Oscar-Nominierung

Die Jessie-Buckley-Saison: Warum gerade alle Augen auf die Oscar-Favoritin gerichtet sind

Veröffentlicht:

von Silke Burmeister

Jessie Buckley räumte in letzter Zeit viele Awards ab.

Bild: Getty Images for Critics Choice Association/Amy Sussman


Es gibt in jeder Award-Saison diese eine Frau, über die plötzlich alle sprechen. Nicht, weil sie sich in den Vordergrund drängt, sondern weil man den Blick nicht von ihr lassen kann. Dieses Jahr ist das Jessie Buckley. Hollywood-Insiderin Silke Burmeister hat die Oscar-Favoritin getroffen.

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Ich habe Jessie in den letzten Wochen auf einigen Events in Los Angeles erlebt, und jedes Mal ist zu spüren: Sie drängt sich nie in den Mittelpunkt, und ist doch der Mensch, den alle im Raum beobachten. Die 36-Jährige hat diese seltene Mischung aus Zartheit und Wildheit. Diese Mischung macht ihre Performances zu etwas ganz Besonderem. Und ihre Dankesreden auch! ;-)

Der vielleicht größte Moment ihrer Karriere: Jessie Buckley zwischen Oscar-Rennen, "Hamnet" und "The Bride!"

In den vergangenen Wochen hat die irische Schauspielerin mit "Hamnet" praktisch alle wichtigen Preise abgeräumt: Critics Choice Award, Golden Globe, BAFTA und zuletzt den Actor Award. Nach all diesen Dankesreden stünde eigentlich endlich eine Verschnaufpause an, aber nein: Schon bald könnte Jessie Buckley die nächste Dankesrede halten, denn sie ist als Best Actress für den Oscar nominiert. Der Film selbst geht in insgesamt acht Kategorien bei den Academy Awards ins Rennen.

Während Hollywood sich auf die große Oscar-Nacht vorbereitet, wird Jessie parallel schon wieder für ihre neue Rolle in "The Bride! - Es lebe die Braut" gefeiert. Der neue Film von Regisseurin Maggie Gyllenhaal ist gerade in den Kinos angelaufen. Ein gutes Omen?

Schon einmal führte die Zusammenarbeit zwischen Maggie Gyllenhaal und Jessie Buckley direkt ins Oscar-Rampenlicht: Für "Frau im Dunkeln" ("The Lost Daughter") war die Schauspielerin 2022 als Best Supporting Actress nominiert.

Jede Menge Hollywood-Magie hinter den Kulissen

Diese Woche durfte ich virtuell bei der Pressekonferenz zu "The Bride!" dabei sein. Jessie und Maggie wirken wie beste Freundinnen: vertraute Blicke, ergänzende Antworten und eine Chemie, die sofort spürbar ist. Vor allem aber ist schnell klar, wie groß die gegenseitige Bewunderung für ihre Arbeit ist.

Jessie erzählt strahlend: "So eine Beziehung ist extrem selten und kostbar. Als wir uns bei 'The Lost Daughter' begegnet sind, war das ein Treffen von Geist und Seele. Wir haben dieselbe Sprache gesprochen. Manchmal reicht es, wenn jemand dir in die Augen schaut und sagt: 'Ich sehe dich, und ich fordere dich heraus, an einen Ort zu gehen, den du vielleicht noch nicht kennst, aber ich weiß, dass ich dich dorthin führen kann.'"

Sechs Jahre nach ihrer ersten Zusammenarbeit wirken die Schauspielerin und die New Yorker Regisseurin noch immer wie zwei Frauen, die kreativ auf derselben Wellenlänge liegen.

"Für uns beide war 'The Lost Daughter' erst der Anfang", erzählt Jessie weiter. "Um nun noch tiefer zu gehen, wilder zu werden in unserer Vorstellungskraft. Ich hoffe, das ist erst der Beginn einer langen Liebesgeschichte zwischen uns. Sie ist mein Scorsese," sagt Jessie.

Mehr Lob geht kaum. Und Maggie? Die 48-Jährige Regisseurin und Drehbuchautorin kontert auf die Art, die sich wohl alle Schauspieler:innen insgeheim wünschen:
"Es ist sehr selten, so ein gegenseitiges Hin und Her an Verständnis und Energie zu erleben. Das ist unglaublich wertvoll. Ich habe wirklich versucht, das Drehbuch [zu 'The Bride!'] zu schreiben, ohne an bestimmte Schauspieler:innen zu denken, aber Jessie war immer in meinem Kopf."

Im Herzen des Films steht die Braut, gespielt von Jessie Buckley.

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Maggie Gyllenhaal und Jessie Buckley bei den Dreharbeiten von "The Bride!".

Bild: BTS-Fotos von THE BRIDE! - ES LEBE DIE BRAUT: Photo by Niko Tavernise



Worum geht es in "The Bride!"?

"The Bride! - Es lebe die Braut" ist eine mutige Neuinterpretation des Monster-Klassikers "Frankensteins Braut" aus dem Jahr 1935. Im Chicago der 1930er-Jahre reist ein einsamer Frank (Oscar-Preisträger Christian Bale) zu der visionären Wissenschaftlerin Dr. Euphronius (Annette Bening), um sie zu bitten, ihm eine Gefährtin zu erschaffen. Gemeinsam erwecken sie eine ermordete junge Frau wieder zum Leben.

Doch was folgt, ist keine klassische Monster-Erzählung, sondern eine explosive Liebesgeschichte über Identität, Sehnsucht und Selbstbestimmung. Inklusive eines überraschenden Punk-Rock/Dark-Romantic-Mixes: Der Soundtrack enthält unter anderem den Original Score von Komponistin Hildur Guðnadóttir (Oscar-Gewinnerin für Best Score für Joker).

Maggie Gyllenhaal, die viele über zwei Jahrzehnte vor allem als Schauspielerin kannten - unter anderem aus "Crazy Heart" oder "Secretary" - hat sich inzwischen zu einer der spannendsten Regisseurinnen Hollywoods entwickelt. Für diesen Film hatte sie auch beim Casting Mitspracherecht, und so stehen Mitglieder ihrer eigenen Familie vor der Kamera: ihr Ehemann Peter Sarsgaard und ihr Bruder Jake Gyllenhaal. Außerdem mit dabei: Oscar-Gewinnerin Penélope Cruz.

Christian Bale und Maggie Gyllenhaal: Das Duo am Set von "The Bride!"

Bild: BTS-Fotos von THE BRIDE! - ES LEBE DIE BRAUT: Photo by Niko Tavernise


Jessie Buckley: Von "The Bride!" zur Oscar-Nominierung mit "Hamnet"

Was viele nicht wissen: Jessie drehte "The Bride!" zuerst und hatte danach gerade einmal zwei Wochen Pause, bevor sie sich in die Dreharbeiten zu "Hamnet" stürzte. Der Oscar-nominierte Film von Regisseurin Chloé Zhao erzählt die Geschichte von Agnes, Shakespeares Frau im 16. Jahrhundert. Als ihr elfjähriger Sohn an der Pest stirbt, zerbricht die Familie. "Hamnet" ist ein intimes Porträt von Trauer, Liebe und Verlust - und zeigt, wie aus diesem Schmerz schließlich die Inspiration für "Hamlet" entsteht. An Jessies Seite spielt Paul Mescal.

Die Schauspielerin erzählt, wie sehr die beiden Frauenfiguren, die sie auf der Leinwand zum Leben erweckt hat, sie geprägt haben:
"Die Frau, die man am Anfang von 'Hamnet' trifft, ist die Frau, die ich in mir durch 'The Bride!' geboren habe. Eine Frau mit eigener Sprache, tief verankert in sich, bereit, wild zu lieben - zu ihren eigenen Bedingungen. Die Liebe, die ich in diesem Film erlebt und erforscht habe, hat mein Herz weit aufgebrochen. Ich kam mit gebleichten Augenbrauen zu den Kostümproben und mit elektrischer Energie in mir. Innerhalb von zwei Wochen musste ich diese Energie wieder herunterfahren. Aber was für ein Geschenk, diese beiden Frauen in mir zu haben. Ich werde sie nie loslassen."

Und nun hat genau eine dieser Frauen Jessie Buckley eine Oscar-Nominierung eingebracht. Ob die 36-Jährige am Ende die goldene Statue mit nach Hause nimmt? Es bleibt spannend bis Sonntag. Aber eines steht jetzt schon fest: Diese Award-Season gehört eindeutig Jessie Buckley.


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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