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Zwischen Universität und Fernsehen

"Terra X"-Moderator Harald Lesch: So wurde er vom Astrophysiker zum ZDF-Star

Veröffentlicht:

von teleschau - Elisa Eberle

Professor Harald Lesch ist Physiker, Astronom, Naturphilosoph und Autor.

Bild: ZDF und Bojan Ritan


Harald Lesch zählt zu den bekanntesten Fernseh-Erklärern Deutschlands. In seiner Sendung "Terra X Harald Lesch" widmet er sich Fragen über Drogen, Klima und die großen Rätsel des Alltags. Was wenige wissen: Als Schüler bekam Harald Lesch einst Förderunterricht in Mathematik ...

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Harald Lesch auf einen Blick

  • Name: Harald Lesch

  • Geburtstag: 28. Juni 1960

  • Geburtsort: Gießen

  • Wohnort: München

  • Familienstand: verheiratet

  • Kinder: ein Sohn

Vom Förderschüler zum Mathe-Ass

Harald Lesch wurde 1960 im hessischen Gießen geboren. Sein Vater war Starkstromelektriker. Lesch wuchs in der mittelhessischen Gemeinde Mücke auf. Zunächst war er kein guter Schüler. Ausgerechnet in Mathematik bekam er Nachhilfe.

Die Wende kam in der Oberstufe: "Ich habe nach einem Fahrradsturz für längere Zeit mit einer Gehirnerschütterung und einem Schädelbruch im Krankenhaus gelegen", erinnerte sich Lesch 2020 im Interview mit "t-online": "Das hat mir genug Zeit gegeben, um darüber nachzudenken, wie es mit mir in der Zukunft weitergehen soll." So begann er, mehr für die Abiturprüfung zu lernen. Andere Darstellungen, wonach er seit dem Unfall "mathematisch hochbegabt" sei, wies Lesch hingegen zurück.

Als Gast in Toronto, als Professor an der LMU

1978 legte Harald Lesch das Abitur an der Theo-Koch-Schule in Grünberg ab. Anschließend begann er ein Physik-Studium an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Später wechselte er an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Im Anschluss an sein Diplom-Studium promovierte Harald Lesch. 1987 schloss er die Promotion mit einer am Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) angefertigten Dissertation zum Thema "Nicht lineare Plasmaprozesse in aktiven galaktischen Kernen" ab.

Es folgte eine Anstellung als Forschungsassistent an der Landessternwarte Heidelberg-Königsstuhl von 1988 bis 1991. Im Jahr 1992 war Harald Lesch als Gastprofessor an der University of Toronto. Zwei Jahre später wurde er an der Universität Bonn habilitiert. Seit 1995 ist er Professor für theoretische Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München: "Ich war der erste in meiner Familie, der eine akademische Laufbahn eingeschlagen hat", erklärte Harald Lesch 2018 im Interview mit der Nachrichtenagentur "teleschau": "Ich bin seit 1995 Professor, aber noch heute staune ich manchmal, wenn ich an meinem Büro vorbeigehe."

Von "alpha-Centauri" bis "Star Trek - Science vs. Fiction"

1998 wagte Harald Lesch den Schritt ins Fernsehen: In der Sende-Reihe "alpha-Centauri" bei BR-alpha behandelte er bis 2007 Themen aus den Bereichen der Astronomie. Es folgten weitere Sendungen wie "Die Physik Albert Einsteins", "Lesch & Co", "Denker des Abendlandes", "Alpha bis Omega" und "Die 4 Elemente".

Für den Pay-TV-Sender SciFi untersuchte er in "Star Trek - Science vs. Fiction" 2006 die Science-Fiction-Serie "Star Trek" auf wissenschaftlich fundierte Elemente. Von April bis Ende 2007 moderierte Lesch für SciFi die wöchentliche Sendung "Sci_Xpert". Thema war die Realisierbarkeit von Science-Fiction-Konzepten.

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Harald Lesch beim ZDF: "Terra X" und weitere Serien

Im September 2008 präsentierte Harald Lesch die erste Ausgabe der ZDF-Sendung "Abenteuer Forschung". Er löste damit Joachim Bublath ab. Für die Folge "Drillen oder Chillen? Der Weg zum Superkind" wurde er 2012 mit dem Bayerischen Fernsehpreis in der Kategorie "Moderation Kultur und Bildung" ausgezeichnet. 2014 wurde "Abenteuer Forschung" in "Leschs Kosmos" umbenannt. Seit 2009 moderiert Harald Lesch die "Terra X"- Reihe "Faszination Universum" im ZDF. Es folgten weitere ZDF-Sendungen aus der Reihe "Terra X".

"Leschs Kosmos" hieß auch ein Format, das von 2010 bis 2017 bei ZDFneo zu sehen war. Zum Start der zweiten Staffel im Jahr 2013 wurde es in "Frag den Lesch" umbenannt. Daraus entwickelte sich die 2016 gestartete YouTube-Reihe "Terra X, Lesch & Co". Seitdem hat er viele verschiedene Formate der "Terra X"-Reihe moderiert, wie zum Beispiel zum Thema Drogen oder Archäologie.

Ein Leben zwischen Büchern und Vorträgen

Neben seinen Fernsehauftritten ist Harald Lesch weiterhin als Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalist aktiv. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unterhaltsame Bücher wie "Kosmologie für Fußgänger" (2001, mit Jörn Müller), "Der Außerirdische ist auch nur ein Mensch" (2010) oder "Philosophieren ist wie Kitzeln im Kopf" (2013, mit Gudrun Mebs und Catharina Westphal).

Harald Lesch privat

Harald Lesch bezeichnete sich selbst einmal als "Protestant vom Scheitel bis zur Sohle". Einen Widerspruch zwischen dem christlichen Glauben und seiner Tätigkeit als Astrophysiker sieht er nicht. Seit 2020 ist Harald Lesch in zweiter Ehe mit der promovierten Astronomin Cecilia Scorza-Lesch verheiratet. Das Paar lebt in München.

Aus erster Ehe hat er einen Sohn: Florian Lesch ist Ingenieur für Erneuerbare Energien und Energietechnik. Gemeinsam verfassten Vater und Sohn das Sachbuch "Erneuerbare Energien zum Verstehen und Mitreden". Inzwischen ist Harald Lesch auch Großvater.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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