Am Anfang seiner TV-Karriere
Ulrich Noethen früher: So sah der "Makellos"-Star vor 32 Jahren aus
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von Lars-Ole GrapIst Ulrich Noethen wiederzuerkennen?
Bild: IMAGO / teutopress / picture alliance / dpa | Tobias Hase
Wer Ulrich Noethen heute in Film und Fernsehen sieht, erkennt ihn sofort - markant und unverwechselbar. Ein Blick zurück ins Jahr 1994 zeigt einen Mann, von dem noch niemand ahnte, wohin ihn seine Karriere führen würde.
Ulrich Noethen: Vom Jura-Studenten zum TV-Kommissar in den 90ern
Vor 32 Jahren war Ulrich Noethen ein aufstrebendes Talent - jungenhaft, charismatisch, mit einem Blick, der Aufmerksamkeit auf sich zog. Das Handwerk hatte er auf der Bühne gelernt, unter Regisseuren wie Frank Castorf und Max Färberböck. Dass er dahin überhaupt gelangte, war keine Selbstverständlichkeit: Der gebürtige Münchener hatte zunächst begonnen, Rechtswissenschaften zu studieren, bevor er an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart wechselte und seinem eigentlichen Traum, Schauspieler zu werden, folgte.
Ulrich Noethens Casting-Foto aus dem Jahr 1994 - seine markanten Gesichtszüge haben sich in all den Jahren wenig verändert.
Bild: imago stock&people
Anfang der Neunziger zog es ihn vor die Kamera. Seinen ersten TV-Auftritt hatte er 1991 mit einer Gastrolle in der Krimiserie "Eurocops". Mitte der Neunziger folgte mit der ARD-Serie "Die Partner" (1995/96) der erste größere Erfolg beim Fernsehpublikum. In der 26-teiligen Vorabendserie spielte er an der Seite von Jan Josef Liefers und Ann-Kathrin Kramer den besonnenen Hauptkommissar Martin Zobel - den ruhigen Gegenpol zu den quirligen Privatdetektiven, die ihn ständig auf Trab hielten.
In der ARD-Krimiserie "Die Partner" sammelte Ulrich Noethen (l.) erste Erfahrungen vor der Kamera - von seinem späteren Ruhm noch weit entfernt.
Bild: IMAGO / teutopress
Vom "Comedian Harmonists"-Durchbruch zu "Gripsholm": Wie Ulrich Noethen Ende der 90er zum deutschen Filmstar wurde
Den entscheidenden Wendepunkt brachte 1997 der Kinofilm "Comedian Harmonists". Als Harry Frommermann, mit Pomade im Haar und einer runden Nickelbrille, bewies er, dass er die Eleganz und Melancholie der 1920er Jahre so glaubhaft verkörpern konnte wie kaum ein anderer Schauspieler seiner Generation. Der Deutsche Filmpreis folgte - und das bei seinem allerersten Kinofilm.
Der Erfolg öffnete Türen. Drei Jahre später stand er für "Gripsholm" (2000) vor der Kamera - unter der Regie von Oscar-Preisträger Xavier Koller. In der Verfilmung von Kurt Tucholskys Sommererzählung spielte Noethen den Schriftsteller selbst: einen Mann, der mit seiner Freundin Lydia (Heike Makatsch) den Sommer auf dem schwedischen Schloss Gripsholm verbringt und das Leben in vollen Zügen genießt. Bis ihn die politische Realität einholt und ein Prozess in Berlin droht. Die Leichtigkeit, mit der Noethen diese Figur trug - mal ausgelassen und verliebt, mal nachdenklich und zerrissen - macht den Film zu einem seiner eindrücklichsten frühen Auftritte.
Auf Schloss Gripsholm schien die Welt noch in Ordnung: Heike Makatsch und Ulrich Noethen in der Tucholsky-Verfilmung von 2000.
Bild: IMAGO / United Archives
Ulrich Noethen: Vom Kinderfilm-Liebling zum Charakterdarsteller
Was folgte, war eine Karriere voller bewusster Gegensätze. Während er sich auf der einen Seite als Herr Taschenbier in den "Sams"-Verfilmungen als schrulliger Kinderfilm-Liebling etablierte, lieh er in "Der Untergang" (2004) dem Grauen ein Gesicht: Als Heinrich Himmler - einer Rolle, die er 2007 in "Mein Führer" erneut übernahm - verwandelte er sich in eine historische Schreckensfigur. Die Leichtigkeit der frühen Jahre wich für diese Projekte einer beängstigenden Kälte. Wenige Jahre später war er als schrulliger Pettersson in "Pettersson und Findus" (2014) hinter grauem Rauschebart und zerschlissener Mütze kaum wiederzuerkennen - ein Beleg dafür, wie groß seine Bandbreite als Schauspieler ist.
Und vielleicht ist genau das das Geheimnis hinter seiner Wandlungsfähigkeit. Noethen hat nie versucht, ein bestimmtes Image zu pflegen oder sich auf eine Rolle festlegen zu lassen. Dass er dabei auch Zweifel kannte und nach eigener Aussage lange mit seinem Beruf gehadert hat, macht ihn nur noch sympathischer. Nach über 32 Jahren und unzähligen Rollen ist aus dem Nachwuchstalent einer der gefragtesten Charakterdarsteller des deutschen Films und Fernsehens geworden - und mit jeder neuen Rolle zeigt er, warum das so ist.
Kaum wiederzuerkennen: Ulrich Noethen als Pettersson beim Set-Termin in Köln (2012).
Bild: IMAGO / Horst Galuschka
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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