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"Bei mir war Alkohol Exzess"

"One for the Road"-Star Frederick Lau: Musste er sich für die Rolle betrinken?

Veröffentlicht:

von teleschau

Schaffen sie gemeinsam den Absprung? Frederick Lau (l.) als Mark und Nora Tschirner als Helena in der Free-TV-Premiere "One for the Road".

Bild: SAT.1/2023 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH


Im Kinofilm "One for the Road" spielt Frederick Lau einen Bauleiter mit Alkoholproblemen. Der Schauspieler, der mit Filmen wie "Die Welle" oder "Neue Vahr Süd" Preise abräumte, hatte früher selbst ein Thema mit dem Trinken. In der Free-TV-Premiere habe er aber "alles komplett nüchtern gespielt".

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Mark Jung (Frederick Lau) kommt nach einer durchzechten Nacht in Berlin aus der Kneipe und möchte nur schnell sein Auto umparken. Schlechte Idee: Eine Polizeistreife erwischt den gestressten Bauleiter. Die Folge: Drei Monate Führerscheinentzug plus Vorbereitung auf eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU).

Der datingfreudige Single ist überzeugt, kein Alkoholproblem zu haben. Das hat er mit der Lehrerin Helena (Nora Tschirner) gemeinsam, die ebenfalls am Vorbereitungskurs teilnimmt. Ein Auf und Ab mit trockenen Phasen und harten Rückfällen beginnt.

Der Film "One for The Road" läuft am 9. August in SAT.1 und auf Joyn als Free-TV-Premiere. Darin zeigt sich Kinostar Frederick Lau von seiner überzeugendsten Seite.

Frederick Lau heute: "Ich war ein sogenannter Rauschtrinker"

Vielleicht auch deshalb, weil der Schauspieler, der am 17. August seinen Geburtstag feiert, selbst Erfahrungen mit dem Thema machen musste. "Bei mir war Alkohol Exzess. Ich war ein sogenannter Rauschtrinker", gestand er vor zwei Jahren in einem Interview mit dem Schweizer Portal "Bluewin.ch".

Schon früh habe er mit dem Alkoholkonsum angefangen. "Als ich 15 oder 16 war, gab es bei uns in Berlin diese 'All-Inclusive-Partys', bei denen man zwölf Euro Eintritt gezahlt hat und dann so viel trinken durfte, wie man wollte." Alkohol habe nichts mit Genuss zu tun gehabt. Auch als junger Erwachsener habe er viel getrunken und gestand gegenüber "Bluewin.ch" offen, welche Entwicklung er jeweils nahm: "Zuerst fröhlich-lustig, später wie ein Arschloch." In der Corona-Zeit beschloss er aufzuhören. "Der Rausch macht viel kaputt", weiß er.

Gleichwohl sei es "unheimlich schwer" gewesen, die Rolle eines Betrunkenen zu spielen, betonte er. "Während der Dreharbeiten haben wir mit sechs verschiedenen Stufen gearbeitet - von erheitert über stark betrunken bis irgendwann derart benebelt sein, dass eine normale Kommunikation kaum mehr möglich ist".

Sich für den Dreh diese Zustände anzutrinken, sei dennoch nie eine Option gewesen. "Ich mag es nicht, wenn ich einen Zustand für eine Rolle herstellen muss. Authentische Situationen sind mir lieber." Er habe "alles komplett nüchtern gespielt".


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Schon als Zehnjähriger stand Frederick Lau vor der Kamera

Dass der gebürtige Berliner - wohnhaft in Steglitz - schauspielerisches Talent hat, zeigte sich sehr früh. Bereits 1999 hatte Frederick Lau eine TV-Rolle: in der Kinderserie "Achterbahn". Ab 2003 war er in Kinofilmen wie "Das fliegende Klassenzimmer" oder "Wer küsst schon einen Leguan?" (2004) zu sehen. Für Letzteren gewann er den Kinderfernsehpreis EMIL.

Einen großen Karrieresprung machte der Junge, dessen Eltern ein Trödelgeschäft und später ein Antiquitätencafé betrieben, 2008. Seine Rolle als amoklaufender Schüler Tim im Kinofilm "Die Welle" brachte ihm beim Deutschen Filmpreis den Award "Bester Nebendarsteller" ein.

Weiter ging es 2011 mit dem Grimme-Preis: Frederick Laus Darbietung als aufmüpfiger Wehrdienstleistender Frank Lehmann im Film "Neue Vahr Süd" überzeugte nicht nur die Jury. Überhaupt seien Außenseiterrollen sein Ding, sagte er 2014 der "Stuttgarter Zeitung". "Das Gelackte und Oberflächliche ist nicht meine Welt", so Frederick Lau. Er sei ein "Bauchschauspieler".

Frederick Lau in der Hauptrolle: Sieh den Thriller im Stream auf Joyn

Schwierige Kindheit, Wurzeln im "Pott"

In Barbara Schönebergers Podcast "Mit den Waffeln einer Frau" erzählte Frederick Lau vor einigen Jahren: "Was ich bis heute ganz schlimm finde: Leute von oben herab zu behandeln. Da bin ich sehr sensibel für."

Das Underdog-Gefühl wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt: Seine Familie mütterlicherseits stammt aus dem Ruhrgebiet, sein Großvater Herrmann habe noch unter Tage gearbeitet, wie er kürzlich in "Ball you need is love", dem Podcast von Arnd Zeigler, verriet. Auch in seinem Elternhaus ging es nicht glamourös zu. Seine Kindheit bezeichnete Frederick Lau im Podcast "Reich und Schön" als bescheiden und schwierig, er habe nicht einmal ein eigenes Bett gehabt. Sein Vater habe überdies am Messie-Syndrom gelitten, wofür sich der spätere Kinostar vor seinen Klassenkameraden schämte.

Frederick Lau: Berliner durch und durch

Zu seiner Heimat steht der Schauspieler dennoch. Und blickt auch auf schöne Erinnerungen zurück, etwa das Schwimmenlernen in der Krummen Lanke, einem See im Südwesten Berlins. Schwimmen hat für ihn heute noch etwas Meditatives, verriet er 2021 gegenüber "Mit Vergnügen". Zur Krummen Lanke seien es von seinem Zuhause nur zehn Minuten. "Ich merke, wenn ich unter Stress gerate, dann gehe ich einmal kurz schwimmen, kurz rein nur, und dann ist alles wieder cool."

Seine "Hood" Steglitz hat er nie verlassen. Heute wohnt er dort mit seiner Frau, TV-Moderatorin Annika Lau, und ihren drei gemeinsamen Kindern Liselotta (geboren 2014), Baz (2016) und Bruno (2019). Das Paar lernte sich 2013 beim Dreh eines Musikvideos des Rappers B-Tight kennen - und lieben. "Ich war sehr aufgeregt, ich fand sie schon immer toll", gestand Lau bei Barbara Schöneberger.

Sein Fußballherz gehört dagegen Borussia Dortmund, seit ihn sein Großvater als Jungen mit ins Westfalenstadion nahm.

2026: Frederick Lau hat eine Rolle in "Nachtschicht"

Im März 2026 stand Lau für eine Kultserie vor der Kamera: In der Krimireihe "Nachtschicht" wirkt er in der 20. Folge mit dem Titel "Sterben verboten" mit. Frederick Lau gab den Gangster Angelo Amtmann, der kurz vor seinem 50. Geburtstag aus der Haft entlassen wird. Der Sendetermin steht noch nicht fest. Auch in der Netflix-Serie "Crooks" spielt Lau einen Gauner.

"One for the Road" wird am Sonntag, 9. August um 20:15 Uhr in SAT.1 und auf Joyn ausgestrahlt. Dort kannst du rund um die Uhr auch den Film "Freischwimmer" aus dem Jahr 2008 streamen - mit Frederick Lau in der Hauptrolle.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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