Privat wie nie

"Das dunkle Vermächtnis"-Star Felicitas Woll: So geht es ihr als Single

Veröffentlicht:

von teleschau

Felicitas Woll spielt Fotografin Kim in "Das dunkle Vermächtnis".

Bild: ARD Degeto Film/MadeFor Film GmbH/Hans-Joachim Pfeiffer


Sie wuchs im Mehrgenerationenhaus auf, wurde in der Diskothek entdeckt und mit der Serie "Berlin Berlin" berühmt. Jetzt kommt Felicitas Woll mit einem düsteren Thriller ins Fernsehen. Die zweifache Mutter im Porträt.

- Anzeige -
- Anzeige -

Als Hamburger Fotografin Kim Wenrich kehrt Felicitas Woll im Film "Das dunkle Vermächtnis" in ihren Heimatort zurück. Ihr Vater ist der Hauptverdächtige in einem Mordfall, doch statt einer kurzen Aussage bei der Polizei gerät sie in einen Strudel aus düsteren Erinnerungen. Der Mysterythriller um die berühmte Himmelsscheibe von Nebra läuft am 14. März im Ersten. Und ist thematisch ziemlich weit weg von dem, womit Felicitas Woll einst den Durchbruch als Schauspielerin schaffte.

Die heute 46-Jährige mischte zu Beginn der 2000er die Fernseh- und Kinowelt mit unbeschwerter Natürlichkeit auf und brachte die Zuschauer:innen in Komödien wie "Mädchen, Mädchen" reihenweise zum Lachen.

Felicitas Woll über ihre Kindheit: "Wie im Heidi-Film"

Geboren im hessischen Homberg (Efze), wuchs die Schauspielerin vornehmlich in Harbshausen in einem Mehrgenerationenhaus auf dem Land auf. Sie hat vier Schwestern und zwei Brüder. "Ich habe dieses Kindheitsgefühl, das werde ich auch nie vergessen. Wenn der Frühling angefangen hat, bin ich sofort barfuß raus", verriet sie 2025 in einem Interview mit "Radio FFH". "Ich habe mich in die Wiesen gelegt, und wie im Heidi-Film lag ich dann da."

Gleichwohl lernte Felicitas Woll auch eine gewisse Rastlosigkeit kennen. Ihre Mutter war eine Aussteigerin, die zwischendurch mit ihrer Familie durch Europa reiste. So fiel es der jungen "Fee" relativ leicht, mit 19 nach Peking zu reisen und dort für das chinesische Fernsehen in einer deutsch-chinesischen Fernsehserie mitzuwirken: "True Love Is Invisible/Magic Love". 20 Folgen lang stand sie vor der Kamera. Und war froh, als es vorbei war, wie sie 2024 in der "Berliner Morgenpost" gestand: "Es war unglaublich, was ich da erlebt habe. Überall waren Menschenmassen, die Leute haben mir an die Haare und an die Nase gefasst." Sie sei sehr froh gewesen, "als ich am Flughafen in Peking stand und wusste, es geht nach Frankfurt zurück".

Ihr späterer Manager steckte ihr beim Tanzen seine Visitenkarte zu

Dass es überhaupt zu dieser Reise kam, hat Felicitas Woll einem Disco-Besuch zu verdanken. Denn eigentlich hatte sie nach der Schule eine Ausbildung zur Krankenschwester begonnen. "Ich war mit meiner Schwester irgendwie am Tanzen", erinnert sie sich in einem ZDF-Interview, als ihr jemand seine Visitenkarte zusteckte: Frank Oliver Schulz, ihr künftiger Manager. Direkt ansprechen wollte er sie nicht, "weil er dachte, das kommt nicht so gut". Die Teenagerin war neugierig. "Ich habe dann wirklich alles abgebrochen und bin in dieses Wagnis reingesprungen. Und war die beste Entscheidung, die ich machen konnte."

Dann ging für die Quereinsteigerin alles sehr schnell: erfolgreiches Casting für die TV-Serie "Die Camper", Umzug nach Köln, der Trip nach China, erste kleine Serienrollen. Spätestens mit der Kinokomödie "Mädchen, Mädchen" (2001) wurde klar: Felicitas Woll war ein Name, dem man sich in der Branche merken sollte.

Ab 2002 spielte sie 86 Folgen lang das "Landei" Lolle, das den Jungs in der Hauptstadt die Köpfe verdreht. Für ihren Part in der ARD-Vorabendserie "Berlin Berlin" wurde sie 2002 mit dem Deutschen Fernsehpreis, 2003 mit dem Grimme-Preis und 2004 mit der Goldenen Rose von Luzern für die beste weibliche Sitcom-Hauptrolle ausgezeichnet.

Mittlerweile hat sich Felicitas Woll längst als Schauspielerin mit Tiefgang etabliert. In den SAT.1-Filmen "Die Ungehorsame" (2015), "Nackt. Das Netz vergisst nie" (2017) und "Du sollst nicht lügen" (2021, alle aktuell kostenlos auf Joyn verfügbar) bewies sie ihre Vielseitigkeit. Für ihre Rolle in "Die Ungehorsame", in der sie ihren gewalttätigen Ehemann umbringt, bekam sie den Bayerischen Fernsehpreis.

- Anzeige -
- Anzeige -

Im Stream auf Joyn: Sieh hier Felicitas Woll in ihrer preisgekrönten Rolle

Zurück zu den Wurzeln: Felicitas Woll liebt das Landleben

Zur Bundeshauptstadt hat Felicitas Woll nicht nur durch "Berlin Berlin" einen besonderen Bezug. "Jedes Mal, wenn ich herkomme, denke ich: Ich komme nach Hause", erzählte sie 2016 in der "Morgenpost". "Meine Großmutter ist hier geboren und aufgewachsen, daher bin ich wirklich verwurzelt mit der Stadt. Berlin wird für mich immer die besonderste Stadt bleiben."

Dennoch hat sie ihren Lebensmittelpunkt wieder nach Nordhessen verlegt. Die Schauspielerin liebt die Stille und fühlt sich von zu vielen Reizen schnell überfordert, wie sie in "Radio FFH" betont. "Also die Bombardierung von Gerüchen, Farben, Schnelligkeit und Geräuschen. Das ist schon sehr heftig. Von daher versuche ich mich da auch immer sehr oft irgendwie einfach mal auszuklinken." Das Leben auf dem Lande sei für sie der ideale Ausgleich zu ihrem Job als Schauspielerin. Sie könne heute noch Vogelstimmen unterscheiden und nachmachen: "Manchmal zwitschere ich zurück."

Felicitas Woll hat zwei Töchter. Taisha Valentina kam 2006 zur Welt und bekam 2017 ein Schwesterchen. Dieses stammt aus ihrer Beziehung mit dem Kampfkunst-Meister und Schauspieler Benjamin Piwko. Die beiden sind seit 2024 getrennt, wie die Schauspielerin 2025 in "Frau im Spiegel" bekannt gab. Momentan sei sie Single, erzählt sie dort weiter. "Ich bin nicht auf der Suche", so Woll. "Es ist eine wunderschöne Freiheit. Ich finde, das sollte jede Frau mal bewusst durchleben", erklärte sie. Vor allem habe sie eine neue Beziehung mit sich selbst entwickelt. "Lange war ich immer mein größter Kritiker. Heute ist das anders. Ich habe mich selbst viel mehr lieb als früher."

"Das dunkle Vermächtnis" läuft am Samstag, 14. März um 20:15 Uhr im Ersten. Zur selben Zeit ist der Mystery-Thriller im kostenlosen Livestream auf Joyn abrufbar.


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken