Über 200 Folgen

"Die Waltons": Die traurigen Gründe für die Absetzung der Serie

Veröffentlicht:

von Christian Vock

Etwas nimmt Ralph Waite, Michael Learned, Jon Walmsley, Judy Norton-Taylor, Richard Thomas, Mary Beth Mcdonough, Kami Cotler, Will Geer (v. l.) sichtlich mit.

Bild: imago images / Mary Evans


Neun Jahre und neun Staffeln lang begleiteten die Zuschauer:innen John-Boy und seine Großfamilie bei ihrem Leben während der Großen Depression im Amerika der 1930er-Jahre. Doch 1981 war plötzlich Schluss mit den "Waltons". Hier erfährst du, warum.

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"Gute Nacht, John-Boy!" Die allabendliche Verabschiedung der Walton-Familie hat längst ihren Platz in den TV-Geschichtsbücher gefunden und wurde unzählige Male parodiert. Kein Wunder, schließlich war die Serie um eine Großfamilie in Virginia das, was man früher einen "Straßenfeger" nannte, heute würde man vielleicht sagen: "Die Serie ging viral". Doch während man auch heute noch mit einem "Gute Nacht, John-Boy!" ein paar Lacher ernten kann, sind die "Waltons" längst Geschichte. Und die endete gar nicht mal so glanzvoll.


Das sind die "Waltons"

1930er-Jahre, Blue Ridge Mountains (Virginia): Es ist die Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Großen Depression - dementsprechend knapp ist das Geld der Großfamilie, aber umso größer ihr Familiensinn. Und während die Angehörigen der Waltons tagsüber ein Abenteuer nach dem anderen erleben, sitzten sie abends beisammen und hören sich gemeinsam Radiosendungen an. Zur Familie zählen: John-Boy (Richard Thomas), seine sechs Geschwister Erin (Mary Beth McDonough), Mary Ellen (Judy Norton), Jason (Jon Walmsley), Benjamin (Eric Scott), James Robert "Jim-Bob" (David W. Harper) und Elizabeth (Kami Cotler) sowie die Eltern John (Ralph Waite) und Olivia (Michael Learned) und die Großeltern Esther (Ellen Corby) und Sam (Will Geer).

"Die Waltons" wurden von Earl Hamner Jr. erfunden, der in der Serie auch als Erzähler fungiert hat. Die Geschichten basieren lose auf seinen Kindheitserlebnissen und -erinnerungen. Auch wenn die Charaktere und Orte bei den "Waltons" fiktiv sind, wurden sie doch von Hamners eigener Großfamilie und Kindheit inspiriert und von dem kleinen Ort Schuyler in Virginia, in dem Hamner selbst aufgewachsen ist. Inzwischen sind "Die Waltons" längst zur Kult-Serie geworden, das Ende war damals aber vor allem für die Schauspieler traurig.

"Die Waltons"

Der "Waltons"-Cast (immer v. l.): In der hinteren Reihe stehen Ralph Waite, Richard Thomas sowie Michael Learned. In der mittleren Reihe befinden sich Jon Walmsley, Ellen Corby, Will Geer, Kami Cotler und David W. Harper. Und in der vorderen Reihe sitzen Judy Norton-Taylor, Eric Scott und Mary Beth McDonough.

Bild: IMAGO / mptv


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Darum wurde "Die Waltons" abgesetzt

"Gute Nacht, Mister President". Das waren die Worte, mit denen sich die Kult-Serie "Die Waltons" 1981 von den TV-Bildschirmen verabschiedete. Ausnahmsweise hieß es also nicht "Gute Nacht, John-Boy", denn die Worte von Familienoberhaupt John Walton (Ralph Waite) galten dem verstorbenen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, dem die Waltons ein letztes Geleit geben, als der Zug mit Roosevelts Sarg in der letzten Folge an ihnen vorbei fährt.

Ein kluger Einfall der Produktion, der aber wahrscheinlich auch gut zur Stimmung am Set passte - schließlich ging mit dem TV-Aus auch die eingeschworene Crew getrennte Wege.

Allerdings haben nicht alle "Waltons"-Urgesteine das Ende miterlebt: So starb Schauspieler Will Geer, der den Großvater Sam Walton spielte, bereits 1978, also drei Jahre zuvor an Ateminsuffizienz. Schon zwei Jahre vorher erlitt Geers "Serien-Frau" Ellen Corby (Grandma Esther) einen Schlaganfall, der ihr Sprachzentrum traf, weshalb sie von da an nur noch sporadisch bei den "Waltons" zu sehen war. In der Serie zog Esther dann wegen einer Tuberkulose-Erkrankung in ein Sanatorium.

Zudem verließen die Hauptdarstelleri:nnen Richard Thomas und Michael Learned die Serie. John-Boy hatte seinen letzten Einsatz zu Beginn der sechsten Staffel, während Olivia im Laufe der achten Staffel das Familienanwesen verließ - sie kehrte jedoch für spätere Reunion-Filme zurück. Als Gründe gaben beide unter anderem an, sich neuen Herausforderungen stellen zu wollen.

Zu diesem Zeitpunkt war die einst so beliebte und mit Preisen dekorierte Serie allerdings schon nicht mehr so angesagt wie zu Beginn ihrer Zeit. Laut dem Fernsehsender MeTV hatte sich der Popularitätsverlust über Jahre abgezeichnet. Von einem Top-2-Platz im Ranking der amerikanischen Serien rutschten "Die Waltons" im Verlauf auf Platz 42 ab - ein Absturz, der vielen Fans bereits zu denken gab.

Für Judy Norton-Taylor (Mary Ellen Walton) kam damit das endgültige Aus nicht überraschend, wie sie in ihrem Youtube-Channel @judynorton_actress erzählte:

Ich denke, viele von uns haben gespürt, dass die Serie zu Ende ging. […] Aber etwas zu erwarten und tatsächlich davon zu hören, sind zwei verschiedene Dinge.

Judy Norton

Die Serie aus den 1970ern hat sich letztendlich ohne großes Aufsehen verabschiedet. Laut Norton-Taylor hätten die Schauspieler:innen vom Ende der Serie nicht etwa in einem persönlichen Gespräch erfahren, sondern über Medien. "Ich glaube, jemand hat mich angerufen und meinte zu mir, dass es im Radio zu hören ist", erzählte sie. Und auch wenn die einzelnen Waltons danach noch in verschiedenen Fernsehfilmen wieder zueinanderfanden, hieß es für die Serie nach 221 Folgen "Gute Nacht, ‚Waltons’!"

Schau dir das Serien-Ende in voller Länge an

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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