Enorm vielseitig

Mehr als Barbie: In diesen Filmen hast du Margot Robbie schon gesehen

Veröffentlicht:

von Anna Tiefenbacher, Peter Falan Picha

Margot Robbie als vielseitige Schauspielerin: Tonya Harding in "I, Tonya", Harley Quinn aus "Suicide Squad" und Kayla Pospisil aus "Bombshell" (v.l.).

Bild: picture alliance / PictureLux/Lionsgate / The Holly / Everett Collection / Warner Bros/Courtesy Everett Collection


Mit "Barbie" verdiente Margot Robbie als Schauspielerin und Produzentin unglaubliche 50 Millionen Dollar. Aber schon vor dem Kinohit war die Australierin berühmt. Diese Filme mit ihr solltest du dir keinesfalls entgehen lassen.

Sie ist beliebt, sie ist talentiert und sie ist vielseitig: Margot Robbie brillierte in der Rolle der Barbie, hat aber längst bewiesen, dass sie auch ernstere Rollen spielen kann. Ob als Eiskunstläuferin, exzentrische Antiheldin, Stewardess oder Königin - hier kommen Margots beste Auftritte, inklusive einiger Geheimtipps.

Nach "Barbie" vielleicht ihre bekannteste Rolle: Robbie als Harley Quinn

Gleich dreimal verkörperte Margot Robbie Dr. Harleen Frances Quinzel: in "Suicide Squad" (2016), "Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn" (2020) und "The Suicide Squad" (2021).

Schon bei ihrem ersten Auftritt von Margot Robbie als Harley Quinn war klar: diese Frau ist mehr als nur die Ex vom Joker. Sie ist eine chaotische, charismatische Antiheldin voller Gegensätze, zwischen kindlicher Verspieltheit und brutaler Gewalt, mit Baby-Stimme und Baseball-Schläger. Schon allein die grellbunte Ästhetik machte sie für manche zum heimlichen Star des "Suicide Squad". Mit dem Spin-off "Birds of Prey" bekam Harley dann auch noch richtig Tiefe. Sie emanzipiert sich endgültig vom Joker und wird zur feministischen, schrillen und überzeichneten Hauptfigur.

Ich wäre gerne im realen Leben so stark, bin ich aber leider nicht immer. Aber ich gebe mein Bestes, immer positiv zu sein.

Margot Robbie im Interview mit "teleschau" über ihre Rolle als Harley Quinn

Oscar-Nominierung: Robbie als Eiskunstläuferin Tonya Harding

"I, Tonya" (2017) ist ein Biopic, welches das Leben der Eiskunstläuferin Tonya Harding erzählt. Margot Robbie verkörpert auch hier eine sehr widersprüchliche Frau: ehrgeizig und aggressiv, gleichzeitig verletzlich. Beißender Humor und der direkte Blick in die Kamera macht den Film zu einer Art Mockumentary, die unterhaltsam ist und gleichzeitig schonungslos ehrlich mit Gewalt, Klassenunterschieden und Elite-Sport als Ausdruck des American Dreams umgeht. Mit diesem Film hat Robbie alle überzeugt - sie erhielt dafür zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen.

Die komplizierten Sprünge, Landungen und Figuren übernahm natürlich ein professionelles Double. Dennoch übte Robbie hart für die Szenen, in denen sie selbst auf dem Eis stehen musste. Beim Toronto Filmvestival wurde sie gefragt, wie viel genau sie trainiert hat. Ihre Antwort: "Ziemlich viel - so viel, wie wir vor Drehbeginn überhaupt schaffen konnten. Ich habe ungefähr drei oder vier Monate trainiert, etwa fünfmal pro Woche, jeweils ein paar Stunden am Tag. Selbst wenn ich zehn Jahre Zeit zum Üben gehabt hätte, hätte ich niemals einen dreifachen Axel geschafft. Dafür brauchte ich Hilfe."

Jeff (Sebastian Stan) und Tonya (Margot Robbie, v.l.) in "I, Tonya".

Bild: IMAGO / Capital Pictures


"The Wolf of Wall Street" brachte Margot Robbie den Durchbruch

Bei diesem Filmtitel denken die meisten wohl zunächst an den Protagonisten Jordan Belfort, gespielt von Leonardo DiCaprio. Doch auch dessen zweite Ehefrau, Naomi Lapaglia, bleibt in Erinnerung. "The Wolf of Wall Street" (2013) bedeutete für Margot Robbie den internationalen Durchbruch. Kritiker:innen lobten sie für ihren Akzent, ihr Timing und den präzisen Einsatz von Emotionen: Naomi kann in Sekunden von Verführung zu Verachtung wechseln, sie ist mehr als eine Geliebte, sie ist berechnend und hat das Spiel längst verstanden. Brillantes Schauspiel!

Und noch eine Oscar-Nominierung: "Bombshell "

Hier ist die Australierin eher zurückhaltend: Als Kayla Pospisil, eine fiktive Fox-News-Mitarbeiterin, spielt sie eine von vielen jungen Frauen, die im Medien-Universum Machtmissbrauch und sexueller Erpressung ausgesetzt sind. Dass der Film einen so mitnimmt, liegt zum einen daran, dass er auf wahren Begebenheiten beruht. Zum anderen liegt es an der Nüchternheit, mit der Margot Robbie Kayla verkörpert, ohne Pathos, ohne Glamour, dafür voll greifbarer Scham und Angst. Für diese unbequeme Rolle erhielt sie eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin.

Robbie als Sharon Tate im Tarantino-Hit "Once Upon A Time in Hollywood"

Und wieder steht sie mit Leonardo vor der Kamera: 2019 verkörperte Robbie Sharon Tate, die junge Schauspielerin, die in den 1960er Jahren mit Mitte zwanzig und hochschwanger von Mitgliedern der Manson-Family ermordet wurde. In einem Tarantino-Film mitzuspielen sei seit jeher eines ihrer großen Ziele gewesen, berichtete Robbie. Trotz der bedeutsamen Rolle hat sie wenig Text - eine Tatsache, die von manchen kritisiert, von anderen als künstlerische Entscheidung gelobt wurde. Für Robbie war vor allem eine Meinung entscheidend: Debra Tate, die Schwester der ermordeten Schauspielerin, befand ihre Darstellung als authentisch und passend.

Eine neue Jane: Robbie in "Tarzan"

Galt bislang Jane Clayton in allen Tarzan-Adaptionen als passive "Damsel in Distress" so wird sie dank Robbie zu einer selbstbewussten Frau, die sich im Dschungel bestens zurechtzufinden weiß. In "The Legend of Tarzan" (2016) spielt übrigens Alexander Skarsgård den Protagonisten. Das Duo wurde für ihre Chemie vor der Kamera gelobt und Margot für die Neuinterpretation der Jane - auch wenn der Film insgesamt eher mittelmäßig im Boxoffice abschnitt.

Royaler Auftritt: Margot Robbie als Queen Elizabeth

Saoirse Ronan als Maria Stuart und Margot Robbie als Königin Elizabeth I - das Historiendrama "Maria Stuart, Königin von Schottland" (2018) hat einige Auszeichnungen und Nominierungen erhalten - dabei wollte die Australierin die Rolle gar nicht annehmen. Wie die Schauspielerin dem britischen Filmmagazin "Screen International" erzählte, war sie zunächst "verängstigt" vor der Rolle und bezweifelte, ob sie der filmischen Tradition früherer Elizabeth-Darstellerinnen wie Cate Blanchett oder Helen Mirren standhalten könne - doch genau diese Unsicherheit machte ihre Interpretation so vielschichtig. Im Gegensatz zu den gängigen, selbstbewussten Darstellungen der historischen Ikone spielte sie sie mit einer ungewohnten Verletzlichkeit - "auf dem Höhepunkt ihrer Krankheit und kurz vor ihrem Tod", schilderte Robbie.

Für alle, die die stets über beide Ohren strahlende Darstellerin über "Barbie" oder "Suicide Squad" hinaus sehen wollen, ist dieser Blick auf eine tragische Königin ein Pflichttermin.

Das auffällig weiße Make-up soll die Erkrankung der Queen Elizabeth I. (Margot Robbie) verschleiern.

Bild: picture alliance / PictureLux / Liam Daniel / Focus F


Ein Film mit Margot Robbie und Will Smith?

Gab es tatsächlich, aber auch dieser Auftritt von Margot Robbie könnte an dem ein oder anderen vorüber gegangen sein: 2015 stand die Asutralierin mit Will Smith vor der Kamera. In der Gauner-Komödie "Focus" spielt Robbie die kriminelle Jess Barrett. Als diese wirbelt sie durch die Welt der Trickbetrüger:innen und bringt dabei genau die funkelnde Energie mit, die Will Smiths abgeklärtem Profi Nicky den perfekten Kontrast verpasst. Besonders ihre Fähigkeit, zwischen Flirt und Gefahr umzuschalten, macht viele Szenen der beiden erst so prickelnd. Kurz nach ihrem "The Wolf of Wall Street"-Durchbruch hat die damals 25-Jährige damit eindrucksvoll gezeigt, weshalb sie als Hollywoods coolste Neuentdeckung galt.

Sie kann auch Serien: "Pan Am"

Die Serie spielt in den 1960er Jahren und handelt vom glamourösen Leben einer Flug-Crew, also: ganz viel Abenteuer, Beziehungen, Drama und Reisen. Neben Margot Robbie als Stewardess Laura Cameron spielte auch Christina Ricci eine der Hauptrollen. "Pan Am" lief von 2011-2012 und bekam leider keine zweite Staffel - es lohnt sich dennoch, die erste anzuschauen - allein schon für Robbies Performance.

Denn in ihrer Rolle als Newcomer-Gesicht unter den Stewardessen bringt sie eine jugendliche Leichtigkeit mit, die perfekt zum 1960er-Setting passt. Gleichzeitig verpasst sie der Figur mehr Tiefgang, als man von einer nostalgischen Airline-Serie erwarten würde. Laura kämpft mit Selbstzweifeln, moralischen Dilemmata und einer neuen, aufregenden Freiheit - und Robbie fängt all das pointiert ein. Könnte "Pan Am" die Serie sein, durch die ihr Schauspieltalent für das "The Wolf of Wall Street"-Engagement entdeckt wurde? Zeitlich würde es passen. Der Martin-Scorsese-Film kam nur ein Jahr nach dem Serien-Aus ins Kino.

Geheimtipp: Stewardessen-Serie mit Margot Robbie

Margot Robbies neuster Streich: "Wuthering Heights"

"Er ist Banane, er ist toll, er ist brilliant": So hat Margot Robbie im Interview mit MTV "Wuthering Heights" beschrieben - eine leidenschaftlich-stürmische Romanze, die mehr als bloßes Kostümdrama sein will. Und genau da glänzen Margot Robbie und Jacob Elordi als Cathy und Heathcliff, deren Chemie der Romanverfilmung den nötigen körperlichen und emotionalen Punch verleiht, der in Erinnerung bleibt.

In Deutschland kommt der Film am 12. Februar ins Kino. Überzeug dich selbst von ihrem emotionalen Schauspiel.

Wie alles begann: Margot Robbie in der australischen Soap "Neighbours"

Bevor Margot Robbie Hollywood eroberte, brachte sie als Donna Freedman in "Neighbours" die australische Serienwelt zum Leuchten. Was nur als kleine Gastrolle beginnen sollte, wurde dank ihres Charmes schnell zum Fanliebling, der über 300 Einsätze verzeichnete. Robbie verlieh der impulsiven, schrulligen Donna eine Wärme und Authentizität, die man in Daily Soaps selten sieht. Ihr erster großer Beweis, dass sie fürs Rampenlicht geboren ist.

Lustiges Interview: Welche Schärfe verträgt Margot Robbie?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

Mehr entdecken