt und Rente als Schauspielerin? Anouschka Renzi über ihre "Promi Big Brother"-Teilnahme
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Die Renzi auf Reality-Kurs
Videoclip • 03:54 Min • Ab 12
Sie verzweifelt regelmäßig an ihren Mitstreiter:innen und schwor nach ihrem letzten Show-Eklat eigentlich, nie wieder an so einem Format teilzunehmen. Trotzdem nahm Anouschka Renzi bei "Promi Big Brother" 2026 teil. Die Schauspielerin hat einen knallharten Grund für die Reality-Auftritte.
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Promi Big Brother
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In dieser Show tauschen Promis das Leben auf dem roten Teppich gegen die totale Überwachung aus. Um zu bleiben, gilt es tägliche Herausforderungen zu meistern.
Anouschka Renzi ist eine der prägendsten - und streitbarsten - Figuren im deutschen Reality-TV. Erst kürzlich sorgte die 62-Jährige bei "Promis unter Palmen" mit ihrem dramatischen, freiwilligen Ausstieg nach einem heftigen Streit für reichlich Gesprächsstoff. Im Affekt verabschiedete sie sich damals mit der Ansage, nie wieder in ein Reality-Format zu gehen. Doch nun hat sie ausgerechnet bei "Promi Big Brother" 2026 teilgenommen.
Warum macht eine Frau wie sie, die immer wieder ihre Abneigung gegen das Trash-TV durchblicken lässt, überhaupt mit? Im "SAT.1-Frühstücksfernsehen" hat sie dazu bereits in der Vergangenheit ehrlichen Klartext gesprochen.
Anouschka Renzi über Reality-TV: "Am Anfang hab ich mich wahnsinnig geschämt"
Im Gespräch wird schnell klar, dass Anouschka mit der Welt des Reality-TV oft fremdelt. Sie stellt die provokante Frage: "Warum gibt man Menschen so eine Plattform, die nichts, aber auch wirklich nichts wissen." Ihre Teilnahme war für sie ein innerer Kampf, wie sie zugibt: "Am Anfang hab ich mich wahnsinnig geschämt, ja. Weil ich wollte so was nie machen."
Um diese Scham zu verstehen, muss man ihre Herkunft kennen. Als Tochter der Film-Ikone Eva Renzi wuchs sie im Glamour des großen Kinos auf. Mit 17 stand sie in Berlin auf der Bühne, ging nach New York, um am renommierten Lee Strasberg Institute Schauspiel zu studieren, und etablierte sich als ernsthafte Schauspielerin. Ein Sprung in die laute Welt des Reality-TV schien für sie undenkbar.
Der Karriere-Knick: Wie Désirée Nick alles veränderte
Der Wendepunkt in ihrer Karriere kam Anfang der 2000er-Jahre. Kabarettistin Désirée Nick machte Anouschka in ihrem Bühnenprogramm zur Zielscheibe ihrer Läster-Attacken über angebliche Schönheits-OPs. Sprüche wie "Noch ein lifting und die hat einen Spitzbart" machten die Runde, führten zu juristischen Auseinandersetzungen und schadeten Renzis Ruf nachhaltig.
Sie bekam ein "Trash-Image", wie sie beklagte, und verlor ernsthafte Rollen. "Ich wurde aus zwei Serien rausgeschrieben", erzählt sie im Interview, weil Sender niemanden in einer biederen Serie besetzen wollten, der ständig mit "Zickenkrieg" in Verbindung gebracht wurde. Zwar versöhnten sich die beiden Frauen 2022 überraschend, doch als sie 2024 ausgerechnet als Hollywood-Erzfeindinnen im Stück "Bette und Joan" gemeinsam auf der Bühne standen, flogen hinter den Kulissen prompt wieder die Fetzen. Das Drama ließ sie nie ganz los.
Die knallharte Wahrheit: "Ich brauch schon meine paar tausend Euro"
Mehr als 20 Jahre später ist die Theaterbühne ihr berufliches Zuhause geblieben. 2026 spielte sie etwa beim Piraten Open Air in Grevesmühlen. Doch Anouschka macht kein Geheimnis aus der traurigen Branchenrealität: Mit zunehmendem Alter werden die Rollenangebote in Film und Fernsehen für Frauen seltener.
Auftritte in hochdotierten Formaten wie "Promi Big Brother" haben für sie daher vor allem einen Grund: Es geht ums Geld. Das Reality-TV zahlt schlichtweg besser. Ihre Wohnung in Berlin-Charlottenburg muss finanziert werden, und sie gibt unumwunden zu: "Ich brauch schon meine paar tausend Euro im Monat auf jeden Fall, eher so fünf."
So viel Rente bekäme Anouschka Renzi
Im Pressecall nach ihrem "Promi Big Brother"-Exit, an dem auch Joyn zugegen war, erklärt sie, dass sie zwar Geld hätte, aber dieses nicht reichen würde, um ihren aktuellen Lebensstandard bis zu ihrem 80. Lebensjahr zu finanzieren. Durch das unregelmäßige Arbeiten habe die Schauspielerin "auf Lohnsteuerkarte nicht so viel Geld".
Meine staatliche Rente wäre 1.600 Euro.
Mit einer solchen monatlichen Auszahlung könnte die 62-Jährige auskommen, "aber so möchte ich nicht leben". Ob sie sich deshalb durch die Reality-Show-Teilnahmen einen Puffer aus den Gagen aufbaut?
Trotz der finanziellen Notwendigkeit betont sie eines: Sie sei nicht besser als die anderen Reality-Stars, nur "sehr, sehr anders". Und genau dieser Kontrast aus Hochkultur, Diven-Attitüde und knallhartem Überlebenswillen macht sie nun auch bei "Promi Big Brother" 2026 zu einer der spannendsten Figuren im Haus.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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