Der Schauspieler im Porträt
Kölner "Tatort"-Star Klaus J. Behrendt: Seine Karriere begann zwischen Kohle und Stein
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von Sylvia LothDer "Tatort"-Schauspieler Klaus J. Behrendt bei einem Fototermin zum 98. Kölner "Tatort: Der Glücklichmacher" im Kölner Villenviertel in Hahnwald.
Bild: Panama Pictures
Seit knapp 30 Jahren ermittelt Klaus J. Behrendt als Kommissar Max Ballauf im Kölner "Tatort" - eine der langlebigsten Rollen des deutschen Fernsehens. Gemeinsam mit Dietmar Bär bildet Behrendt ein Ermittlerduo, das nicht nur im "Tatort", sondern auch durch soziales Engagement überzeugt.
Steckbrief
Name: Klaus J. Behrendt
Geburtstag: 7. Februar 1960
Geburtsort: Hamm
Wohnort: Berlin
Größe: 1,79 Meter
Familienstand: verheiratet
Kinder: zwei Söhne und eine Tochter aus erster Ehe
Seit 1997 kennt ein Millionenpublikum Klaus Johannes Behrendt (66) als Kommissar Max Ballauf im Kölner "Tatort". Er ist direkt, unbequem und empathisch. Ballauf mischt sich ein und bringt sein ganzes Herzblut in die Ermittlungen ein. Dabei bildet er oft einen Gegenpart zu seinem rauen Kollegen Freddy Schenk (Dietmar Bär, 65). Die beiden sind durch ihr gemeinsames Engagement für den Berliner Verein "pro futura", der sich für Jugendliche und Langzeitarbeitslose einsetzt, weit über den "Tatort" hinaus miteinander verbunden.
Vom Bergmechaniker zum "Tatort"-Kommissar
Nach seinem Schulabschluss machte Behrendt von 1977 bis 1980 zunächst eine Ausbildung zum Bergmechaniker und arbeitete im Steinkohlenbergwerk von Ibbenbüren. Anschließend absolvierte er eine Schauspielausbildung in Hamburg.
Seine ersten Auftritte im "Tatort" hatte Behrendt bereits Anfang der Neunziger. Von 1992 bis 1994 unterstützte er in acht Folgen als Ermittler Max Ballauf den Düsseldorfer Kommissar Bernd Flemming (gespielt von Martin Lüttge). Seit 1997 ist er fester Bestandteil des Kölner Duos und hat sich einen festen Platz in den Herzen vieler "Tatort"-Fans erspielt. Über seine "Tatort"-Rolle sagt er:
Ich glaube, wir sind mit dem großem Glück gestartet, gleich am Anfang sehr, sehr gute Geschichten zu erzählen. [...] Das hat uns natürlich in die Karten gespielt.
TV-Highlights mit Klaus J. Behrendt
Neben seiner Paraderolle im "Tatort" erhielt er mit der 12-teiligen ZDF-Politserie "Kanzleramt" (2005) große Aufmerksamkeit. Darin verkörpert er den fiktiven Bundeskanzler Andreas Weyer. Als verwitweter Bundeskanzler kämpft Weyer nicht nur mit politischen Krisen, sondern auch mit dem Privatleben seiner Tochter Nina.
Auch der SAT.1-Film "Das Wunder von Lengede" (2003) sorgte für Aufsehen. Für den Fernseh-Zweiteiler diente das Grubenunglück von 1963 als Vorlage. Elf Personen waren damals für 14 Tage in völliger Dunkelheit unter Tage gefangen. So schließt sich der Kreis des ehemaligen Bergmechanikers Behrendt, der durch seine eigenen Erfahrungen unter Tage eine große Bereicherung für die Produktion war.
Sieh dir "Das Wunder von Lengede" mit Klaus J. Behrendt an
Patchwork-Glück
Privat ist Klaus J. Behrendt ein Familienmensch. Seine Patchwork-Familie besteht aus drei Kindern aus seiner ersten Ehe, seiner zweiten Ehefrau Karin Deininger und deren Sohn aus einer früheren Beziehung. Er lebt mit seiner Frau in Berlin-Charlottenburg. Sein Sohn Tom aus erster Ehe machte vor einigen Jahren als Rugbyspieler für die deutsche Nationalmannschaft und beim FC St. Pauli auf sich aufmerksam.
Persönliches Engagement
Zusammen mit dem Berliner Verein "pro futura" setzt er sich für bessere Zukunftschancen von Jugendlichen und Langzeitarbeitslosen ein. 1998 rief er gemeinsam mit Kolleg:innen aus dem "Tatort"-Team den Verein "Tatort – Straßen der Welt e.V." ins Leben. Ausschlaggebend dafür war die viel beachtete "Tatort"-Folge "Manila", die auf das Schicksal philippinischer Straßenkinder und auf Kindesmisshandlung aufmerksam machte. Bis heute unterstützt der Verein Hilfsprojekte auf den Philippinen. Für dieses Engagement wurde Behrendt gemeinsam mit Dietmar Bär mit dem KIND-Award von "Kinderlachen e. V." ausgezeichnet.
Seit 2009 ist der Schauspieler außerdem - gemeinsam mit Dietmar Bär und Joe Bausch - Schirmherr der Initiative "Golfen gegen Krebs". Diese fördert Neuroblastomforschung an der Universitätsklinik Mannheim. Darüber hinaus tritt er als Botschafter für die "Deutsche Knochenmarkspenderdatei", die Organspende-Kampagne des Bundesministeriums für Gesundheit und die Gleichstellungskampagne "HeForShe" von UN Women in Erscheinung.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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