Am 26. Februar wird er 80
Jaecki Schwarz früher: So sah der "Polizeiruf 110"-Star vor 58 Jahren aus
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von teleschauDie Karriere von "Ein starkes Team"-Ikone Jaecki Schwarz begann vor mehr als einem halben Jahrhundert.
Bild: picture alliance / zb | ddrbildarchiv.de / Manfred Uhlenhut 7 / IMAGO / Future Image
Jaecki Schwarz ermittelte 17 Jahre lang als Hauptkommissar Schmücke in der MDR-Serie "Polizeiruf 110". Noch heute ist er im ZDF-Krimiformat "Ein starkes Team" als schräger Sidekick "Sputnik" zu sehen. In den 1970ern spielte der Schauspieler oft in einem ganz anderen Genre mit: in Märchenfilmen.
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50 Folgen lang bildete er als Herbert Schmücke gemeinsam mit Kollege Herbert Schneider (Wolfgang Winkler) ein Duo in "Polizeiruf 110". Und schon seit 1994 begeistert Jaecki Schwarz die Fans von "Ein starkes Team" mit seinen skurrilen Auftritten als Sputnik. Diese beiden Rollen haben den 79-Jährigen längst zum Publikumsliebling gemacht.
Aktuell sind auf Joyn zwei Produktionen aus seinen Anfängen als Schauspieler zu sehen. Bei "Ich war neunzehn", einem Kriegsfilm aus dem Jahr 1968, war Jaecki Schwarz noch Student an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg, als er sich unter 80 Bewerbern die Hauptrolle sicherte.
Hier war Jaecki Schwarz gerade mal 22 Jahre alt
Im kostenlosen Livestream läuft am Sonntag, 22. Februar um 14:45 Uhr ein Märchenfilm von 1977. "Die zertanzten Schuhe" wird im MDR ausgestrahlt. Darin ist der gebürtige Köpenicker als hungriger und leicht tollpatschiger Soldat zu sehen. Zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung im DDR-Fernsehen war Schwarz gerade einmal 31 Jahre alt.
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Jaecki Schwarz wurde "von einem Tag auf den anderen bekannt"
In einem Gespräch mit "Planet Interview" erklärte der Schauspieler 2009, dass ihn die DEFA-Produktion "wirklich von einem Tag auf den anderen bekannt" gemacht habe. Schwarz fügte bescheiden hinzu: "Der Film hat zwar unbestritten meiner Popularität genutzt, aber logischerweise wurde ich durch ihn nicht automatisch ein besserer Schauspieler."
Bescheidenheit musste er auf dem Weg zu seinem "Traumberuf" früh lernen. Jaecki Schwarz spielte schon als Heranwachsender bei Schüleraufführungen mit und war im Jugendklub des Deutschen Theaters in Berlin. Dennoch wurde er von zwei Schauspielschulen abgelehnt. Erst der dritte Versuch gelang. "Wenn man denkt, dass man Talent hat, dann sollte man es ruhig mehrmals versuchen", sagte er rückblickend.
Seinen Vornamen hat Schwarz übrigens seiner Großmutter zu verdanken. Die war ein Fan des Stummfilm-Stars Jackie Coogan. Der zuständige Beamte bei der Meldestelle ließ jedoch die amerikanische Schreibweise nicht zu - so entstand Jaecki. "Ich war aufgeweckt, vorlaut und - wie man es bei Schauspielern erwartet - auch so eine Art Klassenclown", erinnert er sich an seine Schulzeit. Er sei ein mittelmäßiger Schüler gewesen und habe sein Abitur gerade so geschafft, ergänzte Schwarz in "Planet Interview": "In Literatur, Deutsch, Geschichte und den musischen Fächern war ich ganz gut, aber die Naturwissenschaften gingen nach hinten los. Mathematik und vor allen Dingen Chemie habe ich nie begriffen."
Schon 1968 hat Jaecki Schwarz seinen markanten Stil zur Schau gestellt.
Bild: picture alliance / zb | ddrbildarchiv.de / Manfred Uhlenhut
Märchen, Krimi, Komödie: Jaecki Schwarz kann alles
Neben weiteren Märchenfilmen wie "Dornröschen" oder "Das blaue Licht" war Jaecki Schwarz nach seinem Durchbruch als Schauspieler auch in Komödien zu sehen. Etwa in "Einfach Blumen aufs Dach" aus dem Jahr 1979. Seinen ersten Part als Ermittler hatte er in dem siebenteiligen Krimi-Reihe "Gefährliche Fahndung" (1978). Darin verkörpert er den jungen österreichischen Kriminalinspektor Toni Pleisner. 1987 folgte erstmals ein Einsatz in "Polizeiruf 110", allerdings noch nicht als Kommissar.
Auch nach der Wende blieb Jaecki Schwarz in Film und Fernsehen präsent. Berühmt geworden ist er im Westen dank dreier Krimiformate. Außer in "Ein starkes Team" (seit 1994) und "Polizeiruf 110" (1996 - 2013) wirkte er ab 1993 auch 23 Episoden lang in der ARD-Serie "Auf eigene Gefahr" mit.
Jaecki Schwarz (l.) und Wolfgang Winkler haben den "Polizeiruf 110" 1996 maßgeblich geprägt.
Bild: picture alliance / Artcolor
Jaecki Schwarz privat: 20 Jahre liiert, trockener Alkoholiker
Der Tag des Mauerfalls am 9. November 1989 ist für den Schauspieler ein doppelter Feiertag, wie er unter anderem in "Planet Interview" erklärt. Von der Sensation bekam er zunächst gar nichts mit: Er hatte sich nach einer Theatervorstellung hinter der Bühne "ziemlich betrunken, erlitt einen Kreislaufkollaps und wurde ins Krankenhaus eingeliefert - und dort hatte man damals ja auch keinen Rundfunk und kein Fernsehen". Erst Tage später habe er von seiner Mutter davon erfahren, als diese ihn im Krankenhaus besuchte. "Und als sie mir dann erklärte, dass die Mauer gefallen sei, konnte ich gar nicht mehr sagen als ein erstauntes 'Ach'."
Jaecki Schwarz begab sich damals in einen Entzug und spricht heute stets offen über seine Alkoholabhängigkeit. Angst vor einem Rückfall habe er heute nicht mehr.
Über seine gleichgeschlechtliche Beziehung zu seinem knapp 20 Jahre jüngeren Schauspielkollegen Hagen Henning machte er indes kein Aufhebens. Als er sich 2004 erstmals öffentlich darüber äußerte, sagte er der Wochenzeitung "Bild am Sonntag":
Ich habe das nie versteckt. Aber mir ist auch nicht in den Sinn gekommen, mir ein Schild umzuhängen, auf dem steht: 'Hallöchen, ich bin schwul'.
Etwa 20 Jahre waren die beiden ein Paar, die Trennung erfolgte Mitte der 2000er. Über den aktuellen Beziehungsstatus von Jaecki Schwarz ist nichts bekannt.
Der Schauspieler feiert am 26. Februar seinen 80. Geburtstag.
Hier ist Jaecki Schwarz in prominenter Nebenrolle zu sehen
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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