Ist er der Täter?
Frisch rasiert im Schweizer "Tatort": Diese Rolle spielt Ralph Gassmann
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von teleschau -Ralph Gassmann im Schweizer "Tatort": Als Investor Joel Müller wird er zu einem Dreifachmord befragt. Hat er etwas mit dem Tod seiner Geschäftspartner zu tun?
Bild: ARD Degeto / SRF / Pascal Mora
Geboren in Zürich, 16 Jahre in England, jetzt wohnhaft in Berlin: Ralph Gassmann ist schon viel herumgekommen. Bei uns wurde er unter anderem durch eine Rolle als Polizist im "Bodensee-Tatort" und mit der Serie "Die Fallers" bekannt. Jetzt ist er auch hinter der Kamera aktiv.
Der "Tatort" im ORF 2 sonntags um 20:15 Uhr
Der Schweizer "Tatort" mit dem Titel "Blinder Fleck" beginnt brutal. Zwei Männer und eine Frau werden an einem Waldrand regelrecht hingerichtet. Einzige Überlebende: die total verstörte sechsjährige Ella (Maura Landert). Die Spur des Verbrechens führt die Ermittlerinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) unter anderem zum aalglatten Geschäftsmann Joel Müller (Ralph Gassmann), der mit den drei Opfern geschäftlich verbunden war.
Die Opfer waren Inhaber eines Start-ups, das die Software "Blind Spot" (deutsch: "Blinder Fleck") entwickelt hat. Diese ermöglicht es, digitale Gesichtserkennungen zu verhindern. Investor Müller wollte sie gegen den Willen der anderen an einen amerikanischen Produzenten von KI-gestützten Überwachungs-Drohnen verkaufen. Hat er deshalb einen dreifachen Mord begangen?
Das Markenzeichen des "Tatort"-Darstellers: Bartstoppeln
Fans von Ralph Gassmann müssen bei dieser "Tatort"-Episode, die am 21. Juni im Ersten läuft, etwas genauer hingucken. Denn der Schauspieler ist ohne seinen üblichen Dreitagebart zu sehen. "Frischrasierter Sendehinweis", schrieb Gassmann anlässlich der Erstausstrahlung 2023 auf seinem Instagram-Account.
Ralph Gassmann kam am 19. März 1977 in Zürich zur Welt. Schon als Jugendlicher war er in kleinen Rollen in Film und Fernsehen präsent. Nach der Schule begann er mit einer Schauspielausbildung. Dafür ging er an die Arden School of Theatre im englischen Manchester. Warum er von 1998 bis 2001 ausgerechnet dort studierte, erklärte Gassmann 2006 in einem Interview mit dem Schweizer Magazin "Out Now".
"Ich habe mich an vielen Schulen beworben - auch in Deutschland und der Schweiz", so der Schauspieler. "Die Schule in Manchester kannte ich durch zwei Austauschstudenten, die bei meiner Familie gastierten als ich noch am 'Gymi' war. Die haben von der Schule geschwärmt, und ich habe mich daran zurückerinnert und mich dort beworben." Er war der erste Ausländer, der dort aufgenommen wurde.
Nach ersten Auftritten zog es ihn 2004 von Manchester nach London, wo Gassmann bis 2013 lebte. Dennoch war er auch im deutschsprachigen Raum aktiv. Für die Hauptrolle im Schweizer Fernsehfilm "Dario M." wurde er 2004 mit dem Schweizer Filmpreis in der Kategorie "Beste Hauptrolle" nominiert. Im Anschluss war er in zahlreichen Filmen und Serien für das britische und schweizerische Fernsehen sowie in britischen Theaterstücken zu sehen. Unter anderem hatte er 2009 eine Rolle im englischen Dauerbrenner "Coronation Street". Die Serie läuft seit 1960 und gilt als Vorbild der deutschen Produktion "Lindenstraße".
Ab 2007 spielte Ralph Gassmann dreimal einen Seepolizisten im "Bodensee-Tatort"
2006 war Gassmann im B-Movie "Love Made Easy" zu sehen. Zunächst als Schweizer Produktion gedacht, wurde die Komödie kurzerhand in die USA verlegt, als das Finanzierungskonzept platzte. So kam Gassmann auch gleich zu seiner ersten englischsprachigen Hauptrolle.
Ein Jahr später war er erstmals in einem "Tatort" zu sehen: als Seepolizist Marcel Steiner an der Seite von Eva Mattes und Stefan Gubser in der "Bodensee"-Episode "Seenot". Zwei weitere Male schlüpfte er in diese Rolle.
Wiederum zwei Jahre später sicherte sich Gassmann den Part des bodenständigen Witwers Andreas Grub in der SWR-Serie "Die Fallers". Diese Nebenrolle bekleidet er heute noch.
2013: Umzug von London nach Berlin
"Ich habe in den letzten fünf Jahren immer wieder gedacht, dass ich mal raus aus London sollte: Ich brauchte dringend mal einen Tapetenwechsel - und Berlin war die einzige Stadt, in der ich mir sonst noch vorstellen konnte zu leben." So begründete Ralph Gassmann 2015 in der "B.Z." seinen Umzug von einer Metropole in die andere. Hinzu kam, dass er seit seinem "Tatort"-Engagement häufiger in Deutschland tätig war.
Sein Zwischenfazit nach zwei Jahren in der deutschen Hauptstadt lautete: "Ich finde, Berlin ist viel entspannter als London, nicht so hektisch. Da brauche ich 45 Minuten mit der Tube, um meine Kumpels zu sehen. Hier bin ich in 20 Minuten überall. Ich kann nach Hause laufen, ohne dass mir ein einziges Auto entgegenkommt, wenn ich die richtigen Wege gehe." Übrigens hat der Schauspieler mittlerweile neben der Schweizer und der britischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft.
Aktuelle Projekte: eine Neuverfilmung von "Die unendliche Geschichte" - und ein Dackel
Seit 2019 ist Gassmann auch als Ansprechpartner für Film- und Fernsehrechte tätig: in der Agentur AVA International. Und im März 2024 wurde bekannt, dass er als Produzent, gemeinsam mit Iain Canning, Emile Sherman und Roman Hocke, an einem spannenden Projekt beteiligt ist: einer mehrteiligen Neuverfilmung des Michael-Ende-Romans "Die unendliche Geschichte". Wann das Werk in die Kinos kommt, steht noch nicht fest.
2015 verriet Gassmann der "B.Z.", dass er eine Freundin habe. Ob das noch der Fall ist? Darüber gibt es keine klaren Informationen. Ein Teil seines Herzens gehört auf jeden Fall seinem Glatthaardackel. Dieser ist regelmäßig auf Gassmanns Instagram-Kanal zu sehen. Und sonst? Der Schauspieler reist gerne, ist leidenschaftlicher Taucher und immer zu haben für scharfes Essen.
"Tatort - Blinder Fleck" wird am Sonntag, dem 21. Juni um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Zum selben Zeitpunkt ist der Krimi von 2023 im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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