Zwischen Glamour, Trauma und Neuanfang
"Ich will diese Nähe nicht zulassen": "Schlag den Star"-Kandidat Harald Glööckler will keinen Partner
Veröffentlicht:
von C3 NewsroomHarald Glööckler spricht mit Marlene Lufen über seine dramatische Vergangenheit.
Bild: Panama Pictures
Im Podcast "M wie Marlene" spricht Harald Glööckler so offen wie selten: über den Tod seines geliebten Hundes, seine Kindheit voller Gewalt, Depressionen - und warum er im Moment weder Partner noch Promi-Glamour braucht.
Billys Tod, "Seelenhund" Ikarus und ein Chateau als Galerie
Gleich zu Beginn des Podcasts "M wie Marlene" mit Marlene Lufen wird klar, wie sehr Harald Glööckler sich über seinen Hund definierte - und wie tief der Verlust von Billy saß. Billy wurde 14,5 Jahre alt, war für ihn "Familienmitglied" und ständiger Begleiter. Glööckler erzählt, dass er monatelang mit ihm beim Tierarzt war, Spritzen, Vitamin-Boosts, alles, um ihm ein bisschen mehr Zeit zu schenken.
Seine größte Angst: dass Billy stirbt, während er beruflich in der Türkei ist. Genau so kam es und trotzdem klingt bei ihm kein Vorwurf mit, eher ein Gefühl von Schicksal. Der Hund starb in der Zuchtstätte, in der er geboren wurde - "nicht allein", wie Glööckler betont - ohne Spritze, einfach eingeschlafen. "Das ist ein Glück, das heute kaum noch ein Hund hat", sagt er.
Ein Leben ohne Hund? Für Glööckler keine Option
Danach brach erst mal alles weg: Routine, Spaziergänge, Struktur. Die Asche stand zu Hause, der Alltag fühlte sich "leer" an. Er beschreibt, wie er in eine depressive Phase rutschte, in der selbst rauszugehen plötzlich schwer war. Eine Freundin brachte ihn schließlich dazu, wieder nach einem Hund zu suchen. Am Ende landete er bei einem der renommiertesten Züchter und erfuhr dort: Der Vater des neuen Welpen Ikarus ist derselbe Rüde wie bei Billy. Ikarus kam exakt neun Monate nach Billys Tod zur Welt. Zufall oder nicht - für Glööckler ist klar: "Ich glaube schon, dass er zurückgekommen ist, zumindest ein Teil." Als er den nur drei Wochen alten Welpen zum ersten Mal sieht, krabbelt der von allein zu seinem Gesicht und gibt ihm Küsschen. "Eigentlich hat er mich ausgesucht", sagt Glööckler.
Parallel dazu ringt er mit einem anderen Abschied: seinem Chateau in der Pfalz. Ursprünglich wollte er es verkaufen, "einen Punkt machen", wie er sagt. Das Anwesen sei speziell, extravagant, schwer vermittelbar - und eigentlich viel zu schade, um es unter Wert herzugeben. Jetzt hat er umgedacht: Statt zu verkaufen, will er dort seine Gemälde aufhängen, die bislang im Lager standen, und aus dem Haus eine Art Galerie machen. Ab und zu Events, viel Kunst, ein Stück Rückzugsort - und ein Platz, an dem Ikarus frei rennen kann. Der kleine Hund sei dort "völlig außer sich vor Begeisterung" gewesen.
Die erste Folge Promi Big Brother 2025 mit Harald Glööckler kostenlos hier auf Joyn streamen
Neue Show, neue Kunst - aber keine Lust auf die neue Promi-Welt
Beruflich ist bei Glööckler gleichzeitig alles andere als Stillstand. Im Podcast erzählt er von einer neuen Bühnen-Show in Berlin, die er im Oktober mit Live Nation plant - etwa 500 Gäste, Tische, Drinks, eher Salon als klassische Hallenshow. Ein Abend, bei dem er erzählen, performen und nahbar sein will - nur eben zu seinen Bedingungen. Außerdem arbeitet er an einer neuen Kunst-Kollektion, will wieder mehr malen und seine Villa als eigene Galerie nutzen. Rund 300 Bilder lagern schon, aber er will Neues schaffen: "Man hat neue Ideen, etwas Schönes, etwas, das bleibt", sagt er.
Gleichzeitig zieht er sich bewusst aus vielen klassischen Promi-Zirkeln zurück. Die heutige "Reality- und Influencer-Welt" sei nicht seine, erklärt er ziemlich klar. Er erinnert an alte Freundschaften mit Größen wie Chaka Khan oder Gina Lollobrigida. Menschen, die für ihn echte Klasse hatten. Dagegen wirkt der heutige 15-Minuten-Ruhm auf ihn austauschbar. Er zitiert sinngemäß Andy Warhol („Jeder ist 15 Minuten berühmt“) und ergänzt: "Manche sind nur fünf Minuten berühmt - und das reicht dann auch."
Auf roten Teppichen sieht man ihn nur noch selten. Von Gina Lollobrigida habe er eine Regel übernommen: Man gehe nur irgendwohin, wenn man bezahlt wird, einen Preis bekommt oder ein Freund:in einlädt. "Wenn nichts davon zutrifft, bleib zu Hause", fasst er zusammen. Junge Menschen, die ihn bitten, sie "auf die High-Society-Seite zu bringen", kontert er trocken: "Wenn ich die finde, bringe ich euch gern hin, aber ich habe sie bis jetzt noch nicht gesehen." Lieber sitzt er im griechischen Lokal mit ein paar echten Freund:innen als auf Events, auf denen er "die jungen Leute auf dem Teppich gar nicht kennt" und die Fotograf:innen sie trotzdem mit Gewalt durchschieben müssen.
Hier kannst du "Schlag den Star" mit Harald Glööckler am 18. April live streamen
Gewalt, Angst, Missbrauch: Warum er seinen Eltern nicht verzeihen kann
Einer der heftigsten Parts des Podcasts ist Glööcklers Rückblick auf seine Kindheit. Er beschreibt ein Zuhause voller Gewalt, Streit und Angst. Er könne sich "an keine Sekunde erinnern", in der er nicht befürchtet habe, die Mutter könnte "blutend am Boden liegen oder tot sein". Er habe ständig den inneren Radar angeschaltet, immer gecheckt, ob er in einen Streit "hineinplatzt". Das ist keine Übertreibung: Seine Mutter starb tatsächlich infolge einer Attacke, als er etwa 12 oder 13 war.
Er ringt hörbar damit, wie er über seine Eltern spricht - und wird dann deutlich: Er habe irgendwann gemerkt, dass seine Mutter in bestimmten Situationen "so lange provoziert hat", bis es eskalierte. Wer Täter und wer Opfer war, lässt er bewusst offen, rehabilitiert seinen Vater ausdrücklich nicht - aber: "Die können diese Spiele gerne machen, aber nicht, wenn ein Kind dazwischen ist." Verziehen hat er ihnen bis heute nicht. Er sagt, er schaffe keine vollständige Absolution, höchstens ein "Sie waren vielleicht auch überfordert". Unterm Strich bleibt für ihn trotzdem der Satz: "Es war 'ne Drecksbande. Es war einfach ekelhaft, was die da gemacht haben."
Dazu kommt eine verdrängte Erinnerung: Er erzählt von einem Bekannten, mit dem er als Kind in einen Märchenpark mitgefahren ist - der Mann hat ihn später sexuell belästigt. Glööckler sagt, er habe das komplett vergessen, so schlimm sei das Drumherum gewesen. Zu Hause konnte er niemandem etwas erzählen, weil es keine Beziehung gab, in der so ein Gespräch möglich gewesen wäre. Dieser permanente Alarmmodus prägt ihn bis heute: "Diesen Radar hab ich noch, ich höre das Gras wachsen und hab das schon alles im Visier."
Keine eigenen Kinder, aber ein Hund als "Kind"
Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Glööckler nie eigene Kinder wollte. Als Marlene Lufen ihn darauf anspricht, kommt seine Antwort ohne Zögern: "Nein, ich wollte das keinem Kind zumuten, was ich da erlebt habe." Dazu kommt eine sehr pragmatische Sicht auf seinen Karriereweg. Seine Mission sei es immer gewesen, "alle Frauen zur Prinzessin zu machen." Dafür habe er seine ganze Energie gebraucht. Wer so arbeitet wie er, glaubt er, könne nicht gleichzeitig der Vater sein, den ein Kind verdient.
Er kritisiert auch das Hollywood-Modell, in dem Stars haufenweise Kinder adoptieren und die dann von Nannys großgezogen werden. Für ihn braucht ein Kind vor allem Zuwendung und echte Zeit. Beides hätte er nicht geben können. Deshalb habe er sich bewusst dagegen entschieden. Es gebe keinen Moment, in dem er das bedauert, betont er. "Ich hab mich dafür entschieden." Stattdessen zeigt er lachend auf Ikarus: "Ich habe ein Kind hier, das muss noch ein bisschen erzogen werden, aber es ist schon ganz lieb."
Depressionen, kleine Rituale und der Kampf um Selbstwert
Auch über sein Seelenleben spricht Glööckler erstaunlich offen. Er erzählt von einer Freundin, mit der er sich morgens manchmal über "gemeinsame schlechte Tage" austauscht - und über den Punkt, an dem beide darüber wieder lachen können. Das Wichtigste sei für ihn, depressive Phasen überhaupt zu erkennen und anzunehmen. Viele wollten das nicht, sagt er. Dabei gehöre es zum Leben, dass Tage eben nicht immer gut sind.
Sein Rezept klingt unspektakulär, aber ehrlich: morgens aufstehen, Ikarus füttern, kurz raus, Kaffee kochen, einen oder zwei Freunde anrufen, ein bisschen quatschen - "und dann geht’s los". Er brauche diesen Moment, um in den Tag zu kommen. Es helfe ihm, sich klarzumachen, was ihm guttut und was nicht: Menschen, die ihm Energie rauben, habe er aus seinem Leben gestrichen. Den Freundeskreis dezimiert, mehr Ruhe, weniger Society, mehr Hund und Kunst.
Ganz zum Schluss geht es um ein Thema, das bei vielen hängenbleiben dürfte: Stolz. Auf die Frage, ob er stolz auf das sei, was er geschaffen hat, sagt Glööckler: "Ich nehme das gar nicht wahr, was ich gemacht habe. Ich kann da auch gar nicht stolz drauf sein, ich realisiere das teilweise nicht mal." Freund:innen würden ihm immer wieder sagen, er wisse gar nicht, "wie groß" er sei. Dahinter steckt für ihn ganz klar die Kindheit - dieses Gefühl, nie genug zu sein.
Ein kleiner Wendepunkt kam an seinem 60. Geburtstag. Da habe er zum ersten Mal gedacht: "Mit der Kindheit, die du hattest, musst du erst mal 60 werden. Das ist eigentlich schon eine Leistung an sich." Und dann noch all das aufzubauen, was er geschaffen hat. Ein richtiger "Wow"-Moment sei es trotzdem noch nicht. "Man setzt sich danach nicht hin und beweihräuchert sich", sagt er - fügt aber hinzu, dass man das vielleicht ab und zu doch tun sollte.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
Mehr entdecken

Lebenszeichen auf Instagram
Nach Rückzug: Neue Bilder von Thomas Gottschalk aufgetaucht

Der Schauspieler im Porträt
Oliver Korittke: Warum hat sich der "Wilsberg"-Star gegen die Ehe entschieden?

Frohe Nachricht zu Ostern
Baby-Glück: "Harry Potter"-Star Bonnie wird zum zweiten Mal Mutter

"Sogar die Lippen sind gleich"
Shiloh Jolie: Zum Verwechseln ähnlich mit Mutter Angelina Jolie!

Sie kennt ihn seit Kindertagen
"Kontakt eingeschlafen": Margot Hellwig über Verhältnis zu Silbereisen

Schlager-Star verblüfft Fans
Vorher-Nachher-Clip von Beatrice Egli begeistert die Fans

Zweite Karriere als Science-Fiction-Star
Was wurde aus Richard Dean Anderson nach "MacGyver"?

Urgestein tritt ab
Ursula Erber: So endet ihre Geschichte bei "Dahoam is Dahoam"

30 Jahre Altersunterschied
Uwe Kockisch: Seine berühmte Ex-Frau steht auch vor der Kamera

