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Einblicke in ihre Karriere

"Rate davon ab" - Warum "Tatort"-Star Mechthild Großmann vor dem Schauspiel-Beruf warnt

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von C3 Newsroom

Mechthild Großmann wurde als Oberstaatsanwältin im Münster-"Tatort" zur Kultfigur.

Bild: picture alliance / Panama Pictures


Zigarette in der Hand, nüchterner Blick, markante Stimme - so kennen wir Mechthild Großmann aus dem Münster-"Tatort". Hinter der Kultrolle steckt ein Berufsleben voller harter Arbeit, Zweifel und Verzicht - von dem sie abrät!

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Langsam zieht Rauch durch den Raum, ein trockenes Urteil fällt mit unverwechselbar tiefer Stimme -  so kennen Fans Oberstaatsanwältin Wilhelmine Klemm. Über 20 Jahre spielte Mechthild Großmann diese Rolle und wurde damit zu einer festen Größe im deutschen Fernsehen. Doch romantische Vorstellungen von ihrem Beruf hat die 77-Jährige bis heute nicht. Der Beruf ist für sie "außergewöhnlich anstrengend", erzählt sie offen im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sie ergänzt:

Meine Karriere hat einigermaßen geklappt, aber eigentlich rate ich immer allen von einer Karriere in der Schauspielerei ab.

Mechthild Großmann

Offen wie selten über harte Seiten des Berufs

Trotz ihrer erfolgreichen Karriere blickt Großmann sehr nüchtern auf die Schauspielbranche. Besonders für Frauen wird es mit zunehmendem Alter oft schwierig. Viele bekommen ab Mitte 40 kaum noch Rollenangebote.

Auch finanziell ist für die 77-Jährige der Beruf oft weniger glamourös, als viele denken. Im Interview sagt die Schauspielerin ehrlich:

Ich bin nicht sehr reich geworden, obwohl ich immer Arbeit hatte.

Mechthild Großmann
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Heute geht die gebürtige Münsteranerin entspannter durchs Leben. Zwar fällt ihr manches schwerer als früher - etwa lange Texte auswendig zu lernen. Gleichzeitig empfindet sie das Älterwerden auch als Befreiung.
"Heute grinse ich manchmal, wo ich früher wütend geworden wäre, weil mein Gegenüber offenbar bestimmte Dinge noch nicht erlebt hat", erklärt sie.

Am 22. Mai steht die Schauspielerin erneut vor Publikum: In Dinklage liest sie eine Predigt von Kardinal Clemens August Graf von Galen aus dem Jahr 1941. Für Großmann, die in Münster aufgewachsen ist, ist das eine "große Ehre".

Der "Tatort" war nur ein Teil ihrer Karriere

Auch wenn viele Zuschauer:innen sie vor allem mit Münster verbinden, sieht Großmann ihre Laufbahn deutlich breiter. "Lassen Sie mich eines klarstellen: Ich habe in 56 Jahren als Schauspielerin viel gemacht, und nur eines davon ist der 'Tatort' gewesen", betont sie.

Tatsächlich reicht ihre Karriere weit zurück. Bereits Ende der 1970er-Jahre stand sie für Rainer Werner Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" vor der Kamera. Dazu kamen zahlreiche Engagements an großen deutschen Bühnen, unter anderem in Stuttgart, Bochum, Köln, Frankfurt und immer wieder in Wuppertal.


Prägende Jahre mit Pina Bausch

Besonders intensiv erinnert sich Großmann an ihre Zeit im Tanztheater von Pina Bausch. Dort habe sie Erfahrungen gemacht, die ihr Leben tiefgreifend verändert hätten. Ihr Engagement im Tanztheater und das Theaterspielen insgesamt waren für die "Tatort"-Schauspielerin die prägendsten Momente ihrer Karriere.

Mit der berühmten Choreografin reiste sie damals um die Welt.

Wir sind mit dem Goethe-Institut um die ganze Welt gereist und haben überall und Tag und Nacht gearbeitet.

Mechthild Großmann

Wenn Mechthild Großmann heute über ihre gemeinsame Zeit mit Pina Bausch spricht, schwingt noch immer große Dankbarkeit mit. Über die weltberühmte Choreografin sagt sie:

Pina Bausch hat mir ein sehr reiches Leben geschenkt.

Mechthild Großmann

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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