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Bekannt aus "Babylon Berlin"

"Zielfahnder"-Star Hanno Koffler: Eigentlich wollte er gar kein Schauspieler werden

Veröffentlicht:

von teleschau

Es wird hart für Lars Röwer (Hanno Koffler, links) und Hanna Landauer (Ulrike C. Tscharre) in der "Zielfahnder"-Episode "Kalte Sonne".

Bild: ARD Degeto Film/WDR/W&B Television GmbH/Mark Cassa


Er ist der Typ Schauspieler, dessen Gesicht so ziemlich jeder kennt - den Namen vielleicht weniger: Hanno Koffler überzeugt seit mehr als 20 Jahren in intensiven Rollen. Von zartbesaitet über knallhart bis zu schwer traumatisiert hat der Berliner schon so ziemlich alles gespielt.

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Wir kennen ihn als verstörten Afghanistan-Heimkehrer in "Nacht vor Augen" (2008). Als skrupellosen und gewaltbereiten SA-Anführer Walther Stennes in "Babylon Berlin". Aber auch als einfühlsamen Polizisten, der sich im Film "Freier Fall" (2013) in einen Kollegen verliebt. Hanno Koffler füllt seine Figuren immer mit sehr viel Leben.

So auch in der neuen Folge der Krimiserie "Zielfahnder". In der Episode "Kalte Sonne", die am 18. April im Ersten läuft, bekommen es Hanna Landauer (Ulrike C. Tscharre) und Lars Röwer (Koffler) mit einem international operierenden Prostituiertenring zu tun. Und begeben sich dabei in Lebensgefahr.

Bei all dem Herzblut, das Koffler in seine Rollen steckt, ist es kaum zu glauben, dass seine ganz große Leidenschaft eigentlich der Musik gehört.

Hanno Koffler wollte ursprünglich Musiker werden

Aufgewachsen in Berlin-Charlottenburg, verschlug es den Sohn eines Rechtsanwalts mit zehn Jahren nach Sachsen-Anhalt. Sein Vater nahm einen Job in Stendal an, das war kurz nach der Wende. "Ein totaler Kulturschock", erinnert sich Hanno Koffler im Schlagerradio-Podcast "Chefsache". "Wir waren da eigentlich die ersten Wessis, die dort Fuß gefasst haben."

Zu dieser Zeit war die Schauspielerei für den heute 46-Jährigen noch in weiter Ferne. Vielmehr gründete er 1994 mit seinem Bruder Max die Band Kerosin, in der er Schlagzeug spielte. Die Liebe zur Musik verspüre er heute noch, wie Hanno Koffler in "Chefsache" verrät. Auch ein Drumset habe er noch. Aber als die Schauspielerei zum Beruf wurde, setzte er andere Prioritäten. Und das, obwohl die Band 2003 noch die Filmmusik zum Film "Ganz und gar" beisteuerte und einen guten Plattendeal in Aussicht hatte.

Zu dieser Zeit lebte Koffler längst schon wieder in Berlin. "Mit 17 bin ich ohne meine Eltern wieder zurückgekommen", erzählte er in der "Berliner Zeitung". Eine Ausbildung an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch schloss er fast ab. Doch beim letzten Vorsprechen hieß es, er sei zu arrogant rübergekommen. Die scheinbare Arroganz sei eher ein Schutzmechanismus gewesen, vermutet Hanno Koffler im Schlagerradio-Podcast.

Statt die Zulassungs-Prüfung zu wiederholen, ging er nach Wien und machte dort 2007 seinen Abschluss am Max-Reinhardt-Seminar.

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Ein Glücksbringer von Götz George

Schon während seines Studiums hatte Hanno Koffler erste Filmrollen, etwa 2003 in "Anatomie 2", sowie Theaterauftritte. Ab 2008 ging's dann richtig los. Mit seiner Hauptrolle als traumatisierter Afghanistan-Heimkehrer in "Nacht vor Augen" leistete er einen großen Beitrag zu den Internationalen Filmfestspielen in Berlin. Es folgten Rollen in "Der Rote Baron" und "Krabat". Keine Frage: Der Schauspieler war in der deutschen Film- und Fernsehszene angekommen.

Eine besondere Begegnung hatte Hanno Koffler im Jahr 2014: Er drehte mit Götz George den Film "Die besondere Schwere der Schuld". "Es war mit eine der tollsten Begegnungen für mich, in einem seiner letzten Filme mitzuwirken", erklärt er im Podcast "Chefsache". George habe ihn einst als "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski schwer beeindruckt: "Unglaublich agil, unglaublich körperlich, großmaulig und zugleich mit so einem sympathischen Herzen. Das war eine Kombination, die kannte man im deutschen Fernsehen so gar nicht."

Die beiden Schauspiel-Generationen freundeten sich während des Drehs an. Am Ende schenkte Götz George seinem jungen Kollegen einen Bernstein-Anhänger, der ihn 30 Jahre lang am Set begleitet hatte. "Ein Glücksbringer von meiner Mutter", habe George gesagt. "Ich war schwer berührt."

"Ich hab schon echte Schweinehunde gespielt"

Eines der Highlights von Kofflers Karriere war die internationale Produktion "Babylon Berlin", bei der er von 2020 bis 2022 mitwirkte. Auf seine Rolle als brutaler SA-Mann angesprochen, gesteht Koffler im Podcast: "Ich hab schon echte Schweinehunde gespielt". Andere Rollen, etwa die des schwulen Polizisten in "Freier Fall", seien ihm aber viel näher.

Der Gedanke, dass es heutzutage ähnlich wie in "Babylon Berlin"-Zeiten ein Aufkommen rechter Kräfte gebe, macht ihm dabei Sorgen. "Das ist eine katastrophale Entwicklung. Und ich würde mir so wünschen, dass auf der politischen Ebene Wege gefunden werden, wie man anders mit den Menschen kommuniziert. Ich merke ja selber, dass mich die Politik teilweise nicht mehr erreicht in dem, wie sie kommuniziert."

Im Film "Härte" verkörpert Hanno Koffler eindrucksvoll den ehemaligen Zuhälter Marquardt, dessen Leben von Kindesbeinen an durch Gewalt geprägt war. Für die Rolle wurde Koffler als bester männlicher Hauptdarsteller für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Bild: rbb/Rosa von Praunheim Filmprodu


Seine Frau lernte Hanno Koffler beim Casting kennen

Da war sein Part als Zocker Adam im Kinofilm "Treppe aufwärts" um einiges harmloser. Hanno Koffler denkt jedoch auch aus einem anderen Grund an die Produktion aus dem Jahr 2015 zurück: Denn er lernte beim Casting seine heutige Ehefrau Mia Maariel Meyer kennen, die Regisseurin des Films.

"Ich kann nicht leugnen, dass ich sie als Erscheinung toll fand", gesteht der Schauspieler in "Chefsache". Noch mehr habe ihn aber ihr Wirken als Regisseurin beeindruckt. Er wollte zunächst einfach mit ihr arbeiten. "Da gab's keine Hintergedanken." Nach dem Dreh habe es aber kein Halten mehr gegeben. "Da war die Liebe stärker." Das Paar lebt heute mit der gemeinsamen Tochter Aino Maia Lou in Friedrichshain.

Mia Maariel Meyer ist übrigens auch Regisseurin des neuen "Zielfahnder"-Krimis. Die Episode "Kalte Sonne" läuft am Samstag, 18. April, um 20:15 Uhr im Ersten. Zeitgleich ist der Fall im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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