Neuer Köln-Krimi
"Richtig gut" oder "grottenschlecht"? Jetzt reagieren Fans auf den "Tatort: Showtime"
Aktualisiert:
von Sylvia LothDie Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, l.) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, r.) im Einsatz in den Fernsehstudios einer Kinderserie.
Bild: WDR / BAVARIA FICTION / Martin Valen
Der Kölner "Tatort: Showtime" führt die Hauptkommissare Max Ballauf und Freddy Schenk nach dem Mord an einem Kameramann hinter die Kulissen einer seit Generationen beliebten Kindersendung. Der angesehene Moderator entpuppt sich nach und nach als menschliches Monster. Bei den Zuschauer:innen sind die Meinungen gespalten.
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+++ Update, 13. April 2026 +++
So kam der neue "Tatort" aus Köln mit Comedian Max Giermann an
Ein Mord an einem Kameramann und ein Star des Kinderfernsehens, der sich als gar nicht so nett und lustig entpuppt, wie er seit Jahren auf dem Bildschirm wirkt. Darum geht es im neuen Kölner "Tatort: Showtime". Die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln hinter den Kulissen der seit Jahrzehnten beliebten Kindersendung "Sachen und Lachen".
Im Fokus steht dort der Moderator der Kindersendung, Frank Anders. Dargestellt wird er von Comedian Max Giermann, der unter anderem aus Formaten wie "Switch" oder "LOL: Last One Laughing" bekannt ist.
In seiner "Tatort"-Rolle spielt Giermann den exzentrischen Star des Kinderfernsehens, der hinter der Kamera ein komplett anderes Gesicht zeigt, als das vor der Kamera freundlich, wenn er den Kindern die Welt erklärt. Ist die Kamera aber aus, ist der berühmte Moderator auch mal sehr herrisch. Und er lässt seinen Wutausbrüchen freien Lauf.
Gerade bei Giermann teilen sich die Meinungen zum neuen Kölner "Tatort". Die Reaktionen reichen von großer Begeisterung bis zu deutlicher Kritik.
Ein Zuschauer moniert auf der Facebook-Seite zum ARD-"Tatort": "Dieser Max Giermann spielt sowas von grottenschlecht und macht einen nervös hoch drei." Als "Kasperle-Theater" bezeichnet ein User das, was er im neuen Fall aus Köln zu sehen bekam.
Einige fühlen sich auch an Giermanns Parodien des Schauspielers Klaus Kinski erinnert und stören sich daran. Eine Zuschauerin schreibt: Weil Giermanns Rolle im "Tatort" "fast identisch" sei wie seine "witzige Comedy-Rolle" Klaus Kinski, "konnte ich seine ernste Rolle im Film nicht ernst nehmen".
Andere sind dagegen gerade von der Leistung des Comedians begeistert: "Giermann in Höchstform", schreibt eine Zuschauerin. Eine andere: "Ein grandioser Max Giermann. Dieser "Tatort" hat gezeigt: Jeder Mensch hat zwei Gesichter."
Auch über die Kameraführung wird beim neuen Kölner "Tatort" diskutiert
Für Diskussionen sorgt neben Max Giermanns Spiel in den Kommentaren auch die die Kameraführung. Die Idee, den Bildschirm in einigen Szenen in mehrere Bilder aufzuteilen, kommt dabei gar nicht gut an. "Die Kameraführung mit den Doppelbildern, schrecklich", kritisiert ein Zuschauer. Aber auch hier scheiden sich die Geister - andere beurteilen gerade diese Idee positiv. "Die geteilten Kameraaufnahmen brachten Pep rein", lobt eine Zuschauerin.
Insgesamt überwiegen auf der Facebook-Seite am Morgen nach der Ausstrahlung tendenziell die Stimmen der User, die sich positiv über den neuen Fall aus Köln äußern. Eine Userin fasst zusammen: "War wieder ein richtig guter 'Tatort'!"
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+++ Ursprüngliche Meldung +++
"Tatort: Showtime": Darum geht es
Die Welt vieler Kinder, aber auch Erwachsener gerät ins Wanken, als der Kameramann der Kindersendung "Sachen und Lachen", Stefan Glück (Niels Bormann) - von allen "Happy" genannt - tot in seinem völlig ausgebrannten Wagen aufgefunden wird. Als die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) im Arbeitsumfeld des Getöteten ermitteln, wird schnell klar, dass hinter den Kulissen der Kindersendung einiges im Argen liegt. Wieso erhielt Happy kurz vor seinem Tod eine Gehaltserhöhung von 50 Prozent?
Der jahrzehntelange Moderator der Kindersendung, Frank Anders (Max Giermann) und seine Frau und Produzentin (Silvina Buchbauer) der Show geraten schnell unter Mord-Verdacht. Ebenso der tierische Held Tassilo im Tapir-Kostüm (Erkan Acar) und Praktikantin Marie Wolters (Bineta Hansen), die schon von Kindesbeinen an Frank Anders verehrt. Alle legen ein für die Beamten auffälliges Verhalten an den Tag. Als dann auch noch Frank Anders selbst tot aufgefunden wird, ist klar: Hinter der Kindersendung tun sich tiefe Abgründe auf.
Kinderfernsehen mit Druck und Angst
Für Freddy Schenk sind die Ermittlungen rund um die Kindersendung "Sachen und Lachen" ein Highlight. Es erinnert ihn an die vielen Stunden, die er mit Enkelin Frida vor dem Fernseher verbracht hat, und Moderator Frank Anders an den Lippen hing, als dieser die Welt erklärt hat. Bereits beim ersten Besuch in der Requisite fällt dem Kommissar auf, dass der Moderator nicht seinen Erwartungen entspricht. Da ergeht es ihm wie vielen anderen, die den beliebten Moderator kennenlernen. Anstatt eines verständnisvollen Entertainers, kommt ein egozentrischer und aggressiver Typ zum Vorschein, der Angst und Schrecken verbreitet. War das auch zu viel für Praktikantin Marie, die eine schwierige Kindheit in einem Kinderheim hinter sich hat und die Anders' Sendung bereits als Kind geliebt hat? Und womit hat Kameramann Stefan "Happy" Glück den Moderator erpresst, um seine Wettschulden zurückzahlen zu können?
Entertainment-Show mit Beigeschmack
Ein langer Arbeitstag am Set von "Sachen und Machen" geht zu Ende: Praktikantin Marie Wolters (Benita Hanse) und Kameramann Stefan "Happy" Glück (Niels Bormann) haben alles im Kasten.
Bild: WDR / BAVARIA FICTION / Martin Valen
Blick hinter die Kulissen
"Showtime" ist der mittlerweile 95. Fall für Ballauf und Schenk und wurde vom 12. November bis zum 12. Dezember 2024 in Köln gedreht. Wie das Autoren-Duo Arne Nolting und Jan Martin Scharf erklären, hat der neue Fall eine Besonderheit: "Nach über 90 Fällen für Ballauf und Schenk war es für uns einfach höchste Zeit, dass sie mal den Bösewichten hinter den Kulissen des Fernsehgeschäfts das Handwerk legen."
Dabei übernimmt Max Giermann die Rolle des alles andere als harmlosen Entertainers Frank Anders. Der durch seine Parodien bekannt gewordene Comedian überzeugt in diesem Krimi durch eine cholerische Brutalität, die ihresgleichen sucht. Nach außen mimt er den netten Kindermoderator, hinter dem sich ein narzisstisches Monster verbirgt, das auf nichts und niemanden Rücksicht nimmt. Mit dieser "Tatort"-Rolle wird Giermann auf jeden Fall in Erinnerung bleiben, da ist sich auch Regisseurin Isabell Šubas, die zum ersten Mal bei einem Sonntagskrimi Regie führte, sicher:
Ich wollte schon lange einmal mit Max Giermann arbeiten. Man kennt ihn vor allem aus dem Humoristischen, allerdings bringt er eine große Tiefe mit.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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