"Energie, die nach vorne geht"
Deshalb ist "Sommer auf Asphalt"-Star Mala Emde gerne wütend
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von teleschauEin ungewöhnliches Trio in "Sommer auf Asphalt": Les (Mala Emde) und Tyler (Aaron Hilmer, r.) stehen an Berts Seite (Christoph Maria Herbst, l.).
Bild: NDR/ARD/Frizzi Kurkhaus
Sie hatte mit zwölf ihre erste "Tatort"-Rolle und spielte später die junge Anne Frank: Mala Emde hat mit 30 Jahren schon richtig abgeliefert. Das Streiten, sagt die Schauspielerin, musste sie erst noch lernen. Heute nimmt der "Sommer auf Asphalt"-Star kein Blatt mehr vor den Mund.
In "Sommer auf Asphalt" flitzt Mala Emde als Fahrradkurierin über die Bildschirme. Sie spielt Les, die Hauptfigur, die nicht nur im Sattel gerne temporeich lebt.
Der Film läuft am Mittwoch, dem 21. Oktober um 20:15 Uhr im Ersten. Zeitgleich ist der Film von 2026 im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.
Mala Emdes Karriere begann mit 11 Jahren
Das Tempo ihre Rolle erinnert ein bisschen an Mala Emdes Karriere: Am 22. April 1996 in Frankfurt am Main geboren, hat sich auch die Darstellerin nicht lange mit Nebensächlichkeiten aufgehalten: Mit elf stand sie erstmals vor der Kamera. Ein Jahr später folgten fünf Drehtage für die Frankfurter "Tatort"-Episode "Architektur eines Todes" mit Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf.
Im Alter von 13 Jahren begann sie neben der Schule, im Frankfurter Studio "Tanz, Theater & Musik" zu lernen. Ihre erste Hauptrolle hatte Mala Emde 2015 im Doku-Drama "Meine Tochter Anne Frank". Erst danach, von 2016 bis 2020, folgte das Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin.
"Sommer auf Asphalt": Darum geht's
Zehn Jahre später drehte die Darstellerin an der Seite von Christoph Maria Herbst die Tragikomödie "Sommer auf Asphalt". Als Valeska, genannt Les, genießt sie ihren chaotischen Alltag in einem alternativen Kurierdienst, mit dem sie auch abends gerne abhängt.
Dazu gehört auch eine lockere Affäre mit Roya (Gina Haller) und sporadischer Sex mit Co-Kurier Tyler (Aaron Hilmer). Alles ist entspannt - bis Les schwanger wird und plötzlich auch noch ihr entfremdeter Vater Bert (Christoph Maria Herbst) aufkreuzt. Der geht ihr nicht nur hochgradig auf die Nerven, sondern hat auch ein ernstes Problem.
"Eine solche Frau habe ich einfach lange nicht im Kino gesehen", schwärmt Mala Emde im ARD-Presseportal von ihrer Figur. "Eine, die sich einfach nicht an Rollenbildern, sexuellen Stereotypen oder Schönheitsidealen orientiert, sondern ihren ganz eigenen Stil fährt und ihre eigene Vorstellung von Zukunft hat."
In der Talkshow "3nach9" fügte sie im Mai 2026 hinzu: "Es geht eigentlich um die Frage, was Familie ist: Ist das wirklich Mutter, Vater, Kind, wie wir es im Kindergarten gespielt haben? Oder bedeutet das nicht auch manchmal die beste Freundin oder der beste Freund oder jemand ganz anderes?"
Mala Emde (Mitte) als Fahrradkurierin Les in "Sommer auf Asphalt". Links Christoph Maria Herbst als Les' Vater Bert, rechts Aaron Hilmer als Tyler, von dem sie schwanger ist.
Bild: NDR/ARD/Frizzi Kurkhaus
Mala Emde hat gelernt, klare Kante zu zeigen
Überhaupt sind angestaubte Rollenbilder und Rückwärtsgewandtheit nichts für die Wahl-Berlinerin. So richtig für ihre Überzeugungen einzustehen, das musste sie indes erst lernen. In einem Interview mit dem Magazin "Emotion" erzählte Mala Emde im Jahr 2021, dass sie früher oft mit hoher Stimme geredet hat, "weil ich dachte, als Frau müsse man freundlich sein, damit man bekommt, was man will". Das mache sie nicht mehr.
Auch sich richtige Wut zu erlauben, sei ein Prozess gewesen. "Mir als Frau wurde beigebracht, auf Extremsituationen mit Traurigkeit zu reagieren." Heute sei sie froh, das Gefühl zuzulassen, denn Wut sei "eine Energie, die nach vorne geht".
Geholfen hat ihr dabei unter anderem die Rolle als junge Anne Frank, die sie 2015 verkörperte, verriet die Schauspielerin im Juni 2026 dem "Top Magazin Frankfurt": Ihr imponierte "das unverschämte Selbstbewusstsein" der Menschenrechtsaktivistin im Dritten Reich. "Dass man das Recht hat, seine Stimme zu erheben, auch wenn andere einem nicht die Erlaubnis dazu erteilen."
Mala Emde steht für Empathie ein
Auch gegen Rassismus oder Umweltzerstörung tritt die Darstellerin beherzt ein. "Bäume abhauen für den Bau von Autobahnen? Das geht gar nicht! Das ging noch nie!", sagte sie etwa 2022 dem Magazin "Schrot und Korn". Gleichwohl betonte Mala Emde: "Ich finde Widerstand wichtig - aber er muss in der jeweiligen Situation immer wieder austariert werden. Ich bin gegen die Gewalt an Menschen."
Überhaupt ist ihr das Miteinander extrem wichtig. "Ich glaube, dass alle Menschen dazu fähig sind, andere zu verstehen", betonte sie im "Top Magazin Frankfurt". Das sei auch einer der Gründe, warum sie ihren Beruf ergriffen habe. Das Schauspielen sei ihr wie eine Zauberkraft erschienen. "Ich habe gedacht, ich kann jeden Menschen verstehen auf dieser Welt, wenn ich mich in ihn hineinversetze." Ihre Eltern unterstützten sie in ihrem Berufswunsch.
Ein guter Umgang miteinander gehe aber nur mit einer Prise Offenheit und Neugier, findet sie. "Ich hab irgendwann aufgehört, mit Menschen mit Zeit zu verbringen, die nur über sich selber sprechen und keine Fragen stellen", so die Darstellerin in "3nach9".
Erlebe "Sommer auf Asphalt"-Star Christoph Maria Herbst als Tod
Mala Emde privat: Konzerte, Freundschaften pflegen, reisen
Neben Konzertbesuchen versucht die Schauspielerin in ihrem Privatleben, so viel Zeit wie möglich mit ihren Freund:innen zu verbringen. Und die Welt zu sehen. Bevor sie die Hauptrolle in der zweiten Staffel der TV-Serie "Charité" annahm, reiste sie alleine durch Kanada.
Doch nicht immer zieht es sie für schöne Erlebnisse in die Ferne, wie Mala Ende im Mai dieses Jahres dem Magazin "Vogue" verriet. Auf die Frage, wie sie im April ihren 30. Geburtstag verbracht habe, antwortete sie: "Da war ich paddeln! Mein Partner hat mir 30 Geschenke gemacht, denn ich liebe Geburtstage. Ich bin gar nicht cool, ich bin da wie so ein vierjähriges Kind und freue mich schon eine Woche vorher". Für ihr neues Lebensjahrzehnt hat sie sich übrigens vorgenommen, einen Heiratsantrag zu machen. "Ob ich den ernst meine oder nicht", fügte sie lachend hinzu.
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