Boot-Mann, Kampfsportler, Schurke
Claude-Oliver Rudolph bei "Promis unter Palmen" 2026: Hat der Bond-Bösewicht das Zeug zum Unruhestifter?
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von teleschauWird er zum Enfant terrible am Palmenstrand? Claude-Oliver Rudolph hat das Potenzial, "Promis unter Palmen" ordentlich aufzumischen.
Bild: Joyn/Gerhard Merzeder
Vor ihm dürften die Mitkandidat:innen bei "Promis unter Palmen" ab 16. Februar mächtig Respekt haben. Claude-Oliver Rudolph hat sich in seiner fast 50-jährigen Schauspiel-Karriere das Image des raubeinigen Rebellen erarbeitet. Und ist darauf auch ziemlich stolz.
Claude-Oliver Rudolph hat nichts dagegen, wenn man ihn als ruppigen Brummbären sieht. Er kultivierte das Image des Bösewichts schließlich auch in vielen seiner bislang über 80 Film- und Fernsehproduktionen. Er spielte den fiesen Schläger "Chinesen-Fiete" in "Der König von St. Pauli" und den Bond-Bösewicht Colonel Akakievich in "Die Welt ist nicht genug".
Er wurde immer wieder als "Zwielichtiger" eingesetzt - Gauner, Schurke, Schläger, Mörder, Rocker-Chef. Und wenn er mal einen Kommissar spielte, so wie in "Chaostage - We Are Punks!" (2008), dann wurde er erschossen. Es gab überhaupt etliche Schauspiel-Einsätze, bei denen er nicht überlebte.
Im November wird Rudolph 70 Jahre alt, aber er ist immer noch hellwach und als bekennender Kampfsportfan auch körperlich fit. Das dürften seine Mitstreiter:innen von "Promis unter Palmen" auch in Thailand erleben.
In der Schule wurde Claude-Oliver Rudolph gehänselt
Rudolph zeigt seine raue Schale gern. Sein Kern ist vielleicht nicht unbedingt weich, aber vielschichtig. Der Mann, der oft Kiez-Ganoven oder brutale Knackis spielte, legte ein 1,6er-Abitur hin und hat Philosophie, Psychologie und Romanistik sowie Film und Regie und Theaterwissenschaften studiert. Er arbeitete als Theaterdirektor ("Jules Verne Experience") und war Intendant der Theaterfestspiele Braunfels, auch wenn dieses Engagement im vergangenen Jahr wegen "unüberbrückbarer Differenzen" beendet wurde.
Das ist nicht unbedingt ungewöhnlich, denn bequem war Rudolph nie. Das mussten in jungem Alter schon seine Mitschüler erkennen. Rudolph kam als Sohn eines deutschen Pelzhändlers und einer Französin in Frankfurt zur Welt, wuchs aber bis zur Einschulung bei seiner französischen Großmutter auf. Als er in Deutschland die Schule besuchte, hänselten ihn seine Mitschüler wegen des französischen Namens und seiner schmächtigen Figur. Rudolph jammerte nicht, sondern lernte Selbstverteidigung, Judo und Karate. Das Mobbing hörte ziemlich schnell auf.
Auf dem Bochumer Gymnasium am Ostring freundete sich Rudolph mit Herbert Grönemeyer an. Beide begannen gemeinsam am Schauspielhaus Bochum ihre Schauspielkarriere. Mit 15 Jahren trat Rudolph erstmals am Theater auf.
Karrierestart mit seinem Freund Herbert Grönemeyer
Ab Juli 1980 waren die Freunde Rudolph und Grönemeyer für ein besonderes Projekt vereint: den Dreharbeiten zu "Das Boot". Der Kinofilm beschleunigte die Karrieren von beiden. Rudolph (Dieselheizer Ario) bekam Hauptrollen in Serien ("Rote Erde") und Filmen ("Alpha City - Abgerechnet wird nachts"), Grönemeyer (Kriegsberichterstatter Werner) startete 1984 als Sänger (Album "Bochum").
Später wurde die Freundschaft getrübt. Angeblich soll Rudolph seinem Schulfreund Grönemeyer einige Tausend geliehene Mark schuldig geblieben sein. Wie ein Artikel aus "Focus" 1999 ahnen ließ, war Grönemeyer nicht der einzige Gläubiger, der auf Geld vom Raubein-Schlitzohr wartet.
Rudolph spielte in vielen Krimis, im "Tatort" ebenso mehrfach wie bei "Derrick", "Großstadtrevier" oder in "SOKO"-Formaten. Zudem arbeitete er bereits seit 1977 als Regisseur und inszenierte unter anderem "Ebbies Bluff" (1993), der Schauspielneuling Til Schweiger den Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsdarsteller einbrachte.
Rudolph gründete eine Produktionsfirma und produzierte über ein Dutzend Filme, für acht schrieb er das Drehbuch. Außerdem sprach er Hörbücher ein, war Synchronsprecher und veröffentlichte 2021 den Roman "Nakam - oder der 91. Tag: Geschichte einer irrwitzigen Flucht", der von der Kritik gefeiert und unter anderem als "Quentin-Tarantino-Literatur" bezeichnet wurde.
Er gewann beim ProSieben-Ochsenrennen
Rudolph gilt als "Arbeitstier" und drehte seit 1980 bis zu sechs Produktionen pro Jahr. Nebenbei machte er auch schon früher Ausflüge in Shows und Reality-Formate. Er wurde fünfmal Champion beim SAT.1-Kultquiz "Quizfire" und sicherte sich den Titel beim ersten "Ochsenrennen" von ProSieben (2006).
2007 war er beim "Großen Promi-Pilgern" (ProSieben) dabei, 2013 bei "Der VIP-Bus - Promis auf Pauschalreise". 2023 ging er unter "Die Verräter" und gab sich auch da, obwohl "Loyaler", knurrig.
Rudolph blieb dem Kampfsport sein Leben lang treu. Er brachte es zum deutschen Meister im Judo und All Style und betreibt nicht nur Budosport (Sammelbegriff für japanische Kampfkünste wie Judo, Karate, Aikidō, Jiu Jitsu, Kendō und auch moderne Mixed Martial Arts), sondern engagierte sich auch im Verband des WFC (World Fight Club). Seine Fitness führte dazu, dass er die meisten Stunts selbst ausführte und dass sein kerniges Image betont wurde.
Krankheit oder Boxkampf? Das Rätsel um Rudolphs Nase
Dazu steuerte auch seine äußere Erscheinung, vor allem seine breite narbige Nase, einiges bei. Wie "Bunte.de" berichtete, halten viele das für ein Krankheitsbild und vermuten dahinter Nasale Rosacea, eine knollenartige Verdickung der Nase - laut eines Artikels von "Welt.de" dagegen ist sie das Ergebnis eines verlorenen Boxkampfs.
Claude-Oliver Rudolph in der Krimi-Serie "Der Schattenmann"
Das sind die Kinder von Claude-Oliver Rudolph
Privat war Rudolph von 1984 bis 2014 mit der Schauspielerin Sabine von Maydell verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder, Sohn Davide-Lino (geboren 1994) und Tochter Oona (Jahrgang 1985), die beide ebenfalls als Schauspieler:in tätig sind. Zudem hat Rudolph noch mindestens ein weiteres uneheliches Kind.
Auch abseits seiner Ehe sorgte Rudolphs Privatleben für Schlagzeilen. So berichteten Medien übereinstimmend von Problemen wegen ausstehender Unterhaltszahlungen, die 2010 in einer aufsehenerregenden Verhaftung gipfelten: Der Schauspieler wurde direkt von einer Theaterbühne abgeführt.
Skandale gab es vor allem in den 90er-Jahren genug, als er seine Gagen für Sportwagen, Partys und reichlich Schampus verprasste. In München vermöbelte er 1992 mal zwei Club-Türsteher. Seine Tochter Oona sagte 2015 in einem "BZ"-Interview: "Klar hätte ich lieber einen Nobelpreisträger zum Vater gehabt als einen Lebemann. Aber er war privat ein toller Vater."
Rudolph lebt vorzugsweise in Frankreich und Luxemburg. Über eine aktuelle Beziehung ist nichts bekannt. Vielleicht plaudert er bei "Promis unter Palmen" ab 16. Februar in SAT.1 und auf Joyn ja was aus. Genug zu erzählen hat er. Alle Sendetermine im Überblick.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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